Freitag, 27.03.2015

EM-Qualifikation, Freitagsspiele

Pyro-Anschlag und Abbruch!

Skandal in Montenegro! Nachdem der russische Nationaltorhüter Igor Akinfeev von einer Leuchtfackel getroffen wurde und es nach einem verschossenen Elfmeter zu erneuten Tumulten kam, ist das EM-Qualifikationsspiel des kommenden WM-Gastgebers in Montenegro abgebrochen worden. Spanien gewann knapp gegen die Ukraine. Bei Englands Kantersieg brauchte Harry Kane nur 79 Sekunden, um bei seinem Debüt zu treffen. Zlatan Ibrahimovic gelang ein Slapstick-Tor. Österreich und die Schweiz siegen souverän.

Russlands Torhüter Igor Akinfeev wurde von einer Leuchtrakete getroffen
© imago
Russlands Torhüter Igor Akinfeev wurde von einer Leuchtrakete getroffen

Gruppe C

Spanien - Ukraine 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Morata (28.)

Die Truppe von Trainer Vincente Del Bosque trat mit wenigen Ausnahmen in Bestbesetzung an diktierte von Beginn an das Geschehen. Isco und David Silva erspielten erste Chancen für die Spanier. Das überfällige Tor zur 1:0-Führung erzielte Alvaro Morata nach einer einem schönen Steilpass von Koke (28.).Die Ukrainer hatten nur selten die Gelegenheit nach vorne zu spielen und ließen sich von den Spaniern in die eigene Hälfte drängen. Alle vier Schüsse in der ersten Halbzeit landeten neben dem Tor. Oftmals waren es Standardsituationen oder Fernschüsse, die für ein wenig Torgefahr auf Seiten der Gäste sorgten.

In der zweiten Halbzeit gelang es den Spaniern nicht, die Führung auszubauen und so musste das Team lange mit der Gefahr leben einen Ausgleich zu kassieren. Am Ende waren die Ukrainer rund um Kapitän Anatoliy Tymoshchuk nicht zwingend genug und erarbeiteten sich nur eine Torchance über 90 Minuten.

Die Spanier haben nach fünf Partien zwölf Punkte auf dem Konto und stehen damit auf dem zweiten Platz in der Gruppe hinter der Slowakei. Das erste direkte Duell zwischen beiden Mannschaften entschied die Slowakei für sich. Mazedonien, Weißrussland und Luxemburg sind bereits jetzt abgeschlagen auf den letzten drei Plätzen.

Jordi Alba (Spanien) erlitt eine Oberschenkelzerrung und fällt am Dienstag gegen die Niederlande aus.

Gruppe E

Schweiz - Estland 3:0 (2:0)

Tore: 1:0 Schär (16.). 2:0 Xhaka (27.), 3:0 Seferovic (80.)

Eine Assist-Show von einem herausragenden Xherdan Shaqiri führte die Schweizer Nationalelf zum Sieg. Der Kraftwürfel bereitete alle drei Treffer vor und zeigte eine großartige Leistung. Die Schweizer dominierten das Spiel nach Belieben und sind weiterhin gemeinsam mit Slowenien auf dem zweiten Platz.

Die offiziellen Spielbälle der EM
Da ist das gute Stück, das die Hauptrolle bei der EM 2012 spielen wird: Der offizielle Turnierball, der Tango 12
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Der Tango 12 in Nahaufnahme. Fast wie Schlangenleder
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Der Tango 12 in Nahaufnahme. Fast wie Schlangenleder
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Der EM-Ball Tango 12 wird zum Leben erweckt. Mit dabei: Spaniens Weltmeistertrainer Vicente del Bosque (2.v.l.)
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Und noch mal vor dem Olympiastadion in Warschau
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Und noch mal vor dem Olympiastadion in Warschau
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Farbig, schlicht, schön und vor allem - rund!
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Seit 1972 stellt Adidas den Spielball der EM. Bei den Turnieren in Belgien 72 und Jugoslawien 76 wurde der Telstar Durlast eingesetzt. So sexy präsentiert wurde er aber nur zur WM 1974
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Bei der EM 1980 kam dann der Tango Italia zum Einsatz. Er war eine Weiterentwicklung des Spielballs der WM 1978
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Die Franzosen präsentieren den Tango Mundial zur EM 1984 stilecht im Hahnenkostüm
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Die Franzosen präsentieren den Tango Mundial zur EM 1984 stilecht im Hahnenkostüm
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Bei der EM 1988 in Deutschland übernahm das Maskottchen Berni. Stolz präsentiert er den Tango Europa
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Bei der EM 1988 in Deutschland übernahm das Maskottchen Berni. Stolz präsentiert er den Tango Europa
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Vier Jahre später in Schweden spielte man mit dem Etrusco Unico der WM 1990 in Italien
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Vier Jahre später in Schweden spielte man mit dem Etrusco Unico der WM 1990 in Italien
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1996 in England gab es erstmals ein eigenes Designn für den EM-Ball. So zierten drei metallic-blaue Löwen und eine rote Rose die Sechsecke des Questra Europa
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Futuristisch kam der Terrestra Silverstream daher. der Name ist angelehnt an die vielen Flüsse der Niederlande und Belgien, die im Volksmund Silberstreifen genannt werden
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Roteiro hieß die Kugel bei der EM 2004 in Portugal. Benannt nach dem Logbuch des berühmten Seefahrers Vasco da Gama. Der Ball wurde erstmals geklebt anstatt genäht
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Bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz nannte man die Kugel Europass. Beim Finale kam die silberne Version Europass gloria zum Einsatz
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Gegen schwache Esten war es für die Schweizer ein Leichtes, das Spiel zu gewinnen. Estland schaffte es nur selten, die Schweizer Dominanz zu durchbrechen und eigene Angriffe einzuleiten. Schon in der 16. Minute klingelte es zum ersten Mal. Shaqiri führte einen Eckball kurz aus und passte den Ball zu Drmic, der klatschen ließ. Die anschließende Flanke des Inter-Spielers schloss Fabian Schär per Kopf ab und brachte die Eidgenossen in Führung.

Die Schweizer spielten munter weiter und schließlich war es wieder Shaqiri, der das zweite Tor des Abends einleitete: Ein Pass zu Granit Xhaka, der mit einem strammen Weitschuss ins rechte untere Eck Estland-Keeper Sergei Pareiko keine Chance ließ. In der 82. Minute folgte schließlich der dritte Streich: Haris Seferovic stellte nach dem Zuspiel von Shaqiri aus kurzer Distanz auf 3:0.

Gruppe E

England - Litauen 4:0 (1:0)

Tore: 1:0 Rooney (10.), 2:0 Welbeck (45.), 3:0 Sterling (58.), 4:0 Kane (73.)

England baute in der ersten halbe Stunde viel Druck auf das Tor der Litauer auf. Rooney scheiterte zunächst am Pfosten, ehe er in der zehnten Minute nach einem gut parierten Schuss von Welbeck freistehend einköpfte. Das Team von Roy Hodgson war um viel Ballbesitz bemüht und kombinierte rund um den Sechszehner der Gäste.

Litauen baute auf lange Bälle in Richtung des großen Mittelstürmers Deivydas Matulevicius, der gelegentlich auch für öffnende Pässe auf die Außen sorgte. Nach einer Flanke von Vytautas Andriuskevicius konnte er bei der einzigen Chance der Litauer nicht entscheidend eingreifen. Auf der anderen Seite nutzte Welbeck die Möglichkeit und köpfte eine Henderson-Flanke über Umwege in die Maschen (45.).

Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff zeigte Litauens Keeper Arlauskis seine Klasse und parierte eine Direktabnahme von Delph aus zehn Metern. Das Team von Igoris Pankratjevas sorgte für wenig Entlastung, die Engländer kamen immer wieder schnell an den Ball. Ein abgefangener Ball landete bei Rooney, der wiederum Sterling in der Mitte zum 3:0 bediente. In der 72. Minute kam Harry Kane zu seinem Länderspieldebüt und ersetzte Rooney. Sein Einstand gelingt. Nur eine Minute und 19 Sekunden später köpfte er das Leder zum 4:0-Endstand über die Linie.

Danny Welbeck (England) zog sich eine Knieverletzung zu und wird am Dienstag gegen Italien fehlen.

Gruppe G

Montenegro - Russland abgebrochen

Bes. Vorkommnis: Shirokov verschießt Foulelfmeter (66./Russland)

Diese Partie dürfte ein empfindliches Nachspiel für die Gastgeber haben: Kurz nach dem Anpfiff der Begegnung der Gruppe G in Podgorica traf ein brennendes Wurfgeschoss Russlands Keeper von hinten in den Nacken, Igor Akinfeev ging zu Boden und der deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin unterbrach die Partie zunächst.

Daraufhin wurde der Profi von ZSKA Moskau in ein Krankenhaus gebracht. Für den Verletzten schickte Nationalcoach Fabio Capello anschließend Juri Lodigin aufs Feld. Aytekin setzte die Partie fort und ließ eine Durchsage tätigen, wonach die Partie beim nächsten Zwischenfall sofort vollständig abgebrochen würde.

Leider dauerte dies nicht besonders lange: In der Mitte der zweiten Halbzeit bekam Russland einen Elfmeter zugesprochen, Marko Basa foulte Alexander Kokorin (66.). Roman Shirokov wählte bei seinem Versuch die linke Ecke, doch Vukasin Poleksic ahnte die Ecke und wehrte den Schuss ab.

Dies ließ erneute Tumulte ausbrechen: Feuerwerk auf den Rängen wurde abgebrannt, es wurde offenbar erneut ein russischer Spieler von einem Gegenstand getroffen. Zudem kam es zu einer Rudelbildung, Spieler und Ersatzspieler bekamen sich in die Haare.Das Schiedsrichtergespann und die Spieler verließen wenig später den Rasen, die Partie wurde endgültig abgebrochen.

Montenegro und Russland liegen in der Gruppe G mit jeweils fünf Punkten gleichauf, doch die UEFA dürfte sich mit diesem Skandalspiel bald befassen. Montenegro droht die Begegnung am grünen Tisch zu verlieren, auch künftige Geisterspiele dürften nicht unwahrscheinlich sein.

Moldawien - Schweden 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Ibrahimovic (46.), 0:2 Ibrahimovic (85., FE)

Gerade einmal 20 Sekunden waren in Durchgang zwei gespielt, da zappelte der Ball auch schon im moldawischen Tornetz. Nach einem Rückpass versuchte Keeper Ilie Cebanu den Ball nach vorne zu dreschen, hämmerte das Leder jedoch an den Kopf von Schwedens Stürmer-Star Zlatan Ibrahimovic. Aus rund 20 Metern prallte die Kugel von dessen Stirn ins gegnerische Tor. Die Bude der Marke Slapstick war perfekt!

Zuvor hatte sich der Tabellenzweite der Gruppe G gegen defensiv konzentriert agierende Moldauer enorm schwer getan. Die Skandinavier erarbeiteten sich nur wenig Torchancen. Einzig Albin Ekdal und natürlich Ibrahimovic brachten das Tor der Gastgeber in Durchgang eins ein wenig in Gefahr, setzten ihre Kopfbälle aber jeweils über die Querlatte.

In der zweiten Halbzeit erarbeiteten sich die Schweden nach der Führung mehr Chancen. Mit zahlreichen Paraden machte Cebanu seinen Fehler allerdings wieder gut: In der 74. Minute entschärfte er einen gefährlichen Ibrahimovic-Freistoß, kurz darauf war er gegen Marcus Berg und Emil Forsberg gleich doppelt zur Stelle (81.).

Erst ein Elfmeter brachte die Vorentscheidung: Nach einem Foul von Vadim Bolohan an Forsberg behielt Ibrahimovic die Nerven und jagte den Ball unhaltbar zum 2:0 in den linken Knick.

Liechtenstein - Österreich 0:5 (0:2)

Tore: 0:1 Harnik (14.), 0:2 Janko (16.), 0:3 Alaba (59.), 0:4 Junuzovic (74.), 0:5 Arnautovic (90.+3)

Bes. Vorkommnis: Alaba verschießt Foulelfmeter (33./Österreich)

Einem krassen Außenseiter zieht man besser früh den Zahn, sonst kann es gefährlich werden. Die Österreicher machten das perfekt, ein Doppelschlag brachte die insgesamt klar überlegene Mannschaft von Trainer Marcel Koller nach einer Viertelstunde auf die Siegerstraße.

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Erst traf Martin Harnik aus kurzer Distanz nach herrlichem Doppelpass mit Zlatko Junuzovic. Wenig später erhöhte Marc Janko nach einer flachen Hereingabe von Marko Arnautovic von der linken Seite. Nach gut einer halben Stunde hätte die Partie endgültig entschieden sein können, nachdem Keeper Peter Jehle Junuzovic zu Fall brachte. Doch David Alaba schoss den fälligen Elfer links am Kasten vorbei.

Im zweiten Durchgang machte es der Bayern-Star besser. Viel besser sogar. Alaba zog aus 25 Metern einfach mal ab und versenkte die Kugel in der linken Ecke. Nun spielten die Gäste wie im Training und legten nach, Janko bediente Junuzovic - 4:0. Beinahe wäre Liechtenstein in der Schlussphase noch zum Ehrentreffer gekommen, aber Nicolas Hasler traf nur Aluminium. Stattdessen traf Arnautovic zum Endstand. Durch den vierten Sieg im fünften Spiel bleibt Österreich Tabellenführer der Gruppe G.

Die EM-Qualifikation im Überblick

Adrian Franke

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