Löw: "Odonkor ist eine Alternative"

"Ich habe gute Chancen"

Von Daniel Börlein
Dienstag, 29.04.2008 | 14:20 Uhr
David Odonkor und Joachim Löw schütteln sich die Hände
© Getty
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München - Bei David Odonkor geht es meistens ein bisschen schneller.

Für seinen Wechsel von Borussia Dortmund zu Real Betis, beispielweise, war kein langwieriger Verhandlungsmarathon nötig. Die Spanier blätterten 6,5 Millionen Euro auf den Tisch, Dortmund nickte ab, Odonkor schlug ein, und schon war die Sache geritzt.

Auch zur WM kam Odonkor schneller als die meisten anderen. Ohne einen Länderspieleinsatz berief Bundestrainer Jürgen Klinsmann den 24-Jährigen in den Kader. Nach der Weltmeisterschaft und seinem Wechsel nach Sevilla wurde es allerdings auch schnell ruhig um Odonkor.

"Odonkor ist wieder eine Alternative"

Nun meldete sich der Rechtsaußen durch gute Leistungen in Spanien aber wieder zurück und darf sich kurz vor der Nominierung des EM-Kaders am 16. Mai sogar wieder Hoffnungen auf einen Platz im Nationalteam machen. "Odonkor ist wieder eine Alternative", erklärte Bundestrainer Joachim Löw.

"Ich habe die letzten Spiele sehr gut gespielt bei Betis. Ich fühle mich fit, ich bringe meine Leistungen. Und die Leistung wird am Ende auch entscheiden", so Odonkor im Gespräch mit SPOX.com. "Wenn ich die Leistungen der letzten Spiele weiter bringe, habe ich gute Chancen", gibt sich der 13-malige Nationalspieler zuversichtlich.

Kontakt mit Flick

Wohl auch, weil sich Co-Trainer Hansi Flick zuletzt persönlich nach Odonkors Situation erkundigte: "Ich habe letzte Woche mit ihm telefoniert. Ich habe ihm von meinen Eindrücken erzählt und berichtet, wie die Spiele waren. Außerdem beobachtet der Bundestrainer ja, was in Spanien passiert."

In der Primera Division stand Odonkor seit dem 25. Spieltag mit einer Ausnahme immer auf dem Platz, zuletzt sogar in der Startelf. Nach einer langen Anlaufphase scheint er nun in Spanien angekommen zu sein. "Das Problem war, dass ich lange verletzt war", so Odonkor.

Persönlichen Trainer engagiert

Von fehlender professioneller Einstellung, wie es ihm sein ehemaliger Berater Kon Schramm vorwarf, will er nichts wissen: "Ich habe mir einen persönlichen Fitnesstrainer aus Deutschland geholt, um an meinen Defiziten zu arbeiten. Ich habe mich immer professionell verhalten. Das Problem war vielmehr, dass mich mein Berater in Spanien alleine stehen ließ. Doch das ist eine alte Geschichte. Jetzt schaue ich nach vorne."

Und da winkt durchaus ein Platz im EM-Kader. Nach der Verletzung von Bernd Schneider muss der Bundestrainer umdenken. "Natürlich sind die Chancen durch seine Verletzung gestiegen. Ich wünsche ihm natürlich, dass er vielleicht dennoch fit wird und die EM spielen kann", so Odonkor, denn "ich rechne mir auch Chancen aus, wenn er dabei ist."

Vorteil als Joker

Vor allem seine Qualitäten als Joker seien ein großes Plus gegenüber anderen Kandidaten. "Das weiß der Bundestrainer auch, schließlich habe ich bei der WM schon gezeigt, was ich kann", sagt Odonkor.

Über seine Konkurrenten will er sich keine großen Gedanken machen: "Natürlich haben wir viele gute Leute, die für die rechte Seite in Frage kommen. Ich bin aber nur für meine Leistung verantwortlich, den Rest kann ich ohnehin nicht beeinflussen."

Eine Nichtnominierung wäre zwar "schon eine große Enttäuschung", so Odonkor, allerdings kein Weltuntergang: "Dann geht es eben in den Urlaub." Und das wahrscheinlich ziemlich schnell.

 

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