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Quantensprung dank Kimmich

Dienstag, 21.06.2016 | 20:34 Uhr
Und jetzt Liegestütze! Joshua Kimmich hat den Ball immer fest im Blick
© getty
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Gegen biedere Nordiren macht Deutschland den Gruppensieg bei der EM 2016 perfekt. Die Hereinnahme von Joshua Kimmich und Mario Gomez macht sich positiv bemerkbar. Jerome Boateng spielt wieder Pässe wie Gedichte, hätte aber wieder Grund zum Rüffeln. Thomas Müller beginnt Özil-like, tastet sich dann aber an sein altes Spiel heran. Und: Mario Götze bleibt der Unglückliche.

Manuel Neuer: Anders als gegen die Polen musste Neuer tatsächlich einen Ball halten. Allerdings kam dieser aus knapp 30 Metern Entfernung auf sein Tor und war leichte Beute. Bei hohen Bällen und beim Herausspielen sicher. Note 3

Joshua Kimmich: Bei der WM 2014 war noch Ochsen-Abwehr mit vier Innenverteidigern angesagt. Das Experiment mit Höwedes auf rechts könnte für den Rest der EM 2016 beendet sein. Kimmich wurde zwar defensiv wenig gefordert, war aber offensiv ein Quantensprung. Technisch gut, mutig und zielstrebig. Spielte viele gute Bälle ins Zentrum, die seine Kollegen zu Chancen veredelten. Fing vor dem 1:0 den Ball ab und bediente Özil. Bei dieser Leistung stellte sich mancher Beobachter die Frage, ob Philipp Lahm kurzerhand sein Comeback gegeben habe. Einziger Makel, der ihn die Bestnote kostet: seine etwas leichtfertig vergebene Chance zu Beginn der Partie. Note 1,5

Jerome Boateng: Rüffelte nach dem ersten Spiel die Offensiven, weil sie nicht genügend nach hinten arbeiteten. Rüffelte nach dem zweiten Spiel die Offensiven, weil sie sich nicht genügend durchsetzen konnten. Könnte nach dem dritten Spiel die Offensiven rüffeln, weil sie nicht genügend Tore erzielt haben. Selbst wie immer fehlerfrei und mit Diagonalpässen wie aus einem Gedichtband. Musste nach 75 Minuten leicht angeschlagen runter. Note 2,5

Mats Hummels: Rüffelte vor dem Spiel die Öffentlichkeit, die seit dem WM-Titel alles verklärt hätte. Erinnerte die Öffentlichkeit freundlicher- und richtigerweise daran, dass auch in Brasilien viele Zitterpartien dabei waren (Ghana, USA, Algerien, Frankreich, Argentinien). Die Nordiren sorgten nicht für so viel Nägelkau-Momente. Hummels hatte mit Boateng alles im Griff, auch wenn die Abstimmung zweimal nicht passte und Hummels das Abseits aufhob. Musste auf sein erhofftes Duell mit Will Grigg verzichten. Note 3

Jonas Hector: Der Leidtragende der Hereinnahme Kimmichs. Deutschland spielte viel mehr über rechts als noch in den Spielen zuvor, so dass Hector deutlich weniger eingebunden wurde. Erledigte seine Aufgabe defensiv sehr solide, bei seinen wenigen offensiven Aktionen glücklos. Note 3,5

Toni Kroos: Nordirland verteidigte so nah am eigenen Tor, dass Kroos sein Aufbauspiel quasi ohne Druck aufziehen konnte. Durch den tief stehenden Gegner blieb ihm allerdings mehr eine verwaltende Rolle, weil die Bälle in die Tiefe vor allem von Özil kamen. Natürlich mit den meisten Ballaktionen (145). Note 3

Sami Khedira: Wenn's bei Deutschland spielerisch läuft wie in der ersten Halbzeit, wirkt Khedira immer etwas kantig, so auch gegen die Nordiren. Beschränkte sich auf die einfachen Pässe und auf die Absicherung der Offensive. Das hilft dem Team mehr als seine gelegentlichen Vorstöße. Note 3,5

Thomas Müller: Nach 187 Minuten hatte das Warten auf die erste Chance bei diesem Turnier ein Ende. Muss sich aber offensichtlich erst wieder ans Toreschießen gewöhnen, schloss ungewöhnlich Özil-like ab. Näherte sich dann in Müller-Manier an, hatte bei einem Kopfball an den Pfosten und einem Schuss an die Latte Pech. Bereitete die Führung mit großer Übersicht und uneigennützig vor. War schon in der Nähe des normalen Thomas Müller und zeigte seine ihm eigenen Laufwege, auch wenn er weiter auf ein EM-Tor warten muss. Note 2

Mesut Özil: Zeigte gleich in den ersten zehn Minuten, was ihn auszeichnet. Genialer Vorbereiter mit einem überragenden Steilpass mit ganz feinem Füßchen auf Müller. Katastrophaler Knipser: Schwacher bis gar kein Abschluss nach Boatengs Diagonalpassgedicht. So ging das Spiel dann auch weiter. Gut, dass seine Stärken in der Vorarbeit überwogen, leitete so auch das 1:0 ein. Note 2

Mario Götze: Wurde von Löw endlich aus der Stürmerrolle befreit, was ihm auch sichtlich gut tat. Die Bewegungen wirkten natürlicher, so dass er besser mit Özil, Müller und Gomez kombinierte. Kam auch immer wieder in gute Abschlusssituationen, die er aber teilweise zu leichtfertig vergab. Dazu mit einigen Schwächen im Zweikampf (33 Prozent gewonnen) und mit zwei haarsträubenden Ballverlusten, die den Nordiren Kontermöglichkeiten boten. Wurde nach 55 Minuten ausgewechselt. Ein unglücklicher Moment, da Götze gerade zwei gute Chancen vergeben hatte. Note 3,5

Mario Gomez: Hielt das Zentrum, ohne sich vor den Augen von Mehmet Scholl wundzuliegen. Band seine Gegenspieler in der Mitte und schuf seinen Kollegen in der Offensive Räume. Zwar mit dem einen oder anderen technischen Wackler, aber auch mit guten Szenen im Passspiel. Bereitete sich sein Tor quasi mit einem schönen Steilpass auf Müller selbst vor. Hätte noch mehr Treffer erzielen können. Trotzdem: So geht Eigenwerbung. Note 2

Andre Schürrle: Er bleibt Löws natürlicher Joker, obwohl ihm bei diesem Turnier ähnlich wenig gelingt wie während der ganzen Saison in Wolfsburg. Konnte keine Akzente setzen. Note 4

Bastian Schweinsteiger: Der Chef kam für seinen ehemaligen Partner auf der Doppelsechs Khedira und strahlte dort Präsenz aus. Kam aber in einer Phase, als Deutschland etwas zurückschraubte, so dass die Effizienz ausblieb. Aber das Wichtigste waren die mehr als 20 Minuten Spielzeit. Note 3,5

Benedikt Höwedes: Ersetzte Boateng in der Innenverteidigung. Diagonalpässe spielte er nicht, musste er auch nicht. Half mit, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Keine Bewertung

Nordirland - Deutschland: Die Statistik zum Spiel

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