Donnerstag, 27.03.2008

Schweiz vs. Deutschland: Die Stimmen

"Intensiver, aggressiver, organisierter"

Basel - Die deutsche Nationalmannschaft hat das prestigeträchtige Länderspiel in der Schweiz klar mit 4:0 gewonnen. Dementsprechend fielen auch die Reaktionen der Verantwortlichen aus - mit der Ausnahme des Schweizer Nationaltrainers. Die Stimmen zum Spiel.

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Philipp Lahm: "Heute war die Laufbereitschaft da. Jeder hat sich bewegt, jeder war anspielbereit und hat für den anderen gekämpft. Insgesamt waren wir sehr gut organisiert. Wir können uns aber noch steigern, wenn wir länger miteinander trainieren - dann werden wir bei der EM eine noch bessere Mannschaft als heute sehen."

Mario Gomez: "Wir wollten das Spiel gewinnen, haben es mit 4:0 gewonnen, also war es gelungen. Wir wussten, dass die letzten Spiele nicht berauschend waren, weil einfach zu wenig Bewegung war - also waren wir gewillt, die Zweikämpfe zu gewinnen und zu marschieren und das wurde belohnt. Spätestens bei der EM werden wir sehen, wer im Sturm spielt."

Michael Ballack: "Wir waren viel aggressiver, die Laufbereitschaft hat gestimmt, wir haben früh attackiert und haben durch unsere Zweikampfstärke die Schweizer nicht ins Spiel kommen lassen. Insgesamt war es eine sehr gute Leistung und wir waren immer torgefährlich. Die Schweizer wollen ja Europameister werden und deshalb ist das ein sehr gutes Ergebnis."

Heiko Westermann: "Nach dem letzten Spiel in Österreich war das heute sehr wichtig für unser Selbstvertrauen und dass wir uns wieder gefunden haben. Wir haben einfach die richtige Antwort auf dem Platz gegeben. Ich selbst bin froh, dass ich nach dem ersten eher schlechten Spiel meine zweite Chance bekommen habe. Die Mannschaft hat mir dabei sehr geholfen."

Bundestrainer Joachim Löw: "Wir haben von Beginn an sehr konzentriert und organisiert gespielt und können insgesamt zufrieden sein. Wir waren auch nach dem Spiel in Österreich völlig unaufgeregt, weil wir wussten, dass wir eben einfach schlecht gespielt haben. Deshalb war klar, dass wir heute eben viel intensiver, aggressiver und organisierter zu Werke gehen müssen und die Mannschaft hat das sehr gut umgesetzt.

Die Schweizer haben gute, junge Spieler und bei der EM werden wir eine andere, bessere Schweizer Mannschaft sehen.

Man hat gesehen, dass sich Lukas Podolski wieder viel mehr auch ohne Ball bewegt und lebendiger agiert, was er eine Zeit lang nicht so umgesetzt hat. Und das bringt ihn dann eben auch in torgefährliche Situationen. Ich bin froh, dass ich im Sturm solche Möglichkeiten habe und bei der EM wirklich variieren kann. Mario Gomez hat heute auch beeindruckend gezeigt, welche Torgefahr von ihm ausgeht.

Wir haben uns von diesem Spiel einige Antworten auf offene Fragen erwartet, denn das war die letzte Möglichkeit der Orientierung und der Wettbewerbsfähigkeit. Wir haben der Mannschaft gesagt, dass dies die letzte Chance ist, sich als Mannschaft und einzeln für die EM zu präsentieren - so eine Art Qualifikationsspiel für jeden Spieler. Und einige haben ihre Sache heute wirklich sehr engagiert gemacht - zum Beispiel Heiko Westermann, der ohne Foulspiel auskam, schnell im Zweikampf war und ein gutes Stellungsspiel hatte.

Jens Lehmann war sicher und hatte wieder eine sehr gute Ausstrahlung. Er war konzentriert und hat die Abwehr gut organisiert."

Köbi Kuhn (Schweizer Nationaltrainer): "Wir haben gegen eine deutsche Mannschaft gespielt, die in allen Belangen überlegen war. Wir haben allerdings auch bei einigen Ballverlusten kräftig mitgeholfen. Da gibt es nichts schön zu reden. Das war fast amateurhaft. Gewollt hätten wir, haben aber nicht gekonnt - das ist schmerzlich, aber ich kann der deutschen Mannschaft nur gratulieren. In der Verfassung der deutschen Mannschaft heute wird es schwer sein, sie bei der EM zu schlagen."

SPOX

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