EM 2016: Sicherheit, Kontrollen, Organisation

Zu viel Laissez-faire

Donnerstag, 23.06.2016 | 14:04 Uhr
Schon mehrfach kam es in und außerhalb der EM-Stadien zu Ausschreitungen
© getty
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Die Gruppenphase der EM in Frankreich ist vorüber. Auch in Sachen Sicherheit bietet sich ein Zwischenfazit an. Die friedvollen Fan-Feste nahmen vielerorts die Angst, schwere Zuschauer-Ausschreitungen überschatteten das jedoch wieder. Die Ordnungskräfte haben längst nicht alles unter Kontrolle. Dabei sollte das Turnier das sicherste aller Zeiten sein. Eindrücke aus Frankreich.

So einfach wie wohl lange nicht mehr kamen Fußballfans in den letzten Monaten an Eintrittskarten für die EM in Frankreich. Auf offiziellem Weg, wohlgemerkt. Denn der Andrang auf die insgesamt etwa 1,8 Millionen Tickets hielt sich stark in Grenzen. Es sind die Auswirkungen der schrecklichen Pariser Terroranschläge vom 13. November vergangenen Jahres.

Das Land Frankreich und auch die UEFA versprachen: Die EM 2016 wird die sicherste aller Zeiten. Nicht weniger erwarten die Zuschauer vor Ort. Auch wenn die Stimmung in den ersten beiden Wochen zumeist ausgelassen und heiter war: Alles hatte das Sicherheitspersonal nicht unter Kontrolle.

Die bisherigen Spiele zeigten: Noch läuft nicht alles glatt beim Gastgeber. An einigen Stellen sind die Mängel gar so gravierend, dass sie so kurzfristig nicht mehr reparabel sind. Andere Malheurs dagegen sind kein französisches Problem, sondern schlichtweg unmöglich zu verhindern. Benedikt Treuer, SPOX-Reporter vor Ort, schildert mithilfe deutscher Fans die Eindrücke aus Frankreich.

Die Gesamt-Organisation

Insgesamt hat man das Gefühl: Frankreich hat sich vor diesem Turnier viele Gedanken gemacht, wie man alle glücklich stimmen kann: Die Mannschaften, deren Fans, die Medien und auch die französische Bevölkerung. Viele Gedanken. Gerade das scheint es den Organisatoren an einigen Stellen aber schwer zu machen, neben der Quantität an Angeboten auch die Qualität zu gewährleisten.

Es ist schön, dass jede EM-Stadt mehrere große Fan-Zonen hat. Dass in jede dieser Zonen auch ein umfangreiches Medien-Center errichtet wurde, in dem über die Feierlichkeiten berichtet werden soll, ist für die Journalisten ein riesiger Luxus. Denn: Das Internet funktioniert hervorragend, die Ausstattung der Räumlichkeiten ist meist hochmodern, für jeden Pressevertreter stehen gefühlt zwei der insgesamt 6.500 eingesetzten Volunteers zur Verfügung.

Dabei bräuchte es das gar nicht. Die Mediencenter in den Fan-Bereichen sind meist leer. Gearbeitet wird überwiegend im Stadion oder von öffentlichen Plätzen aus, das Überangebot wird nicht genutzt. Dieses Beispiel zeigt, dass die Helfer nicht wirklich optimal eingesetzt werden. Gerade rund um die Stadien und an den öffentlichen Verkehrsanbindungen fehlen diese helfenden, wegweisenden Mitarbeiter.

Hilfe muss man suchen

"Wir waren in Lille beim ersten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft. Als wir endlich in der Nähe des Stadions ankamen, dauerte es über eine Stunde, um einen offiziellen Parkplatz zu bekommen", beschreibt Deutschland-Fan Martin Keßel das Organisationschaos an den Spieltagen: "Die Abholkasse zu finden war reines Glück. Erst unmittelbar am Stadion gab es Informationen und wissende Helfer."

Dass man auf seine Fragen wirklich brauchbare Antworten erhält, ist aber längst nicht gewährleistet. Alle sind wirklich bemüht, jedoch bestätigten viele Volunteers: Von der UEFA gab es kein offizielles Briefing beziehungsweise nicht alle Helfer nahmen an Schulungen teil.

Selbst unmittelbar vor dem Eingang des Mediencenters wissen ausgewiesene Volunteers und Sicherheitskräfte teilweise nicht einmal, wo sie sich befinden. Die Frage nach dem Tribünenzugang wird dann auch gerne mit einem stumpfen "Je ne sais pas" beantwortet - oder nach Prüfung des eigenen Ausweises gekonnt ignoriert.

"Englisch ist für Helfer in Frankreich leider auch kein Standard", schildert Keßel weiter, der auch die Planung innerhalb der Stadien kritisiert: "Zur Halbzeit gab es im Oberrang nichts mehr zu essen - aus meiner Sicht ein Indiz dafür, wie hier organisiert wird."

"Loveparade ließ grüßen"

Ähnlich nüchtern beschreibt Dominik Fischer aus Solingen seine Erlebnisse. Er war mit zwei Freunden bei den deutschen Gruppenspielen in Lille und Saint-Denis sowie bei der Partie Schweden gegen Irland. Vor allem im Stade de France erlebte er "schlimme" Zustände: "Alle Zuschauer, die auf der Nordseite des Stadions saßen, wurden nach dem Spiel durch einen Ausgang geschleust, der zu einer kleinen Fußgängerbrücke führte, die im Zehn-Minuten-Takt von Reiter-Polizei abgesperrt wurde, sodass tausende Menschen in einem Gedränge standen - Loveparade ließ grüßen", beschreibt er.

"Wir brauchten insgesamt drei Stunden, um zu dem Bahnhof zu kommen, der eigentlich nur zehn Minuten zu Fuß entfernt war. Das war unmöglich", schildert Fischer, der eigenen Angaben zufolge auch bei seinem zweiten Besuch in Saint-Denis ähnliche Erfahrungen machte: "Organisatorisch war es wieder katastrophal. Tausende Menschen drängelten im Zugang zum Gleis. Und es brauchte 20 Minuten, bis der erste Zug ankam! Es kann nicht sein, dass keine Transportmittel zur Verfügung stehen."

"Gebe Saint-Denis eine glatte Sechs"

Besser fühlte er sich im überschaubaren Lille aufgehoben: "Nach dem Spiel ging es ziemlich schnell und geordnet. Ich muss sagen, dass ich noch nie so gut und schnell nach einem Spiel wieder zu Hause war." Insgesamt fällt sein Gesamtfazit aber schlecht aus: "Wenn ich es benoten müsste, würde ich Lille eine Drei geben und Saint-Denis eine glatte Sechs."

Was auch nachdenklich machte ist der Fakt, dass einige Sicherheitsabläufe offenbar erst unmittelbar vor Spielbeginn eingeprobt werden. Gut zweieinhalb Stunden vor Anpfiff sah man in Lille beispielsweise etwa 50 Ordner eine Kette bilden, die im Ernstfall wohl zum Eingrenzen der Zuschauer hätte dienen sollen. Doch keiner wusste wohin mit seinen Händen, die Laufwege waren teilweise gegensätzlich. Es sah chaotisch aus. Darauf angesprochen gaben zwei Ordner zu, diese Übung zum ersten Mal zu machen.

Fazit: Der EM-Gastgeber hat sich in Schale geworfen, rein optisch macht die Europameisterschaft echt was her. Bei der Umsetzung hapert es aber an einigen Stellen: Teils sind das von Großveranstaltungen bekannte Probleme, teils aber auch welche, die schlechter Organisation geschuldet sind.

Seite 1: Die Gesamt-Organisation

Seite 2: Prävention in den EM-Städten

Seite 3: Kontrolle rund um die Stadien

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