Jones und Westermann: EM-Tür offen

SID
Montag, 04.02.2008 | 15:42 Uhr
Jermaine Jones
© Getty
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Frankfurt/Main - Die Königsblauen Jermaine Jones (im Bild) und Heiko Westermann hoffen auf eine rosarote EM-Wolke. Die erstmalige Berufung in die Nationalmannschaft soll für das Schalker Duo nur ein Anfang sein.

Dass sich mit der Nominierung für das Test-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch in Österreich auch die EM-Tür zumindest einen Spalt geöffnet hat, bleibt erst einmal ein Nebenaspekt.

"Das war immer ein Ziel, auf das ich hingearbeitet habe, einmal vorzuspielen bei der Nationalmannschaft", erklärte der 26 Jahre alte Jones, der genau wie Westermann (24) nicht mehr zur ganz jungen deutschen Profi-Generation gehört. "Ich hätte es nicht mehr erwartet in diesem Jahr", gestand der Defensiv-Spezialist Westermann.

"Längerfristig beobachtet"

"Das ist nicht aus der Not heraus geboren, beide Spieler sind schon längerfristig von den Trainern beobachtet worden", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff am Montag, als sich beide möglichen Länderspiel-Debütanten in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Medien präsentierten.

Bei einem Einsatz im Prater-Stadion wären Westermann und Jones die Debütanten Nummer 15 und 16 in der Ära von Joachim Löw. Als letzten von bisher 14 Neulingen hatte der Bundestrainer vor fünf Monaten Christian Pander ebenfalls von Schalke 04 im Spiel gegen England (2:1) eingesetzt.

"Beide haben sich ihre Nominierung durch die konstant guten Leistungen bei Schalke verdient", betonte Löw.

Unendliche Leidensgeschichte 

Jones war schon Ende vergangenen Jahres in den Kreis der Elite eingeladen. Doch wie so oft in der Vergangenheit machte dem Sohn eines US-amerikanischen Soldaten und einer deutschen Mutter eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung.

Seine schier unendliche Leidensgeschichte wollte der Ex-Frankfurter nach der zweiten Berufung nicht mehr aufwärmen: "Das ist alles Vergangenheit."

Vielmehr sieht er die Einladung als "Belohnung" dafür, "dass die ganze Arbeit nach den Verletzungen nicht umsonst war". Die kleine EM-Chance für Jones könnte mit aus seiner Position resultieren, der defensive Mittelfeldmann gilt als möglicher Ersatz für den derzeit verletzten Torsten Frings. "Er ist eine Alternative", bestätigte Löw.

Bierhoff macht Mut

Auch Westermann, im Sommer 2007 aus Bielfeld zu Schalke gekommen und dort sofort Stammkraft, profitiert mit von der Verletzungs-Misere in der Verteidigung. Der Pluspunkt des gebürtigen Unterfranken ist seine Vielseitigkeit in der Abwehr: "Ich kann alle vier Positionen spielen und habe sie schon gespielt."

Zudem hat Westermann noch Offensiv-Blut aus seiner Jugendzeit als Stürmer im Blut. "Ich bin auf jeden Fall gelernter Innenverteidiger. Aber ich fühle mich derzeit bei Schalke auf Links sehr wohl, weil ich da auch nach vorne viel machen kann", sagte der ehemalige Fürther, der in seinen 83 Bundesliga-Spielen immerhin schon acht Tore markierte - das letzte davon erst am Sonntag beim 4:1 gegen Meister Stuttgart.

"Wir haben bei der WM gesehen, dass jemand noch zwei Tage vor der Kader-Nominierung auf den Zug aufspringen kann", sagte Bierhoff und machte dem Schalker Duo damit Mut. Westermann und Jones möchten gern der neue David Odonkor sein, der 2006 das Last-Minute-Ticket gebucht hatte.

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