Opta-Datenserie zur EM, Teil 1

Defensive gewinnt Titel? Von wegen!

Von Johannes Raif
Montag, 06.06.2016 | 20:00 Uhr
Opta hat die Daten der Europameisterschaften seit 1980 ausgewertet
© spox
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

Mit Beginn der Europameisterschaft 1980 analysierte Opta alle Spiele bei EM-Endrunden. Die gesammelten Daten lassen aussagekräftige Quervergleiche von Stars und Spielweisen von heute und früher zu. In der EM-Serie wird SPOX in den kommenden Tagen einige Einblicke in die Zahlen geben. Heute: Die Entwicklung des Fußballs.

Seit 1980 liefen 1.513 Spieler in 214 Endrundenspielen bei Europameisterschaften auf, spielten 170.517 Pässe, führten 24.799 Zweikämpfe und erzielten insgesamt 513 Tore. Ein ziemlicher Wust an Daten, den Opta hier in den letzten Jahren gesammelt hat und den es nun zu ordnen gilt. Die Formel, wie man am leichtesten Europameister wird, findet man dabei nicht, einige Trends lassen sich aber ablesen.

Es fallen mehr Tore: Hält der Trend an, dürfen sich die Fans wieder auf Tore freuen. Nach dem Allzeithoch von durchschnittlich 2,74 Toren pro Spiel bei der Europameisterschaft 2000 in Belgien und der Niederlande hat sich der Schnitt bei EM-Endrunden in den letzten Jahren bei rund 2,5 Toren pro Partie eingependelt. Im vergangenen Jahrtausend lag er mit Ausnahme der EURO 1984 in Frankreich immer darunter - vielleicht ebenfalls ein gutes Zeichen mit Blick auf den Austragungsort in diesem Jahr.

Die verbesserte Treffsicherheit lässt sich übrigens damit erklären, dass bis zur EM 2000 der Anteil von Fernschüssen immer bei über 50 Prozent lag, seither war der Anteil an Versuchen von innerhalb des Strafraums immer höher. Allerdings nahm die Anzahl der Torschüsse pro Partie bei der EURO 2012 erstmals in diesem Jahrtausend wieder ab.

Offensive gewinnt Titel: Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel - von wegen! Seit 1980 stellte der Europameister in 78 Prozent der Fälle die beste Offensive im Turnier, in zwei Drittel der Turniere hatte der spätere Titelträger auch den besten Toreschnitt. Gerade mal 44 Prozent der Europameister kassierte dagegen die durchschnittlich wenigsten Gegentore pro Partie.

Effektivität hat im Offensivspiel der Europameister übrigens keine Priorität: Die Chancenverwertung war gerade mal bei einem Drittel der Europameister seit 1980 die beste im Turnierverlauf, nur bei 55 Prozent gehörte sie zu den besten Zwei. Am fahrlässigsten mit den eigenen Möglichkeiten gingen übrigens die Niederländer auf dem Weg zum EM-Titel 1988 um, die gerade einmal auf eine Chancenverwertung von 10 Prozent kamen.

Abkehr vom ruhenden Ball: Die Bedeutung von Standards nahm bei den vergangenen Endrunden ab - mit Ausnahme der Griechen 2004 erzielte seit 1992 ein Europameister immer über zwei Drittel seiner Tore aus dem Spiel heraus. Mit 43 Prozent hatten die von Otto Rehhagel trainierten Hellenen gemeinsam mit Frankreich 1984 den höchsten Anteil an Standardtoren.

Doch während Griechenland beim EM-Sieg aufgrund fehlender spielerischer Mittel auf die wenigen sich bietenden Chancen nach Standards angewiesen war, erzielten die Franzosen bei der Heim-EM 1984 alleine drei direkte Freistoßtore - bis heute unerreicht bei EM-Endrunden.

Rückkehr zum Kombinationsfußball: Mit durchschnittlich 455 Pässen pro Partie stellten die Teams bei der vergangenen Europameisterschaft einen neuen Höchstwert auf, damit einhergehend war jedoch auch, dass so wenige Flanken wie nie zuvor aus dem Spiel heraus geschlagen wurden (26 pro Partie). Zudem erreichten die Teams zum zweiten Mal in Folge eine Passquote von 80 Prozent oder höher.

Das gab es zuvor nur bei den Europameisterschaften 1980 und 1984, die aber mit weniger Teams ausgetragen wurden und somit den Zugang für vermeintlich weniger passsichere Fußballzwerge verwehrten. Aber nicht nur das zeigt, dass der Kombinationsfußball zuletzt eine kleine Renaissance erlebte: In den 1980er Jahren hatte der Europameister bei Passgenauigkeit und Ballbesitz immer den besten oder zumindest zweitbesten Wert im Turnier.

Eine solche Konstellation war dann erst wieder durch den Einzug der spanischen Passmaschinerie bei den vergangenen beiden Europameisterschaften der Fall. Einzig Frankreich 2000 gestellte sich in der Zwischenzeit unter die passsichersten Mannschaften, jedoch bei relativ schwachen Ballbesitzwerten.

Es geht friedlicher zu: Bei der EM 2012 wurden im Schnitt lediglich 29 Fouls pro Partie gepfiffen, das war der kleinste Wert seit Erfassung der Daten. Seit der EM 2004, bei der mit durchschnittlich 39 Fouls pro Partie bisher am häufigsten hingelangt wurde, nahmen die Foulspiele wieder kontinuierlich ab. Diesen Trend unterstützt auch, dass nach der EM 1992 die Anzahl an Zweikämpfen pro Partie immer weiter abnahm - 2012 waren es nur noch 90 direkte Duelle am Ball pro Spiel und damit so wenige wie nie seit Datenerfassung.

Die Schiedsrichter haben übrigens auch ihren Anteil daran, dass weniger Härte in den Spielen aufkommt. Bei den vergangenen fünf Endrunden zeigten die Referees im Schnitt mindestens vier Gelbe Karten pro Partie, 2004 und 1996 lag der Mittelwert sogar bei fünf Verwarnungen. In den drei Turnieren in den 1980er Jahren griffen die Schiedsrichter nur rund zweimal pro Spiel in die Brusttasche.

Alles Informationen zur EM 2016

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung