Porträt Griechenland

Verjüngt und wieder hungrig

Von Thomas Gaber
Sonntag, 02.12.2007 | 13:00 Uhr
griechenland, team
© Getty
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München - 12. Juni 2004. Griechenland besiegt im Eröffnungsspiel der EM 2004 Gastgeber Portugal mit 2:1. So richtig ernst wurde die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel dennoch nicht genommen. Ein fataler Fehler.

Der unterschätzte Außenseiter holte sich den Titel durch Angelos Charisteas' Siegtor im Finale gegen Portugal.

Wer die Qualifikation für die Titelkämpfe in Österreich und der Schweiz verfolgt hat, wird diesen Fehler kein zweites Mal begehen. Griechenland holte mit 31 Punkten die meisten aller Bewerber für die 14 Endrunden-Plätze.

"Die Griechen werden auch 2008 eine gute Rolle spielen. Sie können definitiv für die eine oder andere Überraschung sorgen", sagte Ewald Lienen, Trainer von Panonios Athen im Gespräch mit SPOX.com

Stärken:

Die Griechen haben ein eingespieltes Team. Mit Torhüter Antonios Nikopolidis, Abwehrspieler Giourkas Seitaridis, den Mittelfeldmännern Giorgios Karagounis, Kostas Katsouranis und Angelos Basinas sowie Stürmer Angelos Charisteas gehören sechs Europameister zum Stammpersonal.

"Otto Rehhagel setzt sehr viel auf Kontinuität. Der Stamm ist gleich geblieben. Die Mannschaft lebt von ihrer Geschlossenheit", sagt Lienen.

Rehhagel hat die oft als "Opa-Elf" verspottete Mannschaft sukzessive verjüngt. Verteidiger Vassilios Torosidis von Olympiakos Piräus hat sich mit seinen 22 Jahren einen Stammplatz in der Nationalmannschaft erkämpft. Die Mittelfeldspieler Alexandros Tziolis (22/Panathinaikos Athen) und Georgios Samaras (22/Manchester City) machen Druck auf die Etablierten.

25 Tore, zehn Schützen 

Rehhagel verfügt über eine Vielzahl an torgefährlichen Spielern. Die 25 Tore im der EM-Quali verteilen sich auf zehn Schützen. Sechs Treffer erzielten allein Abwehrspieler. "Sie sind sehr gefährlich bei Standardsituationen", weiß Lienen.

Dass die meisten Spieler im Ausland aktiv sind, kommt der Nationalmannschaft laut Lienen zugute. "Sie spielen in stärkeren Ligen wie der Bundesliga oder der Premier League und werden dort anders gefordert. Trotzdem ist das Niveau in der griechischen Liga besser geworden, was man an den Auftritten von Olympiakos Piräus in der Champions League sieht. Die Nationalmannschaft profitiert von beidem."

Schwächen:

Weder Nikopolidis noch Vertreter Konstantinos Chalkias haben gehobenes internationales Niveau. Rehhagel hat sich noch nicht für eine feste Nummer eins entschieden.

Die Mannschaft benötigt zu viele Chancen für ein Tor. "Sie versäumen häufig, ein Spiel rechtzeitig zu entscheiden. Vor allem Theofanis Gekas vergibt zu viele Möglichkeiten", sagt Ewald Lienen.

Taktik:

In der Regel lässt Rehhagel ein 4-4-2-System spielen mit defensiver Grundausrichtung. Aus dem Mittelfeld werden die Stürmer wahlweise von Katsouranis oder Basinas unterstützt.

Beim entscheidenden 1:0-Sieg in der Türkei überraschte Otto mit einem offensiven 4-4-3-System mit den Bundesliga-Stürmern Gekas (Leverkusen) und Amanatidis (Frankfurt) auf den Außenpositionen und Charisteas (Nürnberg) im Zentrum.

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