Donnerstag, 24.04.2008

Löw vertraut auf Sorgenkinder

Nur 23 Spieler nach Mallorca

Berlin - Trotz der Ungewissheit um die körperliche Verfassung von Christoph Metzelder und der Formkrise von Bernd Schneider wird Bundestrainer Joachim Löw höchstwahrscheinlich keinen größeren Kader für die unmittelbare Vorbereitung auf die EM nominieren.

Joachim Löw
© DPA

"Wir planen derzeit weiter, dass wir mit 23 Mann nach Mallorca gehen. Es sei denn, wir haben ein, zwei Spieler mit Riesen-Problemen", sagte der Chefcoach der deutschen Nationalelf.

Zuvor hatte Löw seinem Abwehrchef Metzelder, der wegen einer Fußsohlen-Verletzung in diesem Jahr noch kein Spiel bestreiten konnte, und auch dem Leverkusener Routinier Schneider die Nominierung in seinen EM-Kader zugesichert.

Löw über Schnix und Metze

"Ich gehe davon aus, dass Christoph Metzelder in den nächsten drei Wochen bei Real Madrid normal trainiert und vielleicht auch noch ein Spiel macht. Er ist ohne Beschwerden. Und Schneider hat zumindest den Trainingsrhythmus. Dann müssen wir es eben schaffen, dass die beiden Spieler durch intensives Arbeiten rankommen an das Niveau der Mannschaft", erläuterte Löw die Situation um seine beiden derzeit größten Sorgenkinder.

Am 19. Mai wird der Bundestrainer mit seinen nominierten Spielern auf die Ferieninsel Mallorca aufbrechen, wo zunächst drei Tage lang ein individuelles Training geplant ist. In diesen Tagen können auch die Familien der Spieler in Palma dabei sein.

Ab 23. Mai steht dann das taktische Teamtraining im Mittelpunkt. Bis 28. Mai kann Löw noch auf mögliche Verletzungen bei seinem Personal reagieren, zehn Tage vor dem ersten Spiel muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen offiziellen Kader bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) benennen.

Abschlussbesprechung am 10. Mai 

Wie viele Spieler bei der Bekanntgabe des deutschen EM-Kaders am 16. Mai auf der Zugspitze auf Abruf gestellt werden, um im Fall von Ausfällen im 23er Aufgebot einspringen zu können, wollte Löw noch nicht festlegen.

"Es wird eine Abschluss-Besprechung des Trainerstabs nach dem vorletzten Bundesliga-Spieltag am 10. Mai geben. Dann treffen wir uns zwei, drei Tage und entscheiden, welche Spieler wir auswählen", berichtete Löw.

Auf der Klausurtagung will der Bundestrainer mit seinen Assistenten neben den noch offenen persönlichen EM-Tickets auch die Nachrücker-Frage diskutieren.

Viele freie Plätze gibt es nicht 

Die 23 deutschen Hoffnungsträger, die ab 8. Juni mit dem Turnier- Auftakt gegen Polen den Traum vom vierten EM-Titel wahrwerden lassen sollen, wird Löw nach "Können und mentaler Stärke" auswählen.

"Wer hat jetzt Vorteile? Warum hat er Vorteile? Wer passt am besten in diesen Kreis und zu unserer Philosophie? Wer passt zu besonderen Situationen?", nannte der Leiter des Titel-Unternehmens die Auswahl-Kriterien.

Viele freie Plätze im Kader für das Turnier vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und Österreich gibt es allerdings nicht mehr. Nur drei oder höchstens vier EM-Stellen scheinen noch vakant.

Vier Stürmer, ein Platz

Die Positionen für das Tor (Lehmann, Hildebrand, Enke) und die Abwehr (Mertesacker, Metzelder, Lahm, Jansen, Arne Friederich, Westermann, Fritz) scheinen vergeben.

Im Mittelfeld dürfen sich noch ein halbes Dutzend Spieler Hoffnungen machen, neben Ballack, Frings, Hitzlsperger, Schweinsteiger, Schneider und Rolfes nominiert zu werden.

Als aussichtsreichste Kandidaten gehen Trochowski, Odonkor und Borowski in den Saison-Endspurt. "Wir haben jetzt noch keinen Spieler gestrichen", betonte Löw.

Für den Angriff hat sich der 48- Jährige bereits auf Klose, Gomez, Podolski und Kuranyi festgelegt. Um den fünften Platz kämpfen Neuville, Kießling, Helmes und Hanke.


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