Brennpunkte im DFB-Team

Versteckte Botschaften

Von Stefan Rommel
Mittwoch, 06.02.2008 | 14:40 Uhr
Schweinsteiger, Podolski
© Imago
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München - Ach, wie herrlich. Österreich gegen Deutschland. Ösi gegen Piefke. Hicke gegen Jogi. Ivanschitz gegen Ballack (ab 20.30 Uhr im SPOX-TICKER).

Und natürlich Cordoba. Immer und überall. Das größte Wunder österreichischer Fußballgeschichte, das in Wahrheit das größte Übel der Alpenrepublik ist. Ähnlich wie der Fluch des Wembleytors für die Engländer.

Die Cordobaisierung kennt kaum noch Grenzen. Das ganze Land ist narrisch, wie Andi Herzog SPOX.com verriet. Auch die 50.000 im Ernst-Happel-Stadion werden narrisch sein. Schön dem großen Bruder wieder mal eins auswischen.

Wird aber wohl nichts werden. "Wir sind klarer Außenseiter", hat Teamchef Peppi Hickersberger einer drohenden Niederlage vorauseilend schon mal durchklingen lassen.

Versteckte Botschaften

Andererseits: Auch bei der deutschen Mannschaft hakt es gewaltig. Die Hälfte der Etablierten ist oder war bis vor kurzem verletzt, die andere Hälfte sucht nach ihrer Form.

Angesichts der Tatsache, dass Bundestrainer Jogi Löw bis zur Benennung des Kaders nur noch 180 Spielminuten bleiben, ist in der ersten Elf heute unterschwellig auch die ein oder andere Botschaft versteckt.

SPOX sucht den Lichtschalter in dunkler Nacht und kümmert sich um vier neuralgische Stellen.


Rechter Verteidiger

Ein zweiter Mann hinter dem wohl gesetzten Arne Friedrich wird gesucht. Gonzalo Castro bekommt gegen Österreich noch eine Chance. Der Leverkusener konnte zuletzt gegen Wales nicht überzeugen und weiß sehr wohl, dass ihm mit Roberto Hilbert und neuerdings auch Heiko Westermann zwei Spieler im Nacken sitzen.

Ein letzter Gnadendienst von Löw für Castro, aber auch ein Fingerzeig. "Letzte Chance für Dich, zeig' was!" Vor allem Westermann - Hilbert ist erwiesenermaßen im Mittelfeld besser aufgehoben - dürfte in den kommenden Wochen mächtig Druck auf Castro machen.

Der Schalker fährt im Gegensatz zum Leverkusener eindeutig auf der Überholspur. Westermann wird sehr wahrscheinlich auch zumindest eine Halbzeit zum Zuge kommen. Ein direkter Vergleich zwischen beiden wäre durchaus zulässig.

Zentrales defensives Mittelfeld

Seit Mitte der 90er Jahre plötzlich die Lieblingsposition aller selbsternannter Experten. Und beim DFB bei Torsten Frings in guten Händen.

Nur ist der dauerverletzt, also dürfen sich andere in den Vordergrund spielen. Thomas Hitzlsperger hat das in der EM-Quali in Wales schon prächtig vorgemacht. Der Stuttgarter fängt heute im Zentrum an.

Bleiben noch Simon Rolfes und Jermaine Jones. Rolfes mausert sich in Leverkusen immer mehr zum bestimmenden Spieler, in der Nationalelf aber fehlt bisher der Punch. Der Platz auf der Ersatzbank (trotz Frings' Ausfall) sollte Rolfes zu denken geben.

Und Jermaine Jones erst! Als Typ kompletter und aggressiver als Rolfes. Weiß aber auch ganz genau, dass er als Neuling nur zwei Spiele lang die Möglichkeit hat, sich als unverzichtbar anzupreisen. Wird heute seine Einsatzzeit bekommen und sollte dann das zeigen, was er kann: Augen zu und drauf!

Halblinkes Mittelfeld

Ausnahmsweise ist der etatmäßige Spieler hier mal nicht verletzt. Er ist nur nicht etatmäßig gut drauf. Trotzdem wirft der Bundestrainer Bastian Schweinsteiger von Beginn an ins Rennen.

Der Münchener hat erhebliche Probleme im Verein, da könnte die Nationalelf wie schon bei etlichen namhaften Vorgängern zum Hort der Besinnung auf alte Stärken werden. So in etwa dürfte auch Löws Kalkül aussehen. Außerdem steht bis auf Frings nach etlichen Monaten wieder das WM-Mittelfeld auf dem Platz. Einspielen ist angesagt.

Streithansel Nummer eins auf der Schweini-Position ist Piotr Trochowski. Der Hamburger trägt allerdings das selbe Bündel mit sich rum wie Simon Rolfes. Wirklich überzeugt hat er im DFB-Dress bisher noch nicht. Hitzlsperger wäre noch eine Alternative, wenn er nicht gerade in der Zentrale aufräumen muss.

Oder, wie das Zypern-Spiel deutlich gezeigt hat, auch noch Lukas Podolski. Wobei wir bei Punkt 4 wären...

Angriff

Platz zwei neben dem unumstrittenen Miro Klose ist zu vergeben. Löw hat sich gegen Österreich für Kevin Kuranyi entschieden. Und damit hauchdünn gegen Mario Gomez.

Und Podolski? "Bei Lukas Podolski tendiere ich dazu, ihn nicht von Beginn an zu bringen, weil nach seiner Verletzung die Kraft für 90 Minuten vielleicht noch nicht reicht", sagt Löw und lässt den Bayern nach dessen Bandscheibenvorfall draußen.

So ganz griffig ist die Argumentation allerdings nicht, schließlich lag Kuranyi mit einer Lungenetzündung flach. Und was bei Schweinsteiger noch klappen soll, nämlich Spielpraxis über die Nationalmannschaft zu erwerben, traut er Poldi offenbar nicht in dem Maße zu.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Österreich: Manninger - Garics, Stranzl, Prödl, Pogatetz - Standfest, Prager, Aufhauser, Leitgeb, Ivanschitz - Linz

Deutschland: Lehmann - Castro, Mertesacker, Manuel Friedrich, Lahm - Schneider, Ballack, Hitzlsperger, Schweinsteiger - Klose, Kuranyi

Schiedsrichter: Dondarini (Italien)

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