Thomas Müller bei der EM 2016

Entschlüsselung des Algorithmus?

Freitag, 17.06.2016 | 20:00 Uhr
Thomas Müller hat bei einer Europameisterschaft noch nie ein Tor erzielt
© getty
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Thomas Müller und Europameisterschaften - das passte in den ersten beiden Spielen des DFB-Team auch bei der EM 2016 in Frankreich noch nicht. Auf einer für ihn längst ungewohnten Position fand der Bayer noch keinen Zugang zum Turnier. Es wirkte fast, als hätten die Gegner den Müller'schen Algorithmus entschlüsselt.

Es kommt wirklich nicht oft vor, dass man Thomas Müller Enttäuschung ansieht. Der Bayer ist eine Frohnatur, selbst nach den bittersten Pleiten war er häufig derjenige, der ihnen mit einem flotten Spruch noch etwas Positives abgewann. Doch das war selbst für ihn nach dem 0:0 gegen Polen nicht mehr drin.

Müller haderte. Er fühlte sich in der Mixed Zone des Stade de France sichtlich unwohl in seiner eigenen Haut.

"Wir müssen wieder darauf hinarbeiten, dass unsere Laufwege und Kombinationen zu Torchancen führen. An uns Offensivspielern knabbert das natürlich", sagte er. Neben dem kollektiven Frust setzte sich aber auch persönlicher fest.

Kann Müller Europameisterschaften nicht?

Die Partie gegen Polen war Müllers siebte bei einer EM-Endrunde. Seine Torausbeute: null. Unbegreiflich sehen daneben die zehn Treffer in 13 WM-Spielen aus. Der einfache Schluss liegt nah: Thomas Müller kann Europameisterschaft nicht.

Schon bei der Endrunde 2012 konnte er sein volles Potenzial nicht ausschöpfen. Nach drei erfolglosen Startelf-Einsätzen in der Vorrunde setzte Löw ihn in den K.o.-Runden auf die Bank, im verlorenen Halbfinale gegen Italien wurde Müller nur für 19 Minuten eingewechselt. Die Torflaute machte ihn verzichtbar. Das ist Müller 2016 aber eigentlich nicht mehr.

"Mich persönlich stört es nicht, dass ich bei einer Euro noch kein Tor geschossen habe, sondern dass ich in den letzten beiden Spielen keine wirkliche Tormöglichkeit hatte", sagte Müller nach dem Polen-Spiel. Auf der Suche nach den Ursachen finden sich einige.

Entschlüsselung des Müller'schen Algorithmus?

Müller ist gefährlich, wenn er in Abschlusssituationen kommt. Er ist kein Spieler, der den Ball auf engem Raum mit dem Rücken zum Tor hält oder über die Flügel marschiert. Sein unkonventioneller Stil funktioniert dann, wenn er im Sturmzentrum oder unmittelbar dahinter wuseln kann und Räume bekommt.

Die aktuelle EM bietet nichts davon. Weil Löw ihn weiter auf dem Flügel einsetzt - eine für Müller längst ungewohnte Position, die er beim FC Bayern so nicht mehr spielt - und, weil die Gegner ihn gar nicht erst ins Wuseln kommen lassen.

Dabei galt der Stürmer immer als ungreifbar, als unberechenbar, als völlig absurder Ausnahmekönner. Es wirkt, als hätten Polen und die Ukraine den unverständlichen, unknackbaren Müller'schen Algorithmus entschlüsselt. Er war in beiden Partien komplett außen vor.

Europäische Disziplin entnervt Müller

"Man sieht ja, was bei so einer EM los ist. Alle Mannschaften haben körperliches und taktisches Verständnis. Es ist nicht mehr wie vor 20 Jahren, dass kleinere Länder weiter hinten sind. Sie haben auch Trainer, die eine Ahnung haben, wie man Ergebnisse einfahren kann", befand Müller im Stade de France.

Und weiter: "Die defensive Disziplin ist in europäischen Mannschaften höher als in Südamerika oder Afrika. Natürlich würden wir lieber gegen Mannschaften spielen, die das Spiel mit dem Ball lieben und bei denen sich auch offensiv ein paar mehr Räume ergeben."

Er suchte speziell gegen Polen nach diesen Räumen. Immer wieder zog er von der Außenbahn, auf der er sich nicht gut aufgehoben fühlte und wo er längst nicht so viel Offensiv-Untersützung von Höwedes erhielt wie Draxler von Hector auf links, in die Mitte. Doch die gegnerischen Ketten waren so kompakt und komprimiert gestaffelt, dass Müller keine Möglichkeiten fand, mitzuspielen oder mal in die Tiefe zu gehen. Das galt aber auch für die anderen deutschen Offensivspieler.

Die Chance wird kommen

"Mein Spiel lebt davon, effizient zu sein", hat Müller einmal gesagt. Das gilt auch bei der EM. Schließlich hat er Qualitäten, die kein anderer hat. Qualitäten, die man nicht lernen kann. Müller ist ein geborener Torjäger.

Der 26-Jähirge weiß das: "Es werden auch wieder andere Gegner kommen, die nicht nur aufs Verteidigen und Kontern spezialisiert sind. Bis dahin müssen wir uns aber noch ein paar Spiele gedulden."

Trotz seiner aktuellen Verärgerung ist Müller voll fokussiert. Ein Turnierspieler muss nicht in jedem Spiel treffen. Auf ihn muss Verlass sein, wenn es wichtig wird. So, wie Müller es bei zwei Weltmeisterschaften demonstrierte. "Ich hoffe, dass ich im Laufe des Turniers noch eine Möglichkeit erhalte. Dann muss ich da sein", macht er deshalb klar. Thomas Müller kann man nicht dauerhaft aus dem Spiel nehmen. Die EM wird das noch zeigen.

Thomas Müller im Steckbrief

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