Patrioten in Karos

Von Florian Bogner
Sonntag, 02.12.2007 | 13:00 Uhr
© Getty
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München - Denkt man an Slaven Bilic als Spieler, denkt man in erster Linie an kompromisslosen Einsatz und die ein oder andere Grätsche an der Grenze des Erlaubten.

Umso erstaunlicher ist es, dass Kroatiens Nationalteam (die besten Bilder in der SPOX-DIASHOW) unter dem Trainer Bilic ein Vorbild an Disziplin und Fairness geworden ist. In der gesamten EM-Qualifikation, die man in der Gruppe E vor Russland und England mit nur einer Niederlage als Erster abschloss, erlaubten sich Sukers Erben gerade mal sieben Gelbe Karten und kassierten nur acht Tore.

"Nicht nur als ehemaliger Verteidiger bin ich darauf stolz, sondern auch, weil eine gute Abwehr die Basis für jede erfolgreiche Mannschaft ist", meint Bilic. Wer vermutet, Bilic lasse deshalb sehr defensiv agieren, der irrt. "Wir spielen Angriffsfußball", sagt der 39-Jährige. "Mehr als die Hälfte unserer Mannschaft ist offensiv ausgerichtet, und wir können das, weil wir eine gute Abwehr haben."

Europas Aha-Erlebnis in Wembley

Ganz Europa hatte sein Aha-Erlebnis, als die schon qualifizierten Kroaten am letzten Spieltag der Quali in Wembley mit 3:2 triumphierten und dem Mutterland damit den Gar aus machten. "So ist das, wenn man Patriot ist. Wir haben alles für unser Land gegeben. So etwas passiert heute leider viel zu selten", meinte Hertha-Verteidiger Josip Simunic hinterher.

Auf dem Flughafen von Zagreb wurden die Spieler anschließen von Zehntausenden Fans wie die kommenden Europameister gefeiert. Bilic: "Diese Nationalmannschaft hat Kultstatus erreicht."

Der Nachteil: Die Erwartungshaltung in Kroatien (alle Informationen zum WM-Dritten von 1998) ist groß - daran sind die Patrioten in den Karos bei den letzten drei großen Turnieren bereits in der Vorrunde gescheitert. Das letzte Mal, das die K.o.-Runde bei einem Turnier erreicht wurde, war gleichzeitig der größte Erfolg: Platz drei bei der WM 1998.

Stärken:

Unter Bilics Vorgängern neigten die technisch versierten Kroaten gerne mal zu Überheblichkeit und dazu, den Gegner auch bei nur knappen Führungen vorführen zu wollen. Das hat der ehemalige Karlsruher seinem Team ausgetrieben.

Neben der sicheren Defensive, die mit Dario Simic und Verdran Corluka auf den Außen, sowie den Bundesliga-Innenverteidigern Robert Kovac und eben Simunic eingespielt ist, setzt vor allem das Offensiv-Trio mit Luca Modric, Ivica Olic und Eduardo da Silva Glanzpunkte.

Letzterer war mit 10 Treffern zweitbester Torschütze der Qualifikation und hat mit seinen 24 Jahren noch Luft nach oben. "Eduardo kann überall in der Welt spielen, er ist Weltklasse, aber zu Arsenal zu wechseln, das war eine fantastische Entscheidung", begrüßt Bilic den Schritt seines Stürmers, vor der Saison nach England zu wechseln.

Schwächen:

Torwart Stipe Pletikosa von Spartak Moskau hat allenfalls mittleres Niveau, Ersatzmann Vedran Runje nicht mal das. Tomislav Butina - bei der letzten EM noch Stammkeeper - sitzt bei Olympiakos Piräus nur auf der Bank.

Die Verteidigung ist zwar sehr abgeklärt und international erfahren, Simunic (29), Kovac (33) und Rekordnationalspieler Simic (32) gehören aber bei weitem nicht mehr zu den Schnellsten. Auch Kapitän Niko Kovac hat seinen Zenit bereits hinter sich und hat seinen Rücktritt nach der EM bereits angekündigt.

Bilics erste Elf steht und bietet wenig Platz für Alternativen. Außer Mladen Petric, der mit sieben Toren in zehn Spielen überzeugte, kommt nicht viel von der Bank. Fällt einer der Schlüsselspieler zur EM aus, wird es eng.

Taktik:

Bilic lässt sein 4-4-2 mit Raute gerne vertikal spielen, über wenige Stationen wird der Ball meist auf die wendigen und blitzschnellen Modric oder Eduardo gespielt. Modric ist im Mittelfeld mit allen Freiheiten ausgestattet, Niko Kovac hält ihm den Rücken frei.

Die restlichen zwei Mittelfeldspieler Dario Srna und Niko Kranjcar denken ebenfalls sehr offensiv. Da Silva lässt sich als Stürmer gerne fallen, um aus dem Mittelfeld heraus den entscheidenden Pass zu spielen, während Olics Hauptaufgabe darin besteht Räume zu reißen und den gegnerischen Strafraum zu beackern, ähnlich wie er es beim Hamburger SV tut.

Kroatien in Zahlen:

Erfolge: WM-Dritter 1998, Viertelfinale EM 1996
EM-Teilnahmen (2): 1996, 2008
WM-Teilnahmen (3): 1998, 2002, 2006
Bilanz gegen Deutschland: 7 Spiele, 1 Sieg, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 8:17 Tore
Letztes Duell: 18. Februar 2004 in Split (1:2)
FIFA-Weltrangliste: Platz 10 (Stand: November 2007)

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