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Schweden und Irland mit Remis

Montag, 13.06.2016 | 19:55 Uhr
Irlands Shane Long (l.) im Kopfballduell mit Andreas Granqvist
© getty
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Schweden ist zum Auftakt der Europameisterschaft 2016 nicht über ein Remis hinausgekommen. Gegen Irland gab es zum Auftakt der Gruppe E lediglich ein 1:1 (0:0).

Vor 80.000 Zuschauern im Stade de France in Paris erzielte Wesley Hoolahan (47. Minute) kurz nach dem Seitenwechsel zunächst die Führung für die Iren und belohnte seine Mannschaft für eine bessere erste Halbzeit.

Schweden löste sich nach dem Gegentor jedoch gut aus der Umklammerung. Nach einer Einzelaktion von Zlatan Ibrahimovic köpfte der Ire Ciaran Clark (71.) den Ball ins eigene Netz und stellte somit den 1:1-Endstand her.

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Irland holt demnach nach zuletzt vier verlorenen EM-Spielen in Folge erstmals ein Remis. Die längste Niederlagenserie aller EM-Teilnehmer ist somit beendet.

Reaktionen:

Martin O'Neill (Teammanager Irland): "Die Jungs waren wunderbar, sie haben wirklich großartigen Fußball gespielt, dominant. Wir hätten schon zur Pause in Führung liegen sollen. In der Kabine herrscht jetzt Enttäuschung vor, aber die Jungs sollten nicht hadern. Wir haben mehr als nur Kampfgeist in unserer Mannschaft."

Erik Hamren (Trainer Schweden): "Wenn wir offensiv so schlecht spielen wie in der ersten Halbzeit, können wir Zlatan nicht richtig einsetzen. Er lässt sich dann zurückfallen, um sich die Bälle selbst zu holen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Coach Martin O'Neill schickt sein Team in einem 4-3-1-2 ins Rennen. Der Star und Kapitän der Mannschaft, Robbie Keane, nimmt aufgrund seiner Wadenverletzung zunächst auf der Bank Platz. Stürmer Jonathan Walters (zuletzt mit Achillessehnenproblemen) kann spielen.

Auch bei den Schweden, die im 4-4-1-1 auf den Platz gehen, gibt's keine Experimente in der Startelf. Zlatan Ibrahimovic hat als hängende Spitze hinter Ex-Hamburger Marcus Berg sämtliche Freiheiten. Über links kommt Leipzigs Emil Forsberg.

17.: Brady bringt eine Ecke von links auf den kurzen Pfosten, wo Clark sich gegen Källström durchsetzt und auf den langen Pfosten verlängert. O'Shea grätscht herein, verpasst die Kugel aber ganz knapp.

29.: Brady zieht von seiner linken Seite ins Zentrum und wird kaum gestört, also haut er aus knapp 20 Metern mit rechts drauf. Sein Geschoss rauscht ganz knapp über die Querlatte..

32.: Hendrick marschiert durch die schwedische Hälfte. Er spielt auf Long, der kurz vor der Strafraumgrenze abtropfen lässt. Hendrick erhält die Kugel zurück und nimmt sie aus gut 20 Metern direkt. Sein Schlenzer prallt aber gegen die Latte.

47., 1:0, Hoolahan! Coleman düpiert Forsberg auf der rechten Seite, zieht in Richtung Strafraum und flankt butterweich in die Mitte. Der Ball findet Hoolahan. Er knallt das Ding direkt aus zehn Metern mit rechts ins Tor.

49.: Nach einer Ecke von der rechten Seite rutscht Clark das Leder beim Rettungsversuch unglücklich vom Schlappen, womit er den Ball gefährlich aufs eigene Tor lenkt. Randolph klärt mit einem tollen Reflex. Doch seine Abwehr nach vorne geht zu Forsberg, der aus zehn Metern freistehend abzieht und knapp drüber haut.

60.: Olsson hat auf der linken Seite ganz viel Platz und zirkelt das Leder in die Mitte, wo Ibrahimovic sich geschickt in den Zweikampf gegen Clark wirft und die Kugel aus gut fünf Metern direkt mit links ganz knapp neben den linken Pfosten setzt.

71., 1:1, Ciaran Clark (ET): Ibrahimovic tankt sich Außen durch und bringt die Flanke von der Grundlinie. In der Mitte will Clark klären, köpft die Kugel aber aus nicht einmal drei Metern Entfernung blitzsauber ins eigene Tor.

Fazit: Irland hat in der ersten Halbzeit deutlich die Überhand und belohnt sich verdient. Nach der Führung agieren sie jedoch viel zu passiv und bringen Schweden zurück ins Spiel. Letztlich ein gerechtes Remis.

Der Star des Spiels: Robbie Brady. Der Linksverteidiger war speziell im ersten Durchgang Initiator zahlreicher irischer Chancen. War zunächst der einzige Spieler, der sich gegen die Langholz-Taktik wehrte und sich stets nach vorne kombinierte. Vor allem im Zusammenspiel mit Hendrick äußerst gefährlich. Sorgte auch in der zweiten Halbzeit mit starken Sprints auf der linken Seite für Entlastung.

Der Flop des Spiels: Marcus Berg. Klar, der Ex-Hamburger hatte aufgrund der schwedischen Taktik keinen leichten Stand im Sturm. Dennoch brachte er eigentlich gar nichts auf die Reihe und strahlte keinerlei Gefahr aus. Kam gegen individuell mäßig besetzte Iren lediglich auf 13 Ballaktionen und einen Torschuss. In der 59. Minute hatte sein Coach genug gesehen. Mit seinem Ersatzmann John Guidetti wurde das schwedische Spiel deutlich besser.

Der Schiedsrichter: Milorad Mazic (Serbien). Hatte keinerlei Probleme mit der komplett fairen Partie. Griff ein, wenn es nötig war und hielt sich ansonsten zurück. Fehlerlose Partie.

Das fiel auf:

  • Beide Mannschaften hatten von Beginn an extreme Probleme mit dem Spielaufbau. Da beide Teams defensiv organisiert auftraten, wurde speziell im ersten Durchgang fast immer mit Langholz gearbeitet. Das Mittelfeld fand somit überhaupt nicht statt. An vorderster Front spekulierte man immer auf die zweiten Bälle.
  • Irland war im ersten Durchgang die deutlich aktivere Mannschaft und schaffte es vor den Schweden, Kontrolle ins Spiel zu bringen. Meist pendelte der Ball lange zwischen den Innenverteidigern. Sobald auf einem Flügel etwas Platz war, spielten O'Shea oder Clark den Ball zu einem der beiden Außenverteidiger. Diese rannten im Anschluss meist stur die Linie entlang und suchten den eingerückten Mittelfeldspieler. Da Schweden die Außen nicht konsequent besetzte, schaffte es Irland deshalb mit einfachen Mitteln, ins gegnerische Drittel zu kommen.
  • Schweden versagte speziell im ersten Durchgang auf der ganzen Linie. Die Iren liefen die Innenverteidiger der Schweden oft früh an und stellten diese vor unlösbare Aufgaben im Spielaufbau. Selbst wenn die zweiten Bälle bei den Skandinaviern landeten, wurde die Kugel im Anschluss meist wieder unkontrolliert in die Mitte geschlagen.
  • Ibrahimovic fand im schwedischen Spiel über weite Strecken fast gar nicht statt. Wie gewohnt hatte der Stürmer alle Freiheiten und nutzte diese auch aus. Hin und wieder ließ er sich tief fallen, manchmal lungerte er lediglich im Sturm herum. Die hohen Bälle nach vorne waren meist jedoch nicht an ihn adressiert, sondern wurden nur beliebig nach vorne geschlagen. Kein einfaches Spiel für den Superstar.
  • Nach der Führung der Iren wachte Schweden auf und drückte den Gegner in den Minuten danach weit in die eigene Hälfte. Olsson ging links immer wieder durch und flankte in die Mitte, sobald ein Grüner in Sicht war. Die Bälle aus dem Halbfeld sorgten speziell in der Druckphase nach dem Gegentor für Gefahr. Schweden schaffte es dennoch in 90 Minuten nicht, einen einzigen Torschuss zu kreieren.

Irland - Schweden: Die Statistik zum Spiel

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