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Polen lässt DFB-Team nicht gewähren

Donnerstag, 16.06.2016 | 22:48 Uhr
Sami Khedira gab in der ersten Hälfte die meiste Schüsse ab (3), aufs Tor ging aber keiner
© getty
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Die deutsche Nationalmannschaft ist im zweiten EM-Vorrundenspiel der Gruppe C gegen Polen nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. In Paris trennten sich die Nachbarländer 0:0.

Vor 73.648 Zuschauern im Stade de France dauerte es bis zur 47. Minute, ehe ein Schuss beider Mannschaften erstmals überhaupt aufs Tor flog. Durch die Punkteteilung ist Deutschland mit vier Zählern weiter Gruppenerster, punktgleich mit einem weniger geschossenen Tor folgt Polen.

Mesut Özil stand am Donnerstag zum 75. Mal in einem Länderspiel für Deutschland auf dem Platz. Deutschlands abschließendes Gruppenspiel gegen Nordirland (Tabellendritter mit drei Punkten) findet am Dienstag (18 Uhr im LIVETICKER) statt.

Die Reaktionen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Insgesamt ist das Unentschieden natürlich vollkommen gerecht. In der Defensive haben wir gut gespielt und kaum Konter zugelassen. Grundsätzlich bin ich mit den Remis nicht zufrieden, aber wir müssen mit dem einen Punkt nun mal leben. Vorne war die letzte Aktion vor dem Tor nicht gut, das müssen wir besser machen. Wir haben heute kaum Chancen herausgespielt, wir haben wenig Lösungen gehabt mal durchzukombinieren.

Adam Nawalka (Trainer Polen): "Wir hatten die Kontrolle über das, was auf dem Feld geschah. Deutschland übernahm zwar zeitweise die Initiative, weil wir ihnen den Raum gewehrt haben. Aber wir haben nach Kontern gute Chancen herausgespielt - und zwar bessere als gegen Nordirland. Ich bin zufrieden mit der Leistung und der taktischen Disziplin, die Mannschaft war sehr wach. Ein 0:0 ist ein hervorragendes Ergebnis."

Alle Stimmen zum Spiel: "Vorne kein Duell gewonnen"

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zum 2:0-Auftaktsieg gegen die Ukraine wechselt Löw nur einmal: Mats Hummels kehrt für Mustafi in die Innenverteidigung.

Polens Coach Adam Nawalka muss den verletzten Keeper Szczesny (Oberschenkel) durch Fabianski ersetzen. Zudem beginnt Grosicki für den jungen Kapustka.

16.: Müller setzt sich an der linken Außenlinie stark gegen den zerrenden Piszczek durch und zieht in den Strafraum. Er legt quer zum einlaufenden Kroos, der in den Ball grätscht - knapp links vorbei.

38.: Khedira steckt am Strafraum zu Müller durch, der legt auf Götze ab. Dessen Schuss knallt an den Pfosten - doch Kuipers pfeift die Situation zurück, Müller stand leicht im Abseits.

46.: Fast das 1:0 für Polen! Grosicki bringt einen Ball von rechts im Strafraum an den Fünfmeterraum, Boateng segelt drunter durch. Am langen Pfosten steht Milik, der den Ball nur mit den Haarspitzen berührt - die Kugel geht ganz knapp links am Kasten vorbei! Neuer wäre machtlos gewesen.

47.: Im Gegenzug Götze mit der Großchance! Nach Steilpass von Hummels hat er im Strafraum erstmals freie Schussbahn. Sein Abschluss ist aber zu ungenau, sodass der Ball genau auf Fabianski zufliegt.

59.: Im Luftzweikampf mit Grosicki befördert Höwedes den Ball ins Zentrum zum freistehenden Lewandowski. Der hat zentral am Sechzehner viel Platz, zögert aber einen Tick zu lange. Boateng springt in den Schuss und blockt.

69.: Polen kontert schnell. Von links kommt Grosicki an den Strafraum und spielt in die Mitte zu Milik. Der hat allen Platz zum Abschluss, tritt aber über den Ball! Das hätte die Führung sein müssen.

