Libero 2.0: Kroos der neue Sammer?

Von Johannes Raif
Dienstag, 07.06.2016 | 19:00 Uhr
Toni Kroos (r.) könnte bei der EM 2016 in die Rolle von Matthias Sammer schlüpfen
© getty
Advertisement
League Cup
Di23.01.
Die Entscheidung: Bristol-ManCity & Chelsea-Arsenal
Copa del Rey
Do25.01.
Derby mit Druck: Dreht Barca den Rückstand?
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Serie A
AC Mailand -
Lazio
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Brom (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur
Primera División
Real Sociedad -
La Coruna
Primera División
Eibar -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Man City
Premiership
Kilmarnock -
Celtic
Championship
Leeds -
Cardiff
Primera División
Real Betis -
Villarreal
Serie A
Sampdoria -
FC Turin
Premier League
Arsenal -
Everton
Primera División
Alaves -
Celta Vigo
Premier League
Man United -
Huddersfield
Primera División
Levante -
Real Madrid
Serie A
Inter Mailand -
Crotone
Premier League
West Brom -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth – Stoke (DELAYED)
Premier League
Brighton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Leicester – Swansea (Delayed)
Primera División
Getafe -
Leganes
Serie A
Hellas Verona -
AS Rom
Serie A
Atalanta -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Florenz
Serie A
Udinese -
AC Mailand
Serie A
Juventus -
Sassuolo
Serie A
Cagliari -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Barcelona
Premier League
Liverpool -
Tottenham
Primera División
Girona -
Bilbao
Primera División
Atletico Madrid -
Valencia
Serie A
Benevento -
Neapel
Ligue 1
Monaco -
Lyon

Mit Beginn der Europameisterschaft 1980 analysierte Opta alle Spiele bei EM-Endrunden. Die gesammelten Daten lassen aussagekräftige Quervergleiche von Stars und Spielweisen von heute und früher zu. In der EM-Serie wird SPOX in den kommenden Tagen einige Einblicke in die Zahlen geben. Heute: Kroos als Sammer 2.0?

1996 feierte Deutschland in England seinen letzten EM-Titel, auch dank des Leaders Matthias Sammer, der als Libero Taktgeber des deutschen Spiels war. Heute gilt die Position im deutschen Fußball als antiquiert, doch bei näherer Betrachtung fällt auf: Auch in der Ära Löw gehört der Antreiber aus der Defensive fest zum System. Bei der Weltmeisterschaft 2014 übernahmen Philipp Lahm und später Bastian Schweinsteiger die Position des mit spielerischen Freiheiten ausgestatteten Aufbauspielers. Bei dieser EM könnte Toni Kroos endgültig in die Rolle hereinwachsen.

Sie nannten ihn "Feuerkopf". Matthias Sammer, Deutschlands Anführer beim Gewinn des EM-Titels 1996, der nicht nur wegen seiner roten Haare, sondern auch aufgrund seines resoluten und lautstarken Auftretens auf dem Platz das Bild des Kämpfers verkörperte. Doch Sammer war 1996 mehr. Klar waren auch die Zweikämpfe eine Stärke des gebürtigen Dresdners. Mit 66.7 Prozent gewonnenen Duellen war er führend im deutschen Team und gehörte auch zu den besten Fünf bei der Endrunde.

Er war aber auch Antreiber und Aufbauspieler Nummer Eins im deutschen Team und brachte es im Turnierverlauf auf 531 Ballaktionen und 421 gespielte Pässe (82.2 Prozent davon erfolgreich). Leistungen, die lange EM-Rekordwerte waren und erst 2012 von der spanischen Tiki-Taka-Passmaschinerie gebrochen wurden.

Parallelen zwischen Libero und Sechser

"Unser 3-5-2-System mit mir als Libero war einzigartig, aber schon nicht mehr auf dem neuesten Stand", erinnerte sich Sammer später an die EM im Mutterland des Fußballs in einer Kolumne bei Zeit Online. Nach dem EM-Erfolg hielten die Bundestrainer Berti Vogts und später Erich Ribbeck dennoch weiter an dem System fest, bis eine überalterte DFB-Auswahl rund um den mittlerweile 39-jährigen Libero Lothar Matthäus bei der Europameisterschaft 2000 ein Debakel erlebte - Sammer hatte seine Karriere zu diesem Zeitpunkt schon als Sportinvalide beenden müssen. Heute ist der Libero im Land des Weltmeisters bloß noch ein Relikt einer längst vergangenen Fußball-Zeit.

