Freitag, 10.10.2014

EM-Qualifikation, 2. Spieltag

Oranje zittert sich zum Dreier

Am 2. Spieltag der EM-Qualifikation mussten einige große Nationen lange um den Sieg bangen. Oranje zitterte sich gegen Kasachstan zum Dreier. Chiellini erlöst Italien gegen Aserbaidschan. Belgien feiert ein Schützenfest. Die Türkei dagegen bangt bereits um die EM-Qualifikation.

Die Niederlande tat sich lange gegen den Außenseiter aus Kasachstan schwer
© getty
Die Niederlande tat sich lange gegen den Außenseiter aus Kasachstan schwer

Gruppe A

Türkei - Tschechien 1:2 (1:1)

Tore: 1:0 Bulut (8.), 1:1 Sivok (15.), 1:2 Dockal (58.)

Die Türkei stand bereits am 2. Spieltag mächtig unter Zugzwang, da sie ihr erstes Spiel gegen Island verloren hatte. Dementsprechend gingen die Hausherren überaus motiviert in die Partie. Bereits nach acht Minuten konnte die Führung bejubelt werden, nach einer Flanke von Erkin nickte Bulut die Kugel ein. Doch die Freude währte nur kurz. Nach einer Viertelstunde traf Sivok nach einer Flanke ebenfalls per Kopf zum Ausgleich. Die Türkei blieb die spielbestimmende Mannschaft, kurz vor der Pause scheiterte Erkin sogar mit einem direkten Freistoß am Aluminium.

Kurz nach der Pause hatte der Freiburger Darida die Führung für die Tschechen auf dem Fuß, doch sein Schuss zischte haarscharf am Tor vorbei. Die Tschechen waren nun am Drücker und drehten die Partie durch Dockal. Mit dem Mute der Verzweiflung drückten die Hausherren auf den Ausgleich, wobei sie wirkliche Torgefahr nicht entwickeln konnten. Durch die zweite Niederlage in Folge rückt die EM-Qualifikation für die Türkei vorerst in weite Ferne.

Niederlande - Kasachstan 3:1 (0:1)

Tore: 0:1 Abdulin (17.), 1:1 Huntelaar (62.), 2:1 Affelay (82.), 3:1 van Persie (89./Foulelfmeter)

Rote Karte: Dzholchiev (64., Kasachstan)

Was sich wie eine klare Angelegenheit anfühlte, wurde für die Niederländer zur Nervenprobe. Denn während die Elftal den Strafraum der Gäste von Anfang an belagerte, sich an der kompakten Fünferkette aber die Zähne ausbiss, reichte Kasachstan eine einzige Szene, um die Amsterdam Arena in Schockstarre zu versetzen. Nach einer Ecke von Andrei Karpovich durfte der sträflich freie Renat Abdulin einen wunderschönen Flugkopfball an die Unterkante der Latte setzten - von wo der Ball in die Maschen hüpfte (17.).

Die wütenden Angriffe der Gastgeber rissen nicht ab, doch dauerte es bis zur 62. Minute, ehe Ibrahim Affelay mit einer Flanke aus dem Halbfeld den erst sechs Minuten zuvor eingewechselten Klaas-Jan Huntelaar fand. Der Schalker brachte Oranje per Kopf zurück. