Ballack vor Länderspiel-Comeback

Neues Ego, alte Wunden

Von Stefan Moser
Montag, 04.02.2008 | 17:29 Uhr
Ballack, Löw, Trochowski, Lahm
© Getty
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Watford -
Brighton
Premier League
Crystal Palace -
Swansea (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Superliga
Nordsjälland -
Kopenhagen
Primera División
Espanyol -
Leganes
Primera División
Eibar -
Bilbao
Premier League
Zenit -
Rostow
Super Liga
Roter Stern -
Partizan
Premier League
Tottenham -
Burnley
Primera División
Getafe -
Sevilla
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Kolumbien
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile
WC Qualification South America
Kolumbien -
Brasilien
WC Qualification South America
Ecuador -
Peru
WC Qualification South America
Paraguay -
Uruguay
WC Qualification South America
Argentina -
Venezuela

München - Auf dem schmalen Grat zwischen Zweifel und Verzweiflung ist Michael Ballack erwachsen geworden. Und glaubt man den Aussagen seiner Vorgesetzten, dann ist der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in London sogar zum Weltmann gereift.

"Er hat mehr Ausstrahlung und Charisma, ist zu einer Persönlichkeit geworden und übt positiven Einfluss aus. Er hat an Entschlusskraft und Selbstvertrauen gewonnen", sagte Joachim Löw am Montag im "Kicker".

Zum ersten Mal seit knapp einem Jahr kann der Bundestrainer beim Testspiel in Österreich zum Auftakt ins EM-Jahr 2008 wieder auf Ballack  (im Bild bei einem Werbe-Shooting) zurückgreifen. Angesichts der personellen Engpässe im DFB-Team eine unüberhörbar große Erleichterung.

"Gerade bei Ballack ist es wichtig, dass er zurückkehrt. Fußballerisch ist er ohnehin kaum zu ersetzen, außerdem hat er die Führungsrolle. Er weiß, was die Mannschaft braucht", so Löw.

Endlich ein Chef

Erst sieben Pflichtspiele hat Ballack seit seinem Comeback im Dezember nach zehnmonatiger Verletzungspause absolviert. Doch für den Bundestrainer ist er der unumstrittene Chef seiner Mannschaft.

Eine Rolle, in die der 31-Jährige nur mühsam hineingewachsen ist. Vor allem in seiner Zeit bei den Bayern sah sich Ballack immer wieder der Kritik von Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge ausgesetzt, es fehle ihm in entscheidenden Momenten an Führungsqualitäten.

Doch der Wechsel nach England zum FC Chelsea war "für Michael ein großer Sprung in der Charakterbildung", stellt auch DFB-Manager Oliver Bierhoff fest und fordert: "Er muss auch außerhalb des Feldes die Stimme der Mannschaft vertreten."

Ballack will egoistischer sein

Ballack selbst beschreibt seine persönliche Entwicklung in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" so: "Ich habe erkannt, dass es wichtig ist, hin und wieder dominanter und egoistischer zu sein, um anerkannt zu werden."

Quälende zehn Monate hatte der deutsche Hoffnungsträger Zeit, um diese Erkenntnis reifen zu lassen. Zehn Monate der Ungewissheit, in der eine nach wie vor mysteriöse Knöchelverletzung Ballack zwischenzeitlich sogar dazu zwang, über ein Karriere-Ende nachzudenken.

"Es war frustrierend", erzählt er von den eigenen Zweifeln, "denn niemand konnte mir nach zwei Eingriffen sagen, wann ich wieder spielen kann. Es hieß immer nur: Warte noch eine Woche und noch eine und noch eine."

"War's das jetzt?"

Hinzu kam die unsägliche Diskussion über Sinn und Unsinn der Operation, die Ballack - so die Version der Chelsea-Verantwortlichen - ohne Rücksprache in München bei Dr. Müller-Wohlfahrt vornehmen ließ. Schließlich wurde der Mittelfeldspieler noch aus dem Londoner Aufgebot für die Champions-League-Gruppenphase gestrichen.

Und irgendwann, so Ballack, dachte er schließlich: "Mann, ich bin 31. War's das jetzt?" War es nicht. Nach einem Kurzeinsatz im Pokal gab Ballack am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Aston Villa sein Comeback in der Premier League.

Frank Lampard musste nach einer knappen halben Stunde verletzt vom Feld, also schickte Chelsea-Coach Avram Grant den Deutschen - früher als geplant - ins Rennen. Beim Stand von 0:1 übernahm Ballack in einer reichlich kuriosen Partie sofort Verantwortung und erzielte mit einem direkten Freistoß das 4:3 für die Londoner (Endstand 4:4).

"Star-Man" mit Turban

Seither spielte er sechsmal in Folge von Beginn an, Grant machte ihn in Abwesenheit von Lampard, John Terry und Petr Cech sogar zum Kapitän. Ballack zahlte das Vertrauen zurück und erzielte weitere zwei Tore - beide Male war es der wichtige Siegtreffer für Chelsea.

Die englische Presse feierte den einst ungeliebten Deutschen prompt als "Star-Man" und lobte seine "deutsche Effizienz". Nachdem er am letzten Spieltag in Portsmouth fast eine komplette Halbzeit mit frisch genähter Platzwunde unter einem hübschen Turban durchspielte, wurde er sogar das Image des Zimperlichen los. Folgerichtig nominierte Grant ihn nun auch für die kommenden Spiele in der Champions-League.

Die Sache mit der Wade

Sportlich profitiert Ballack beim FC Chelsea im Moment sicher von der Londoner Personalmisere. Neben den Verletzten fehlen auch noch Leistungsträger wie Michael Essien und Didier Drogba, die mit ihren Ländermannschaften beim Afrika-Cup in Ghana spielen.

So muss Ballack fast zwangsläufig Verantwortung übernehmen - auch wenn er spielerisch noch nicht die dominante Rolle spielt, wie er es teilweise in der Nationalmannschaft oder bei den Bayern zeigte.

Zudem muss sich erst noch zeigen, wie sein Körper, der mehr oder weniger von Null auf Hundert wieder auf Hochtouren funktionieren muss, auf die Belastung reagieren wird.

Im Liga-Pokal jedenfalls musste Ballack bereits aufgrund einer - für ihn typischen - Wadenverhärtung für zwei Spiele pausieren. Dieselbe Verletzung, die ihn auch am Montag wieder am Training mit Nationalmannschaft hinderte.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung