Tschechen haben mit der Türkei noch eine Rechnung offen

Schlüsselrolle für Vladimir Darida

SID
Montag, 20.06.2016 | 14:51 Uhr
Valdimir Darida kommt im Gruppenfinale gegen die Türkei eine entscheidende Rolle zu
© getty
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Als die Türkei die tschechischen Fußballer bei der EM 2008 in letzter Minute aus dem Turnier warf, kickte Vladimir Darida noch im Nachwuchs von Viktoria Pilsen. Acht Jahre später soll der Bundesligaprofi von Hertha BSC helfen, diese alte Rechnung zu begleichen.

Der 25-Jährige wird aller Voraussicht nach im Vorrundenfinale am Dienstag (21 Uhr im LIVETICKER) in Lens den verletzten Kapitän Tomas Rosicky als Spielgestalter ersetzen - und soll ein Deja-vu verhindern.

"Eins zu eins ist er sehr schwer zu ersetzen. Aber ich habe eine ähnliche Position schon öfter bei der Hertha gespielt. Ich traue mir das zu. Wir können es schaffen", sagte Darida, der in den ersten beiden EM-Spielen in Frankreich eine defensivere Rolle bekleidete. Dass Altstar Rosicky mit einem Muskelfaserriss für den Rest der EURO ausfällt, sei "ein schwerer Verlust", meinte der Berliner und versprach: "Wir werden für ihn kämpfen, um so weit wie möglich zu kommen."

Trainer Pavel Vrba wollte am Montagabend noch nicht verraten, wer Rosickys Aufgaben übernehmen soll. "Ich habe nicht lange überlegt, sondern mich sofort entschieden", sagte er, ohne allerdings einen Namen zu nennen. Dass Altstar Rosicky mit einem Muskelfaserriss für den Rest der EURO ausfällt, sei "ein schwerer Verlust", meinte Darida und versprach: "Wir werden für ihn kämpfen, um so weit wie möglich zu kommen."

Unentschieden ist wohl zu wenig

Um weiterzukommen, müssen die Tschechen gewinnen. Ein Remis wäre höchstwahrscheinlich zu wenig. In einer ähnlichen Ausgangsposition befanden sie sich vor dem Gruppenfinale 2008 in Genf: Bis zur 87. Minute führten sie 2:1 und waren eigentlich schon im Viertelfinale. Dann drehte Nihat Kahveci mit zwei Toren noch das Spiel - und schickte Petr Cech und Co. in den Urlaub.

Neben dem unverwüstlichen Torhüter sind lediglich Verteidiger Tomas Sivok und Mittelfeldspieler Jaroslav Plasil noch vom unglücklichen 2008er Team übrig geblieben. Für den Ex-Hamburger Tomas Ujfalusi und den Ex-Dortmunder Jan Koller war der schwarze Abend von Genf das bittere Ende der internationalen Karriere.

Rosicky als Antreiber von der Bank

Ob Rosicky nach der EM noch einmal für die Nationalmannschaft auflaufen wird, ist offen. Der 35-Jährige, dessen Vertrag beim FC Arsenal nicht verlängert wurde, unterstützt sein Team aber weiter. "Er könnte in Urlaub gehen und sich an den Strand legen, aber er bleibt hier", sagte Darida, "das ist gut."

Vor vier Jahren mussten die Tschechen im entscheidenden letzten EM-Gruppenspiel ebenfalls ohne den verletzten Rosicky auskommen. Sie siegten dennoch 1:0 gegen Co-Gastgeber Polen und zogen in die K.o.-Runde ein. "Wenn es noch einmal so liefe, wäre es absolut perfekt", meinte Darida, damals Ersatzspieler.

Für die bislang maßlos enttäuschenden Türken könnte dagegen sogar ein Sieg zu wenig sein. Trainer Fatih Terim reagierte am Vorabend des Spiels empört auf die massive Kritik aus der Heimat. "Manchmal muss ich lachen. All diese Gerüchte, all diese Kritik an Aufstellungen und Positionen - es ist lächerlich", sagte der 62-Jährige, "jetzt ist nicht die richtige Zeit, darüber zu sprechen, aber sie wird kommen. Dann werden sie ihren Teil abbekommen."

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