Kroatien kommt Vrba spanisch vor

SID
Donnerstag, 16.06.2016 | 18:52 Uhr
Luka Modric will nach seinem Traumtor gegen die Türken auch gegen die Tschechen netzen
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Kroatien kommt den Tschechen etwas spanisch vor. Gegen das Team um Madrid-Star Luka Modric kommt es vor allem auf Tomas Rosicky und Petr Cech an.

Kroatien? Auch der nächste Gegner kommt Pavel Vrba schon wieder spanisch vor. "Mit ihren beiden Stars vom FC Barcelona und Real Madrid sollte man sie wohl eher 'Klein-Spanien' nennen", sagt der Trainer der tschechischen Nationalmannschaft: "Es wird also schon wieder ein schwieriges Spiel." Und quasi die Neuauflage des EM-Auftakts.

In dem hatten sich die Tschechen trotz formidabler Leistung Spanien in letzter Minute beugen müssen (0:1). Dass am Freitag (18 Uhr) in St. Etienne die Kroaten mit ihren Mittelfeld-Spezialisten Ivan Rakitic (Barcelona) und Luka Modric (Marid) warten, muss daher nicht unbedingt ein Nachteil sein. Zumal Vrba auf den Schlüsselpositionen selbst zwei Ausnahmekönner besitzt.

Der eine ist Kapitän Tomas Rosicky, den sein Coach zuletzt als "besten Spieler im Team" bezeichnet hatte - wenn er denn fit ist. Der 35-Jährige vom FC Arsenal, der ein "sehr anspruchsvolles Duell gegen eine technisch versierte Mannschaft" erwartet, muss im Mittelfeld den Aktionsradius des kroatischen Traumduos einschränken, so gut es es eben geht. Sollten Rakitic und Modric doch Oberwasser bekommen, wovon stark auszugehen ist, wird es auf einen anderen "Gunner" ankommen.

Petr Cech, 34 Jahre alt und nicht nur in der Heimat eine Torwart-Ikone, sollte seinem Spitznamen "Unbezwingbarer" alle Ehre machen. In der englischen Premier League ist Tschechiens Rekordspieler das zuhauf gelungen, 178 Mal hielt er seinen Kasten in 367 Spielen bislang sauber. Vor dem wegweisenden Spiel trainierte der Keeper nochmals seine Reflexe, er ließ flache Fernschüsse kurz vor dem Tor von leeren Plastikflaschen abfälschen. Wegen Modric?

"Modric der intelligenteste Mittelfeldspieler der EM"

"Luka ist der intelligenteste Mittelfeldspieler der EURO", titelte die kroatische Zeitung Vecernji list nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen die Türken. Den hatte der 30-Jährige "in einem seiner besten Spiele", wie Trainer Ante Cacic befand, mit seinem "magischen Treffer" aus der Distanz höchstpersönlich besorgt. "Er hat es absolut verdient, dass alle nach dem Spiel über ihn sprachen", lobte Cacic.

Der Coach der Kroaten stellte seinen Schützlingen für den Fall eines Erfolgs sogar eine kleine "Achtelfinal-Party" in Aussicht. "Das werden wir alle gemeinsam feiern. Wir werden uns betrinken. Naja, ich denke, zwei drei Bier würden dafür schon reichen", sagte er mit einem Augenzwinkern. Bis dahin stehen jedoch noch harte 90 Minuten bevor: "Ich habe immer gesagt, dass ich mich vor dem Spiel gegen die Tschechen am meisten fürchte."

"Sie fühlen sich wohl sicher"

Weil die, ähnlich wie ein angeschlagener Boxer im Ring, zu allem in der Lage sind - und Kroatien aus der Komfortzone holen wollen. "Sie fühlen sich wohl sicher, weil wir verloren haben", sagte Angreifer Tomas Necid: "Wir werden aber alles für den Sieg geben." Auch Rosicky kündigte optimistisch an: "Gegen Spanien war trotz der Niederlage vieles positiv. Das müssen wir in dieses Schlüsselspiel mitnehmen."

Die Zuversicht dafür schürte ausgerechnet die Niederlage gegen die Spanier. "Ich habe noch kein Team gesehen, dass sie so sehr unter Druck gesetzt hat", meinte Ladislav Krejci.

Dann sollte es gegen Klein-Spanien doch erst recht reichen.

Luka Modric im Steckbrief

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