Doch blieb diese Rolle, des tief aus der eigenen Hälfte kommenden Spielgestalters, damit unbesetzt im deutschen Spiel? Vergleicht man den modernen Sechser im heutigen deutschen Team mit Sammers Auftritten als Libero damals, zeigen sich durchaus Parallelen. Die Analyse zeigt, dass diese Position sowohl in Spielweise als auch im Aktionsradius auf dem Platz Sammers Auslegung des Liberos ähnelt.

Halbfinal-Aus verhindert Rekorde

Schon bei der Europameisterschaft 2012 ließ sich Bastian Schweinsteiger abgesichert von Sami Khedira auf der Doppelsechs zwischen die Innenverteidiger fallen, um aus der eigenen Hälfte das deutsche Spiel anzukurbeln. Im Schnitt spielte Schweinsteiger 83 Pässe und hatte 94 Ballaktionen bei der EM 2012 und lag damit sogar noch vor Sammer 1996 (70 Pässe bzw. 89 Ballaktionen pro Partie). Das Halbfinal-Aus gegen Italien (1:2) verhinderte aber, dass Schweinsteiger auch Sammers Rekorde von 1996 angreifen konnte.

Zwei Jahre später beim WM-Triumph in Brasilien plagte sich Schweinsteiger zu Turnierbeginn mit Verletzungen herum und musste die zentrale Position im deutschen Mittelfeld zunächst Philipp Lahm überlassen. Erst mit zunehmender Turnierdauer konnte der damalige Bayern-Spieler an die Auftritte bei der Europameisterschaft 2012 anknüpfen.

Seine Leistung krönte der heutige DFB-Kapitän mit einer kämpferisch starken Partie im WM-Finale gegen Argentinien (1:0 n.V.). Die Bilder des teils blutüberströmten Schweinsteiger erinnerten auch optisch an den Kämpfer Sammer.

Heatmap zeigt starke Ähnlichkeiten

Ein Blick auf die Heatmap der beiden Endspiele 1996 und 2014 zeigt, dass sowohl Sammer als auch Schweinsteiger den Box-to-Box-Spieler verkörperten. Was Schweinsteiger gegenüber Sammer aber fehlt, ist die defensive Ausprägung. Weder bei der EM 2012 (55,6 Prozent) noch bei der WM 2014 (53,9 Prozent) kam Schweinsteiger an die starken Zweikampfwerte Sammers heran (66,7 Prozent). Sammer fing dazu noch 19 Bälle ab, was nur Christian Ziege als deutscher Spieler bei einer EM-Endrunde überbot (22, EM 1996).

Schweinsteiger kann hier nicht mithalten (5). War der heutige DFB-Kapitän also einfach nur offensiver geprägt? Bei der Endrunde in England gab Sammer acht Torschüsse ab und erzielte zwei Treffer. Schweinsteiger kam sowohl bei der EM 2012 als auch bei der WM 2014 auf weniger Versuche und ging jeweils leer aus. Wenn man so will, legte Sammer also den komplettesten Auftritt eines deutschen Spielers bei einer EM-Endrunde hin.

Kroos der neue Sammer?

Nun wird Schweinsteiger in diesem Sommer wie schon bei der WM 2014 angeschlagen ins Turnier gehen, womit es erneut eine Umstellung auf dieser Position geben wird. Prädestiniert für die Rolle ist Toni Kroos, der bei der WM 2014 noch links von Schweinsteiger im Mittelfeld agierte und diese Position auch in großen Teilen der Saison bei Real Madrid bekleidete. Unter dem neuen Real-Trainer Zinedine Zidane rutschte Kroos zuletzt aber immer wieder in die zentrale Position - nun geht der 26-Jährige mit dem Selbstvertrauen ins Turnier, als erster Deutscher die Champions League mit zwei Vereinen gewonnen zu haben.

Auch Bundestrainer Jogi Löw plant mit Kroos als zentralem Mann: Kroos brachte es in der EM-Qualifikation als einziger Spieler europaweit auf eine vierstellige Anzahl an Ballaktionen (1287) und Pässen (1108). Dass Kroos' Passgenauigkeit dabei überragend war (93,3 Prozent), überrascht wohl niemanden, doch auch seine 63,7 Prozent gewonnenen Zweikämpfe sprechen dafür, dass Kroos zum Chef in der Zentrale heranwachsen kann.

Egal ob nun Kroos oder Schweinsteiger die Zentrale bekleiden werden, auch 2016 wird die DFB-Auswahl den (heimlichen) Anführer im Spielaufbau für ein erfolgreiches Turnier brauchen. Den "feuerroten", aufbrausenden Leader werden die eher ruhigeren Typen der heutigen DFB-Auswahl aber nicht geben können. Im System der flachen Hierarchien in Löws Mannschaft ist ein Mann a la Sammer nicht mehr vorgesehen, seine spielerische Klasse aber schon.

Alles Informationen zur EM 2016

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung