Freitag, 27.05.2016

Testspiele der EM-Teilnehmer am 27. Mai

Rashford trifft auch für England

Die EM rückt immer näher - am Freitag testeten gleich mehrere Teilnehmer. Rashford trifft auch bei seinem Nationalmannschaftsdebüt und bringt die Three Lions auf die Siegerstraße. Kramaric führt Kroatien zum Sieg über Moldawien. Deutschlands Gruppengegner Nordirland hat gegen Weißrussland keine Probleme.

Marcus Rashford geland wieder ein Rekord-Treffer
© getty
Marcus Rashford geland wieder ein Rekord-Treffer

Slowakei - Georgien 3:1 (1:0)

Tore: 1:0 Nemec (5.), 2:0 Nemec (56.), 3:0 Zrelak (70.), 3:1 Kenia (71.)

Aufstellung Slowakei: Mucha (63. Novota) - Tesak, Skrinniar, Salata, Gyömber - Sabo (66. Sestak), Pecovsky, Gregus (87. Svento), Bero (79. Hrosovsky) - Zrelak, Nemec (70. Duris)

Sowohl Slowakei-Coach Jan Kozak als auch sein Gegenüber Vladimir Weiss nutzten das Testspiel, um ein paar Spielern zu ihrem Debüt in der Nationalmannschaft zu verhelfen. Auf Seiten der Slowakei durften Milan Skriniar und Matus Bero das erste Mal für ihr Land auflaufen, bei Georgien Vakhtang Chanturishvili und nach der Pause Giorgi Kvilitaia.

Das Spiel im österreichischen Wels begann gleich mit einem Paukenschlag: Ex-Bundesligaprofi Adam Nemec traf schon nach fünf Minuten zur Führung. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte passierte jedoch nichts Nennswertes mehr.

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Nach dem Seitenwechsel war es erneut Nemec, der für die Slowakei einnetzte und auf 2:0 erhöhte. Sein erstes Tor im erst zweiten Länderspiel feierte 20 Minuten vor Schluss Adam Zrelak. Das Spiel schien entschieden, doch Levan Kenia stellte umgehend den alten Abstand wieder her. Bis zum Abpfiff änderte sich am Ergebnis nichts mehr, was auch daran lag, dass die Trainer den einen oder anderen Akteur testeten. Für die Slowakei kamen der Kölner Dusan Svento und der ehemalige Bochumer Stanislav Sestak noch zu einem Kurzeinsatz. In Abwesenheit von Superstar Marek Hamsik saß Herthas etatmäßiger Rechtsverteidiger Petar Pekarik die vollen 90 Minuten auf der Bank.

Tschechien - Malta 6:0 (3:0)

Tore: 1:0 Plasil (15.), 2:0 Skoda (21.), 3:0 Hubnik (40.), 4:0 Lafata (74.), 5:0 Necid (81.), 6:0 Schick (91.)

Aufstellung Tschechien: Cech (46. Koubek) - Limbersky (46. Gebre Selassie), Hubnik, Sivok, Kaderabek - Plasil (46. Darida), Rosicky (65. Schick) - Pavelka (65. Kolar), Krejci (46. Skalak), Sural (46. Lafata) - Skoda (46. Necid)

Die Tschechen schießen sich warm für die EM-Endrunde! Angeführt von Kapitän Tomas Rosicky presste der EM-Teilnehmer von Beginn auf das maltesische Tor. Nach einer Viertelstunde der erste Treffer: Jaroslav Plasil von Girondins Bordeaux traute sich aus rund 22 Metern und traf abgefälscht ins Netz, 1:0. Milan Skoda von Slavia Prag markierte das 2:0 (21.), ehe der Ex-Herthaner Roman Hubnik sehenswert per Seitfallzieher das 3:0 besorgte (40.).

Nach dem Seitenwechsel kamen zusätzlich zum Hoffenheimer Pavel Kaderabek auch die Bundesliga-Profis Theodor Gebre Selassie (Bremen) und Vladimir Darida (Hertha) ins Spiel. Den 6:0-Endstand besorgten schließlich David Lafata per Abstauber (74.), Tomas Necid (81.) und Patrik Schick nach einem Eckball (91.).

Bevor es in Gruppe D gegen Titelverteidiger Spanien, die Türkei und Kroatien geht, steht für Tschechien noch der Test gegen Russland (1. Juni) an.

Kroatien - Moldawien 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Kramaric (9.)

Aufstellung Kroatien: Subasic - Strinic, Corluka, Vida (46. Schildenfeld), Vrsaljko - Badelj (46. Antolic), Brozovic (46. Coric) - Perisic (46. Cop), Kramaric (46.Rog), Pjaca (46. Halilovic) - Klinic

Ohne Superstar Luka Modric, der mit Real Madrid noch das Champions-League-Finale vor der Brust hat, ist die kroatische Nationalmannschaft erfolgreich in die EM-Vorbereitung gestartet. Gegen Moldawien erzeilte Andrej Kramaric zwei Tage nach seinem endgültigen Wechsel zu 1899 Hoffenheim das einzige Tor des Tages (9.). Die Elf von Ante Cacic hatte das Spiel jeder Zeit im Griff, konnte die Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen.

Das könnte auch daran gelegen haben, dass der Trainer nach dem Seitenwechsel gleich sechs neue Leute auf den Platz schickte. Es kam unter anderem Barcelonas Supertalent Alen Halilovic, außerderm feierten Ante Coric und Duje Cop ihr Debüt. Somit nutzte Cacic die Gelegenheit einige seiner jungen Spieler an die Mannschaft heranzuführen und sie auf ihre EM-Tauglichkeit zu testen. Mit fünf Siegen aus den vergangenen sechs Partien geht Kroatien selbstbewusst in die weiteren Testspiele bis zum Turnierstart.

England - Australien 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Rashford (3.), 2:0 Rooney (55.), 2:1 Dier (75./ET)

Aufstellung England: Forster (87. Heaton) - Clyne, Smalling (73. Dier), Stones, Bertrand - Henderson, Drinkwater, Wilshere (46. Milner) - Sterling (76. Townsend), Rashford (63. Barkley), Lallana (46. Rooney)

Das nächste unglaubliche Kapitel im Märchen von Marcus Rashford wurde bereits nach 135 Sekunden geschrieben: Gegen Australien gab der 18-Jährige sein Debüt für die Three Lions - und traf direkt zur Führung. Mit seinem ersten Schuss. Das Erstaunliche: Sowohl bei seinem Europa-League- als auch bei seinem Premier-League-Debüt für Manchester United traf Rashford ebenfalls mit seinem jeweils ersten Versuch.

Der Youngster von Manchester United zeigte auch im Trikot der Nationalelf seine Torjägerqualitäten und versenkte nach einer abgefälschten Flanke alleinstehend den Ball im Kasten der Australier - 1:0. Damit ist er der jüngste Debütanten-Torschütze der Engländer und der drittjüngste überhaupt.

Die favorisierten Engländer konnten anschließend nicht ihrer Rolle gerecht werden. Australien dominierte, die Three Lions zeigten sich ideenlos. Das Freundschaftsspiel war im ersten Durchgang genau das: ein Freundschaftsspiel.

Trainer Roy Hodgson brachte zur zweiten Halbzeit für Adam Lallana den frischgebackenen FA-Cup-Sieger Wayne Rooney. Der dankte es nach einem Ballgewinn von Jordan Henderson und einem schnellen Umschalten von Raheem Sterling mit dem 2:0. Danach der nächste Wechsel mit Folgen: Eric Dier kam für Kapitän Chris Smalling und traf zwei Minuten später durch einen verunglückten Flugkopfball ins eigene Tor zum 2:1-Endstand.

Für die Three Lions steht im nächsten Test Portugal auf dem Programm (2. Juni), bevor es in Frankreich in der Gruppe B gegen Russland, Wales und die Slowakei ernst wird.

Irland - Niederlande 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Long (30.), 1:1 De Jong (85.)

Aufstellung Irland: Randolph - Coleman, O' Shea, Duffy, Brady - Arter (83. O' Kane), Whelan (67. Gibson), Quinn (67. Hendrick) - Long (67. McClean), McGoldrick, Walters (76. Hoolahan)

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Eine halbe Stunde mussten die gut 50.000 Zuschauer im Aviva Staidum zu Dublin auf eine erste gute Aktion der Iren warten und die führte gleich zum Torschrei. O' Shea gewann nach einer Ecke von rechts das Kopfballduell am Elfmeterpunkt, Casper Cillessen und Vincent Janssen per Hand konnten nur noch nach vorne abwehren, ehe Long den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte.

Zuvor verspielten die Niederlanden trotz hoher Spielanteile die Kugel regelmäßig im letzten Spieldrittel. Im zweiten Durchgang gingen es die Gastgeber etwas forscher an, dennoch blieb Oranje bis zum Schluss das aktivere Team.

Janssen (69.) und der in der 75. Minute eingewechselte Bas Dost vom VfL Wolfsburg (77.) kamen per Kopf gefährlich vors Tor. Letztlich sorgte eine Unachtsamkeit der sonst sattelfesten Abwehr der Hausherren für den späten Ausgleich. Nach Jetro Willems Flanke aus dem linken Halbfeld stand keiner beim Ex-Gladbacher Luuk de Jong, der aus kurzer Entfernung einnickte.

Während die Elftal sich die EURO 2016 vom Fernseher aus anschauen muss, spielen die Iren in Gruppe F gegen Belgien, Italien und Schweden.

Nordirland - Weißrussland 3:0 (2:0)

Tore: 1:0 Lafferty (6.), 2:0 Washington (44.), 3:0 Grigg (88.)

Aufstellung Nordirland: Carroll (46. Mannus) - McNair, Cathcart, J. Evans (74. McGinn) - McLaughlin, Baird, Davis (46. Davies), C. Evans, Dallas (74. Dallas) - Lafferty (61. Grigg), Washington (61. Ward)

Keine 360 Sekunden waren im stimmungsvollen Windsor Park zu Belfast absolviert, da hatten die Gastgeber und EM-Fahrer das erste Mal Grund zum Jubeln. Conor Washington wich auf die rechte Seite aus und bediente Stuart Dallas an der linken Strafraumkante, der Flügelspieler legte die Kugel prompt ins Zentrum, wo Nikita Korzun den Ball in Richtung eigenes Tor abwehrte. Egor Filipenko ließ die Kugel rechts in den Fünfer prallen, wo Kyle Lafferty angerauscht kam und den Ball ins linke Eck einschweißte - das ging zu einfach.

Durch den Treffer nahm das Spiel aber nicht die gewünscht Fahrt auf. Torchancen blieben Mangelware, was die rund 20.000 Zuschauer aber nicht daran hinderte, auf den Rängen ein wahres musikalisches Feuerwerk abzubrennen. Auf dem Grün verfestigte sich folgendes Bild: Nordirland hatte den Ball, wusste damit aber nicht so recht etwas anzufangen; Weißrussland beschränkte sich rein auf die Defensive.

Erst wenige Augenblicke (44.) vor dem Pausenpfiff riss Washington alle 22 Spieler aus dem Dornröschenschlaf. Wieder war eine unglückliche Abwehraktion der Gäste vorausgegangen. Dallas schlug eine scharfe Flanke ins Zentrum, Torhüter Andrey Gorbunov faustete den Ball halbherzig links in den Strafraum, wo Washington bereit stand und den Ball ins lange Eck und ins leere Tor einköpfte.

In der zweiten Hälfte ging das gewohnte Bild aus Durchgang eins weiter; die Weißrussen ließen zu keiner Zeit einen Zweifel an ihrer EM-Untauglichkeit. Nach etlichen Wechseln brach der Spielfluss noch weiter ab, sehenswerte Spielzüge waren nicht mehr zu sehen. Erst sieben Minuten vor Schluss wurden die Gäste mutiger, trauten sich zum ersten Mal nach vorne, blieben aber ohne Erfolg.

Zwei Minuten vor dem Ende machte dann der eingewechselte Publikumsliebling Will Grigg den Deckel drauf und veredelte einen wieder vom gegnerischen Torwart abgeprallten Ball halbhoch und volley mit voller Kraft. Ein wirklicher Härtetest war das vor allem für die Defensive der Nordiren bei weitem nicht. Seine EM-Form wird der deutsche Gruppengegner in einer anderen Partie unter Beweis stellen müssen.

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