Kritik an Doping-Kontrollen bei EM

SID
Dienstag, 07.06.2016 | 12:26 Uhr
An den Doping-Kontrollen für die EM 2016 gibt es erste Kritik
© getty
Advertisement
Club Friendlies
Do19.07.
Livestream: Liverpool testet gegen Blackburn und BVB
CSL
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Club Friendlies
Besiktas -
Reading
Copa Sudamericana
Lanus -
Junior
J1 League
Hiroshima -
Gamba Osaka
J1 League
Nagasaki -
Kobe
CSL
Guangzhou Evergrande -
Zhicheng
Club Friendlies
Sion -
Inter Mailand
Club Friendlies
Dynamo Dresden -
Huddersfield
Club Friendlies
Wolverhampton -
Ajax
Club Friendlies
Blackburn -
Liverpool
Club Friendlies
Besiktas -
Krasnodar
Club Friendlies
SV Werder Bremen -
1. FC Köln
International Champions Cup
Man City -
Borussia Dortmund
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Club Friendlies
TSG Hoffenheim 1899 -
QPR
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Hiroshima -
Urawa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid

Das Thema Doping hält seit Wochen und Monaten die Sportwelt im Griff. Bei der EM in Frankreich verweist die UEFA auf umfangreiche Kontrollen, doch das System steht in der Kritik.

Schon lange vor Anpfiff des Eröffnungsspiels hatte das Thema Doping auch die Fußball-EM erreicht. Mamadou Sakho, Innenverteidiger der französischen Nationalmannschaft, verpasst das Turnier im eigenen Land - wegen eines positiven Dopingtests. Zwar wurde die Suspendierung des 26-Jährigen vom FC Liverpool inzwischen aufgehoben, eine Nominierung kam für den französischen Nationaltrainer Didier Deschamps allerdings nicht mehr in Frage.

"Wir sind sehr gespannt, wie der Fußball diesen offensichtlichen 'Unfall' bei Sakho verkauft. Alles andere als ein skandalöses Vorgehen der Fußballverbände würde mich wundern", sagte der Pharmakologe und Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel dem SID. Das Misstrauen sitzt tief - auch gegenüber dem Doping-Kontrollsystem der UEFA bei der EM.

Mehrere hundert Kontrollen soll es vor und während des Turniers in Frankreich geben, zudem wurde erstmals ein Athletenpass eingeführt - doch ein grundlegender Interessenskonflikt bleibt: Sowohl die Durchführung der Tests als auch der Umgang mit den Ergebnissen liegt in den Händen des europäischen Verbandes. Allerdings sollen mögliche positive Fälle auch an die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA gemeldet werden: Eine Vertuschung von Dopingvergehen wäre damit unmöglich.

Doping im Fußball unterschätzt

Mauscheleien "möchte ich niemandem unterstellen", sagte Andrea Gotzmann, Vorsitzende der NADA und Mitglied im Anti-Doping-Beratergremium der UEFA. "Mein Eindruck ist, dass dort gute Arbeit geleistet wird. So transparent ist das System." Allerdings sieht auch sie Verbesserungsbedarf: "Wir in Deutschland fordern, dass die nationalen Verbände sowohl Test- als auch Ergebnismanagement an die neutralen Institutionen abgeben. International ist das nicht der Fall. Diese Interessenskonflikte müssen aufgelöst werden."

Die UEFA selbst verweist auf SID-Anfrage auf die "umfangreichsten" Dopingkontrollen, die es je in einer Mannschaftssportart gegeben habe. Insgesamt 800.000 Euro lässt sich die UEFA das Anti-Doping-Programm bei der EM kosten. Auch habe sie eine Einladung an die WADA geschickt, diese habe allerdings abgelehnt, eigene Beobachter nach Frankreich zu schicken. Nach Angaben der UEFA habe die WADA "volles Vertrauen in das Anti-Doping-Programm" und fokussiere "ihre Ressourcen auf die Olympischen Spiele in Rio".

Für Sörgel reichen die Anstrengungen allerdings keinesfalls aus. "Das gesamte Management des Dopingtests gehört keineswegs, auch nicht in Teilen!, in die Hände eines Verbandes. Das ist für mich eigentlich nicht akzeptabel, dass die UEFA das Ergebnismanagement im Griff hat", sagte er: "Ich hatte gedacht, dass wir diese Zeiten hinter uns gelassen hätten. Von der UEFA muss man auch erwarten, dass sie das an eine kompetente und vor allem unabhängige Anti-Doping-Agentur gibt." Der Fußball unterschätze dabei das Dopingproblem keinesfalls: "Im Gegenteil: Sie nehmen es sehr ernst. Deswegen wollen sie das alles selbst im Griff behalten - damit nichts Unvorhergesehenes passiert."

Selbst das IOC will einen eigenen Interessenkonflikt ausräumen. Präsident Thomas Bach spricht sich seit längerem für eine komplett unabhängigen Kontrollinstanz aus. Allerdings steht das IOC auch seit den massiven Dopingvergehen russischer Sportler verstärkt unter Druck. Solch spektakuläre Fälle fehlen im Fußball noch.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung