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Lewandowski genervt, Milik im Glück

SID
Milik wurde zum polnischen Matchwinner
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Mit verschwitzten Haaren und wunden Schienbeinen winkte Robert Lewandowski erleichtert den Fans zu. 90 Minuten hatten die unbeugsamen Nordiren Polens Star-Torjäger gepiesackt, sie standen ihm auf den Füßen und zerrten an ihm herum, bis Lewandowski fast verzweifelte.

Dennoch durfte der Torschützenkönig der Bundesliga nach dem Abpfiff einen historischen EM-Sieg zur Kenntnis nehmen - den ersten für Polen. "Für mich war es schwierig mit der Fünferkette, aber manchmal muss man Platz für andere schaffen. Wichtig war das eine Tor", sagte Lewandowski nach dem mühsamen 1:0 (0:0) im Duell der deutschen Gruppengegner.

Das "eine Tor" erzielte Arkadiusz Milik, semi-bekannt von wenig berauschenden Gastspielen bei Bayer Leverkusen und dem FC Augsburg. Der 22-Jährige knackte den nordirischen Fünferriegel in der 51. Minute mit seinem Flachschuss. "Das Tor war sehr wichtig, darum bin ich glücklich", sagte er. "Aber noch wichtiger sind die drei Punkte. Wir haben noch einige Schritte vor uns, das ist nicht das Ende der Reise!"

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"Wir kennen sie sehr gut"

Der Einzug ins Achtelfinale ist schon mal nahe, am 16. Juni geht es gegen die deutschen Weltmeister. Mittelfeldspieler Grzegorz Krychowiak kündigte einen großen Kampf an: "Wir kennen sie sehr gut. Wir wollen gewinnen. Deutschland ist der Favorit, wir haben großen Respekt. Aber das Ziel sind drei Punkte." Nordirlands "Green and White Army" wird sich der DFB-Elf fünf Tage später mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln entgegenstellen. "Wir haben alles gegeben, aber es war nicht genug", sagte Mittelfeldspieler Steven Davis.

Lewandowski verließ das Stadion leicht genervt. Er hat 30 Saisontore für den FC Bayern erzielt und war mit 13 Toren bester Torjäger der EM-Qualifikation. Doch die Nordiren hatten einen Plan, und er funktionierte beinahe perfekt. In einer defensiven Fünferkette bearbeiteten die drei Innenverteidiger Craig Cathcart, Gareth McAuley und Jonny Evans den Star-Torjäger in jeder Minute.

Wurde der Ball erobert, ging es vor 33.742 Zuschauern im Stade de Nice meist steil auf die einzige Spitze Kyle Lafferty, den siebenmaligen Torschützen in der Qualifikation. Will Grigg, dem die Fans ihr eingängiges Lied ("Will Grigg's on fire") widmen, saß auf der Bank.

Zunächst versagen die Nerven

Die Polen spürten umgehend, warum sich viele Mannschaften mit Nordirland so schwer tun. Sie wurden in eine Art Handball-Offensivspiel gezwungen, spielten bogenförmig unzählige kurze Pässe um den Strafraum herum. Dann kam meist eine Flanke, in der vagen Hoffnung, sie möge Lewandowski erreichen. Der Ball wurde abgewehrt - das Spiel begann von Neuem.

Nach einer stürmischen Anfangsphase des Favoriten machte sich Ratlosigkeit breit. Wie sollte diese Abwehr zu narren sein? Lewandowski war aus dem Spiel, der von Borussia Dortmund an den AC Florenz ausgeliehene Jakub Blaszczykowski wurde heftig abgegrätscht - beispielsweise beeindruckend von Evans (22.).

Als die Abwehr endlich überspielt war, versagten zunächst die Nerven. Milik rutschte der Ball in allerbester Position über den linken Spann (30.). Bei einem Linksschuss von Bartosz Kapustka riss Torhüter Michael McGovern die Hände hoch (38.).

Schon zur Halbzeit waren es 10:0 Torschüsse, der Trend setzte sich fort, obwohl die Nordiren nach dem Gegentreffer zum Handeln gezwungen waren und auf Vierer-Abwehrkette mit zwei Stürmern umstellten. Polen blieb bis auf wenige Szenen souverän, im Angriff lief vieles über den nun überragenden Blaszczykowski.

Auch im Vorfeld dieser Begegnung war es zu Ausschreitungen gekommen. Bei Schlägereien zwischen einheimischen Jugendlichen und nordirischen Fans wurden sieben Personen verletzt.

Polen - Nordirland: Die Statistik zum Spiel

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