Irre! Island haut Holland weg

Von SPOX
Montag, 13.10.2014 | 23:01 Uhr
Gylfi Sigurdsson traf für Island bereits nach 10 Minuten per Strafstoß
© getty
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Drei Spiele, zwei Niederlagen: Der Fehlstart von Oranje ist perfekt! In Island setzt es für die Elftal gegen das Team der Stunde die nächste Pleite. In der Türkei zerplatzen nach einem Remis gegen Lettland bereits EM-Träume, während der 15-jährige Odegaard für Norwegen Geschichte schreibt. Kroatien macht es standesgemäß, ein Wolfsburger trifft doppelt.

Gruppe A

Kasachstan - Tschechien 2:4 (0:2)

Tore: 0:1 Dockal (13.), 0:2 Lafata (45.), 0:3 Krejci (56.), 1:3 Logvinenko (84.), 1:4 Necid (88.), 2:4 Logvinenko (90.)

Island - Niederlande 2:0 (1:0)

Tore: 1:0, 2:0 Gylfi Sigurdsson (10./FE, 42.)

Dank einer über weite Strecken harmlosen und ineffektiven Leistung setzt es für Oranje gegen das Team der Stunde die zweite Niederlage. Island putzt dagegen den nächsten Favoriten und weist mit neun Punkten und keinem Gegentor weiter eine makellose Bilanz auf.

Bereits nach zehn Minuten holte de Vrij Bjarnason im linken Strafraumeck unnötig von den Beinen und der Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson sorgte vom Punkt souverän für die Führung des Außenseiters.

Die erste echte Chance für die Niederlande hatte Kapitän van Persie erst in Minute 26, als er von Robben flach in den Sechzehner geschickt wurde, mit seinem Abschluss aber an Halldorsson scheiterte. Nur drei Minuten später hätte Robben dann selbst für den Ausgleich sorgen müssen, doch der Münchner setzte eine Maßflanke von Blind per Kopf aus sechs Metern neben den Kasten.

Kurz vor der Pause war es dann erneut Sigurdsson, der den Favoriten schockte. Nach einer Ecke sprang der Ball kurz am Fünfmeterraum zum Swansea-Profi, der humorlos unter die Latte vollendete. In der Folge hatte der Favorit zwar weiter mehr vom Spiel, schaffte es aber nicht wirkliche Torgefahr zu entwickeln und konnte am Ende froh sein, sich nicht per Konter das 0:3 gefangen zu haben.

Lettland - Türkei 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Kisa (47.), 1:1 Sabala (54./FE)

Gelb-Rote Karte: Freimanis (90.+2)

Die EM-Teilnahme rückt für die Türkei in weite Ferne, denn auch gegen Lettland konnte das Team von Fatih Terim ohne die verletzten Leverkusener Calhanoglu und Toprak bis auf Arda Turan erneut nicht überzeugen und bleibt weiter sieglos.

Ehe ein Traumtor die Zuschauer in Riga wachrüttelte, war außer Kampf nicht viel los. Viele Unterbrechungen sorgten für ein wenig unterhaltsames Spiel. Dennoch hätte Umut Bulut schon nach neun Minuten für die türkische Führung sorgen müssen, als er frei vor Kolinko aus sieben Metern verzog.

Die nötige Härte konnte man beiden Teams nicht absprechen, wenn auch einige Aktionen über das Limit hinausschossen. So musste bei den Letten Gabovs schon früh runter und auch die Türken wechselten noch vor der Pause. Kisa ersetzte den angeschlagenen Özyakup - ein Wechsel mit Folgen.

Nachdem Turan kurz vor der Pause noch knapp aus 20 Metern scheiterte, machte es der eingewechselte Kisa nur zwei Minuten nach der Pause aus 30 Metern besser und jagte den Ball per Traumtor in den linken Knick. Die Antwort des Außenseiters ließ jedoch nicht lange auf sich warten, denn als Tufan Gegenspieler Visnakovs unnötig legte, verwandelte Sabala den fälligen Strafstoß sicher zum 1:1-Endstand.

In einer hektischen Schlussphase geriet Freimanis mit dem eingewechselten Hamit Altintop aneinander und sah die Ampelkarte, doch auch in Überzahl reichte es für die Türkei nicht mehr zum Siegtreffer.

Gruppe B

Bosnien-Herzegowina - Belgien 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Dzeko (28.), 1:1 Nainggolan (51.)

Auch gegen den großen Favoriten der Gruppe findet Bosnien nicht zurück in die Spur. Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen gegen Wales und Zypern brachte Edin Dzeko die Gastgeber auf Vorlage von Miralem Pjanic mit einem strammen Abschluss in die kurze Ecke zwar in Führung, am Ende reicht es aber nur zu einem Punkt.

Erst nach der Pause schafften es die Belgier, eine ihrer Chancen zu nutzen. Mit der ersten guten Aktion des zweiten Durchgangs brachte Radja Nainggolan die Truppe von Marc Wilmots zurück ins Spiel. Einen eigentlich harmlosen Ball aus 16 Metern konnte Asmir Begovic nicht festhalten. Klarer Torwartfehler.

