Polen im Porträt

Leos Gehirnwäsche

Von Kevin Bublitz
Montag, 26.05.2008 | 12:30 Uhr
EM 2008, Polen, Team
© Getty
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München - Nach der Enttäuschung bei der WM 2006 hat sich Polen unter der Leitung von Trainer Leo Beenhakker wieder aufgerafft und zum ersten Mal für eine Europameisterschaft qualifiziert.

Das nächste Kunststück des Niederländers, dem es in der Vergangenheit bereits gelang, so illustre Namen wie Saudi-Arabien oder Trinidad & Tobago zu einer WM-Endrunde zu führen.

"Beenhakker hat unsere Mentalität verändert. Wir sind im Kopf stärker geworden", sagt etwa Torhüter Artur Boruc. 

Zusammen mit dem ehemaligen Nationalspieler Tomasz Waldoch (37), für Bochum und Schalke in 248 Bundesliga-Spielen im Einsatz, stellt SPOX.com Polen vor.

Hier geht's zur Polen-Diashow!

Die Stärken:

Die Mannschaft hat sich erstmals für eine EM qualifiziert und ist hungrig. Mit Ebi Smolarek verfügt die Mannschaft über einen Torjäger, dem in der Qualifikation neun Treffer gelangen, "das größte Pfund ist aber die mannschaftliche Geschlossenheit", so Waldoch.

Außerdem sind die Polen dafür bekannt, sehr schnell von Defensive auf Offensive umschalten zu können. Ihr Konterspiel ist brandgefährlich.

Die Schwächen:

Hungrig auf der einen Seite - grün und unerfahren auf der anderen. Zuletzt bezahlte Polen bei der WM deutlich Lehrgeld. Die Mannschaft, so Waldoch, "ist noch zu sehr Schwankungen unterlegen".

Zwar gibt es einige Spieler, die im Ausland aktiv sind, "doch fehlt es der Mannschaft an den ganz großen Stars, die auch bei Topklubs in Europa unter Vertrag stehen", sagt Waldoch. "Insgesamt ist der Kader in der Tiefe zu dünn besetzt."

Der Trainer:

"Leo Beenhakker hat einen großen Namen und viel Erfahrung, deswegen ist er der große Star Polens", so Waldoch. Der Niederländer sieht seine Aufgabe darin, die Talente im Team zu fördern.

Längerfristig will er mit dem Team unter die Top acht in Europa. "Die Spieler haben das Potenzial dazu", glaubt Beenhakker. Für ihn sind die Titelkämpfe in Österreich und der Schweiz ein willkommener Testlauf. 2012, wenn Polen und die Ukraine Gastgeber der EM sein werden, soll die große Stunde schlagen.

Der Spieler im Fokus:

Polens heißeste Waffe heißt Ebi Smolarek. Er ist torgefährlich und führt die Mannschaft an. "Allerdings sollte man auch nicht Mittelfeldspieler Roger Guerreiro aus den Augen lassen", so Waldoch.

Der gebürtige Brasilianer erhielt nach starken Leistungen für Legia Warschau die polnische Staatsbürgerschaft. "Er könnte ein Geheimtipp sein."

Die Prognose:

Das Überstehen der Gruppenphase wäre bereits ein großer Erfolg, mehr erscheint angesichts der qualitativ schwachen Bank unrealistisch.

Waldoch: "Für Polen ist es die erste Teilnahme an einer Europameisterschaft. Vom Halbfinale oder Finale zu träumen wäre Quatsch."

 

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