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Italien schockt DFB zum Auftakt

Montag, 11.07.2016 | 13:50 Uhr
Die Spieler hatten in Stuttgart mit hohen Temperaturen zu kämpfen
© getty
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Deutschlands U19 ist mit einer Pleite in die Heim-Europameisterschaft gestartet. Das Team von Coach Guido Streichsbier unterlag Italien in der Gruppe A mit 0:1 (0:0).

Vor 54.689 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena machte Deutschland über 90 Minuten das Spiel und kreierte zahlreiche Chancen. Federico Dimarco (77.) schockte das DFB-Team allerdings spät, indem er einen Handelfmeter verwandelte.

Das Spiel fand vor einer Rekordkulisse statt. Noch nie besuchten so viele Zuschauer ein Junioren-Nationalspiel.

Deutschland steht vor dem nächsten Gruppenspiel gegen Portugal am Donnerstag somit bereits mit dem Rücken zur Wand. Im Parallelspiel der Gruppe A stehen sich am Abend Portugal und Österreich gegenüber.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Keine großen Überraschungen im Team von DFB-Trainer Guido Streichsbier. Fechner, der auch in der Abwehr spielen kann, startet auf der Doppelsechs an der Seite von Henrichs. Dadurch rutscht Serdar eine Reihe weiter nach vorne. Ganz vorne bekommt der junge Serra den Vorzug vor Teuchert.

Wie gewohnt schickt Italiens Trainer Paolo Vanoli sein Team in einem 4-4-2 ins Spiel. Viel wird sich bei der Squadra Azzurra auf zwei Akteure konzentrieren: Manuel Locatelli (AC Milan) lenkt und gestaltet das Spiel im Zentrum, links hinten verteidigt Inters Federico Dimarco.

9.: Ein Eckball kommt an den kurzen Pfosten, Serra steigt hoch und kommt vor Torwart Meret zum Kopfball, setzt ihn aber knapp neben den Pfosten. Da sah der Keeper nicht gut aus.

14.: Ochs bekommt den Ball rechts vor dem Strafraum, legt ihn nach innen und zieht flach mit links ab, Meret ist schnell unten und fischt das Ding aus der Ecke.

15.: Stürmer Serra kommt nach guter Flanke ganz alleine vor dem Tor zum Kopfball, doch Meret zeigt einen ganz starken Reflex und lenkt den Ball über die Latte!

56.: Nach einem Eckball kommt der Ball über Umwege auf Serra, der aus wenigen Metern per Kopf abschließt. Meret muss sich langmachen und kratzt das Ding gerade noch von der Linie. Der Keeper hält Italien erneut mit einer starken Parade im Spiel.

65.: Nach gutem Anspiel von Henrichs in den Strafraum setzt sich Ochs im Dribbling durch und zieht ab, doch der überragende Meret ist auch diesmal nicht zu bezwingen und lenkt den Schuss erneut um den Pfosten.

66.: Nach einer Flanke von links wird Meret von einem Mitspieler irritiert und greift am Ball vorbei. Ochs kommt frei an die Kugel und zieht sofort ab, doch Meret macht seinen Fehler wieder gut und wehrt den Schuss starkt ab.

71.: Bei einer flachen Hereingabe von rechts ist Teuchert am ersten Pfosten zur Stelle, sein Abschluss wird aber von einem Gegenspieler abgefälscht und geht neben den Pfosten ins Aus.

76.: Erneut pariert Meret eine deutsche Chance, beim folgenden Konter wird die deutsche Abwehr in Unterzahl erwischt. Reimann ist geschlagen, Fechner wehrt einen Schuss mit dem Unterarm ab und sieht die Gelbe Karte.

77., 0:1, Dimarco (HE): Der italienische Linksverteidiger Dimarco tritt an und setzt den Ball trocken halbhoch in die rechte Ecke. Reimann ist in der richtigen Ecke, doch der Ball ist zu genau geschossen.

Fazit: Deutschland rannte über die komplette Spielzeit an und hatte unzählige Großchancen. Das Tor wollte jedoch nicht fallen. Italien kam eigentlich nur einmal gefährlich vor den gegnerischen Kasten - und erzielte dann das Tor.

Der Star des Spiels: Alex Meret. Deutschland spielte 90 Minuten auf sein Tor, aber der Keeper war immer wieder zur Stelle und vernagelte seinen Kasten. Hatte am Ende zehn Paraden auf seinem Konto und ebnete seiner Elf den Weg zum Sieg. Auch stark und typisch italienisch: Linksverteidiger und Torschütze Federico Dimarco.

Der Flop des Spiels: Simone Minelli. Sah gegen die beiden zweikampfstarken deutschen Innenverteidiger Gimber und Boeder überhaupt kein Land. Schaffte es weder Bälle zu halten noch sie effektiv zu verteilen. Nach 58 Minuten hatte sein Coach genug gesehen und wechselte den Stürmer aus.

Der Schiedsrichter: Alejandro Hernandez (Spanien). Hatte zunächst wenig Probleme mit der durchweg fairen Partie. Erst als das Spiel in der Schlussphase hektischer wurde, griff er gut ein. Den Elfmeter zu geben, war die richtige Entscheidung.

Das fiel auf:

  • Deutschland, das defensiv in einem 4-4-2 agierte, attackierte extrem früh. Die beiden Stürmer Serra und Ochs liefen die gegnerischen Innenverteidiger meist bereits am Strafraum an. Stand die DFB-Elf etwas tiefer, kam von Mittelfeldlenker Henrichs sofort das Signal, weiter rauszuschieben. Das frühe Pressing entwickelte sich als probates Mittel. Die italienische Hintermannschaft schaffte es kaum, einen Angriff von hinten zu initiieren.
  • Die DFB-Elf zeigte sich in den Zweikämpfen deutlich bissiger und präsenter. Speziell im Vierermittelfeld gewann Deutschland fast alle entscheidenden direkten Duelle. Die Squadra Azzurra kam somit fast kaum gefährlich in Strafraumnähe.
  • Sobald das deutsche Team den Ball eroberte, ging es oft schnell nach vorne. Statt kontrolliert über die Außen zu spielen, folgte auf den Ballgewinn fast immer ein hoher Chipball. Ganz vorne wurde dabei immer wieder Sturmtank Serra gesucht. Einen kontrollierten und strukturierten Spielaufbau gab's kaum.
  • Erst nach der Halbzeit stellte das deutsche Team um. Durch die Einwechslung von Teuchert wurde das Spiel etwas flexibler. Die Außen wurden deutlich besser ins Spiel eingebunden. Henrichs, der in den ersten 45. Minuten offensiv kaum präsent war, schaltete sich immer wieder gut in die Offensive ein und schuf durch sein Verschieben oft ein Übergewicht auf dem Flügel.

Deutschland - Italien: Die Statistik zum Spiel

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