Wales - Zypern 2:1 (2:1)

Tore: 1:0 Cotterrill (13.), 2:0 Robson-Kanu (23.), 2:1 Laban (36.)

Rote Karte: King (47.)

Andorra - Israel 1:4 (1:2)

Tore: 0:1 Damari (3.), 1:1 Lima (15./FE), 1:2, 1:3 Damari (41., 82.), 1:4 Hemed (90.+6/FE)

Gruppe H

Kroatien - Aserbaidschan 6:0 (4:0)

Tore: 1:0 Kramaric (11.), 2:0 Perisic (34.), 3:0 Perisic (45.), 4:0 Brozovic (45.+2), 5:0 Modric (56./FE), 6:0 Sadygov (61./ET)

Die Kroaten bleiben nach dem dem Vorrunden-Aus bei der WM auch im dritten Pflichtspiel ungeschlagen. Gegen den krassen Außenseiter aus Aserbaidschan war bereits mit dem 4:0 zur Pause alles klar. Andrej Kramaric eröffnete das Schützenfest nach einer Flanke von Srna nach elf Minuten.

Der für den verletzten Mateo Kovacic von Inter Mailand eingwechselte Ivan Perisic erhöhte mit einem Doppelpack, ehe Marcelo Brozovic den Pausenstand herstellte. Kurios war der Auftritt von Agabala Ramazanov. Der Stürmer wurde in der 30. Minute eingewechselt, sah in der 37. Minute die Gelbe Karte und musste nach 41 Minuten wieder runter.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spiel. Die Gastgeber waren vor allem im zentralen Mittelfeld deutlich überlegen, während die Gäste darauf bedacht waren, das Ergebnis so klein wie möglich zu halten. Dies gelang im Vergleich zur ersten Hälfte recht gut. Lediglich Luka Modric per Elfmeter und ein Eigentor von Sadygov brachten noch Veränderung auf die Anzeigetafel.

Malta - Italien 0:1 (0:1)

Tor: 0:1 Pelle (24.)

Rote Karte: Mifsud (28.), Bonucci (73.)

Italien geht den Weg zur EM unbeirrt weiter und siegt auch im dritten Spiel der Quali. Dabei stellte der Weltmeister von 2006 schon früh die Weichen auf Sieg. Nach 23 Minuten nutzte Pelle das Durcheinander in der Hintermannschaft von Malta und schob aus drei Metern zur Führung ein. Eine längst überfällige Führung: Kurz zuvor trafen die Italiener innerhalb von einer Minute doppelt Aluminium. Erst scheiterte Pelle per Kopfball an der Latte, kurz darauf setzte Chiellini die Kugel an den Pfosten.

Nur vier Minuten nach der italienischen Führung kam es für den Underdog aus Malta noch schlimmer. Ex-FCK-Profi und Paradiesvogel Michael Mifsud sah nach einem rüden Foul an Alessandro Florenzi direkt Rot.

Statt die numerische Überlegenheit auszunutzen, schalteten die Italiener vor allem nach dem Seitenwechsel zwei Gänge zurück und ruhten sich auf der Führung aus. Deshalb wurde es gegen Ende der Partie noch mal spannend. Andre Schembri brach in der 73. Minute durch und konnte nur durch eine Notbremse von Leonardo Bonucci gestoppt werden. Der Verteidiger sah für die Aktion völlig zurecht Rot. Doch der Gastgeber aus Malta schaffte es in den verbleibenden Minuten nicht mehr den Ausgleich zu erzielen.

Norwegen - Bulgarien 2:1 (1:1)

Tore: 1:0 Elyounoussi (13.), 1:1 Bodurov (43.), 2:1 Nielsen (72.)

Drei Bundesliga-Legionäre haben letzten Endes maßgeblichen Anteil am Sieg der Norweger über Bulgarien. So stach vor allem Herthas Per Ciljan Skjelbred mit zwei Assists heraus. Mit dem 2:1-Heimerfolg fahren die Gastgeber den zweiten Sieg im dritten Quali-Spiel ein und ziehen in der Tabelle an den Bulgaren vorbei.

Es dauerte nur 13 Minuten bis das erste Bundesliga-Duo auf sich aufmerksam machte: Skjelbred spielte im Strafraum seinen Landsmann Tarik Elyounoussi von der TSG Hoffenheim frei, der den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterbrachte (13.). Die 1:0-Führung währte allerdings nicht einmal bis zur Pause. Nikolay Bodurov köpfte eine Ecke von Georgi Iliev kurz vor dem Halbzeitpfiff in die Maschen (43.).

Für das größte Ausrufezeichen sorgte Norwegen in zweiten Durchgang, als Supertalent Martin Odegaard ins Spiel kam (64.) und im Alter von 15 Jahren und 300 Tagen damit zum jüngsten Spieler der EM-Quali-Geschichte avancierte.

In der Folge hatten die Gastgeber auch die besseren Chancen und erneut waren es zwei Deutschland-Legionäre, die Norwegen in Front brachten. Braunschweigs ebenfalls eingewechselter Havard Nielsen traf mit einem Linksschuss nach erneuter Vorarbeit von Matchwinner Skjelbred zum umjubelten 2:1-Siegtreffer (72.).

Die EM-Qualifikation im Überblick

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