Gewinner und Verlierer der EM-Vorbereitung

Erfolglose Suche nach Mister X

Von Florian Bogner
Sonntag, 01.06.2008 | 14:22 Uhr
© Getty
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München - In sieben Tagen wird es ernst: Am kommenden Sonntag läuft die deutsche Nationalmannschaft zum EM-Auftakt gegen Polen auf.

In den zwei Tests gegen Weißrussland (2:2) und Serbien (2:1) konnten sich Bundestrainer Joachim Löw und die ganze Nation noch einmal ein Bild von der EM-Tauglichkeit des deutschen Kaders machen.

Wer hat überzeugt? Wer hat seine Chance nicht genutzt? SPOX.com beleuchtet die Gewinner und Verlierer der EM-Vorbereitung. 

 GEWINNER
Lukas Podolski / Miroslav Klose
 

Der WM-Sturm spielte zwar nur eine Halbzeit gegen Weißrussland zusammen, das aber gut. Beide profitieren schlichtweg davon, dass weder Gomez noch Kuranyi gegen Serbien überzeugten. Klose ist als Stürmer Nummer eins unumstritten und traf gegen Weißrussland, Podolski bot sich gegen Serbien zudem erneut als ernsthafte Offensiv-Alternative im linken Mittelfeld an. 

David Odonkor
  Ganz ernsthaft: Wer hatte kurz vor der Kader-Nominierung mit ihm gerechnet? Zwei Testspiele später ist der Speedy Gonzalez der rechten Außenbahn in Löws Gunst weiter nach oben geklettert. Stammplatz nein, aber bei Rückstand oder Gleichstand wird Odonkor der 12. oder 13. Mann sein. Man braucht sich nur an Polen zu erinnern...
Oliver Neuville
  Tat gegen Serbien das, was man von ihm erwartet: Klappe halten, draußen artig warten, rein kommen, netzen. Dürfte in dieser Form als Joker gesetzt sein und darf auf mehrere Kurzeinsätze während der Europameisterschaft hoffen.
Marcell Jansen
  Gegen Weißrussland noch angeschlagen draußen, machte der Münchner gegen Serbien seine Sache offensiv sehr gut. Überzeugte mit einigen Vorstößen und stellte so sein Gegenüber Lahm in den Schatten. Auch wenn Jansen defensiv zulegen muss - von Arne Friedrich spricht niemand mehr.
Michael Ballack
  Wie buchstabiert man Leader? B-A-L-L-A-C-K. Stellte gegen Serbien einmal mehr seine Ausnahmestellung unter Beweis. In dieser Form ist Löws "Capitano" der Hoffnungsträger der Nation. Seine Übersicht, seine Präsenz, sein Kopfballspiel: einfach Gold wert. Zudem nach dem verlorenen Champions-League-Finale wild entschlossen, endlich einen großen Titel einzutüten.
 VERLIERER
Christoph Metzelder
  Kam unfit nach Mallorca und geht mit einem Fragezeichen in die EM. Offenbarte in beiden Tests Abstimmungsschwierig- keiten mit Mertesacker, wirkte zudem sehr behäbig und nicht wirklich spritzig. Metzelder selbst: "Ich war vor allen Turnieren umstritten, aber im Turnier war ich dann eine feste Größe." Bleibt abzuwarten...
Der B-Sturm
  Gomez und Kuranyi nutzten gegen Serbien ihre Chance nicht, sich für die Startelf zu empfehlen. Punkt. Gomez musste erkennen, dass gegen Weltklasseverteidiger vom Schlage Vidic ein anderer Wind weht als in der Bundesliga. Kuranyi kämpfte und rackerte, war aber auch grandios uneffektiv (0 Torschüsse). So sind die beiden wohl nur Stürmer 4 und 5.
Jens Lehmann
  Bringt ja nichts, auf der deutschen Nummer eins rumzutrampeln. Fakt ist jedoch: Der Arsenal-Ersatzkeeper schaffte es in den beiden Tests nicht, die Vorbehalte gegen ihn auszuräumen. Bei der EM wird er sich deutlich steigern müssen, um die Rufe nach Rene Adler verstummen zu lassen.
Arne Friedrich
  Bei der WM noch rechts hinten Stammkraft. Jetzt, weil Jansen links und Lahm rechts gesetzt sind, nur noch Innenverteidiger Nummer drei. Schaffte es im Trainingslager offensichtlich nicht, sich am schwächelnden Metzelder vorbei zu kämpfen.
Das B-Mittelfeld
  Frings, Ballack, Schweinsteiger und Mister X - das deutsche Mittelfeld. Für den vakanten Posten bewarb sich keiner nachhaltig. Hitzlsperger nicht, weil er gegen Weißrussland hinten links verteidigen musste. Borowski nicht, weil er auf Mallorca mit Grippe flach lag. Fritz nicht, weil er gegen Serbien nicht überzeugte. Löw steht vor einer schwierigen Entscheidung.
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