Fazit: Verdientes Ergebnis in einem vorsichtigen Spiel beider Mannschaften. Polen lauerte extrem kompakt, Deutschland fand keine Lücke und ging nicht mehr Risiko als nötig ein.

Der Star des Spiels: Jerome Boateng. Wieder ein sehr abgeklärtes Spiel des Innenverteidigers, der in einigen ganz wichtigen Situationen zur Stelle war. Besonders spektakulär war seine Rettungsaktion gegen Lewandowski in der 59. Minute. Baute Deutschlands Spiel von hinten zudem wieder sicher auf. Einzig bei Miliks Kopfballchance verschätzte er sich.

Der Flop des Spiels: Arkadiusz Milik. Hätte Polen zum Sieg köpfen beziehungsweise schießen müssen. Direkt nach der Pause mit der Megachance per Kopf, trat in der 69. zudem freistehend im Strafraum am Ball vorbei. Hätte der Held werden müssen.

Der Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande). Zückte nach Khediras taktischem Foul gegen Milik früh Gelb, was in Ordnung ging. Wirkte anschließend in einigen Szenen aber unentschlossen, zögerte bei mehreren Entscheidungen. So auch bei den Gelben Karten gegen Özil und Maczynski, die definitiv zu hart waren.

Das fiel auf:

  • Dass Polen auf Konter lauern würde, hatte man vor dem Spiel angenommen. Dass sie aber so passiv und tief stehen würden, überraschte zumindest in der Anfangsphase. Ähnlich hatte Polen auch beim 1:3 in der Qualifikation gespielt und sich auch damals zu sehr in die Defensive drücken lassen. Doch das DFB-Team schaffte es in der ersten Hälfte nicht, sich dauerhaft vor dem polnischen Strafraum zu positionieren. Entsprechend hatten beide Mannschaften zur Hälfte keinen Schuss aufs Tor.
  • Wieder rückten Deutschlands offensive Außenbahnen in der Vorwärtsbewegung extrem nach innen ein, um die Flügel für Hector und Höwedes freizugeben. Der Kölner zeigte sich aber deutlich häufiger in der Offensive als Höwedes. So ging über die rechte Seite wieder fast gar nichts nach vorne.
  • Khediras Absicherung für Kroos war deutlich besser als gegen die Ukraine, jedoch immer noch nicht perfekt. So kam auch Polen gelegentlich zu guten Konterchancen, weil die Abstände im deutschen Team nicht stimmten. Auch im Spielaufbau rückte Khedira wieder einige Male zu energisch mit nach vorne, sodass die Tiefenstaffelung fehlte.
  • Der deutsche Spielaufbau mit Hummels war ein anderer als noch mit Mustafi. Ähnlich wie Boateng suchte der Neu-Münchner häufig den vertikalen Weg in Spitze. Kroos und auch Özil waren die zentralen Ballverteiler. Zur Seite hin funktionierte das auch gut, der finale Pass in den Strafraum kam aber fast immer zu ungenau. Das lag aber auch an den sehr defensiv stehenden Polen, die am Strafraum nur ganz selten Lücken anboten und Deutschlands Offensiv-Spieler oft ins Abseits stellten.
  • Götze fehlte im Sturm wieder einmal das Durchsetzungsvermögen. In den wenigen Eins-gegen-eins-Situationen, die er suchte, blieb er zumeist hängen. Sein Vorhaben war viel zu durchschaubar. Müller dagegen hatte ebenfalls erneut Probleme auf dem rechten Flügel. Ihm fehlte die Bindung zum Spiel und die Abschlusssituationen. Auch seine Flugbälle fanden selten einen Abnehmer. Entsprechend tauschten beide nach der Pause die Positionen. Das schien ihnen anfangs mehr Sicherheit zu geben, besser ins Spiel kamen sie damit aber auch nicht.

Deutschland - Polen: Die Statistik zum Spiel

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