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Löws Schweiz-Kader: EM oder Urlaub

SID
Mittwoch, 19.03.2008 | 14:38 Uhr
Löw, EM,
© DPA
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Berlin - Schon vor dem Osterfest entscheidet sich für eine ganze Reihe von Nationalspielern die Sommerplanung 2008 - Urlaub oder EM.

Wer bis zum Gründonnerstag von Joachim Löw keine Einladung für das Test-Länderspiel gegen die Schweiz erhält, wird so gut wie sicher einen fußballfreien Juni vor sich haben.

Zwar sagt der Bundestrainer noch immer: "Die Tür ist nicht zu." Doch neben den 22 bis 23 Akteuren, die Löw am Ostersonntag in Basel zum letzten Länderspiel vor seiner endgültigen EM-Kaderauslese am 16. Mai zusammenzieht, wird es nur noch für ganz wenige Nachrücker einen Platz im deutschen Europameisterschafts-Aufgebot geben.

Nicht mehr viele Plätze frei 

Alle 19 Spieler, die zuletzt beim vom Ergebnis deutlichen, aber spielerisch schwachen 3:0-Sieg in Österreich dabei waren, stehen Löw auch gegen den zweiten EM-Gastgeber zur Verfügung.

Dazu kommen die in Wien noch verletzungsbedingt fehlenden Arne Friedrich, Marcell Jansen und Clemens Fritz - macht zusammen 22 Akteure.

Rechnet man einen dritten Torwart dazu, der beim EM-Turnier den Platz hinter Jens Lehmann und Timo Hildebrand besetzen wird, ist der Kader schon voll.

Löw wartet auf Frings und Metzelder

In Konkurrenz um die EM-Fahrkarten, in die Löw zum Start der Jahres noch 40 Akteure eingeordnet hatte, stehen derzeit höchstens noch 26 oder 27 Spieler.

Auch für die 2006er WM-Kicker Tim Borowski, Sebastian Kehl, Gerald Asamoah, Mike Hanke, Oliver Neuville und David Odonkor wird es schwer bis unmöglich.

Zwei Plätze würde Löw sofort mit Freude freiräumen, falls die Sorgenkinder Torsten Frings und Christoph Metzelder die Folgen ihrer Operationen endlich überstehen und noch in EM-Form kommen.

"Das ist schwer voraussehbar", erklärte der DFB-Chefcoach zum jetzigen Stand, setzt aber darauf, "dass beide turniererfahrene Spieler sind".

Fehlende EM-Begeisterung

Mit der Partie in der Schweiz will Löw im Team, aber auch in Deutschland das bisher eher auf Sparflamme brennende EM-Feuer stärker entfachen.

Doch im Gegensatz zur Zeit vor der WM 2006 unter Jürgen Klinsmann wird Löw das Interesse wohl erst im Vorbereitungs-Endspurt vom 19. Mai an entfachen können.

"Genau wie vor zwei Jahren werden die Vorbereitung und der Turnier-Start das Wichtigste sein", erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Alles was jetzt laufe, die Diskussion um die Form der Nationalspieler oder die Prioritäten auf Meisterschaft und Europacup, gehöre einfach zum Fußball. "Deshalb bin ich relativ ruhig, das war ich vor der WM nicht", sagte Zwanziger.

Damals stand das DFB-Team allein wegen der Reizfigur Klinsmann schon Monate vor dem Heimturnier im Fokus der Öffentlichkeit.

 Zwanziger traut Löw alles zu

"Das muss jetzt auch gar nicht so sein", meinte der DFB-Chef, der Löw eine ähnlich punktgenaue Vorbereitung auf den Saison-Höhepunkt zutraut, wie sie dessen Vorgänger hinbekommen hatte: "Joachim Löw hat die gleichen Voraussetzungen wie Klinsmann."

Die derzeitige Situation - unter anderem geprägt durch die Formschwäche und die Verletzungen einer Reihe von WM-Leistungsträgern - lasse keinesfalls den Schluss zu, dass man vielleicht zu gelassen oder gar leichtfertig damit umgehe.

 Ballack fordet maximalen Einsatz

"Dennoch heißt es, dass die Mannschaft schon jetzt gegen die Schweiz wieder eine Spannung aufbauen muss", betonte Zwanziger.

"Wir müssen vor der EM nochmals ein richtig gutes Spiel beim Gastgeber abliefern, wir müssen ein Zeichen setzen", forderte auch Kapitän Michael Ballack in der "Sport Bild" schon jetzt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Wien-Auftritt.

"Jeder Einzelne sollte da seinen Anspruch und seinen Standpunkt vertreten, denn er will ja dabei sein", ergänzte Ballack in der "B.Z.".

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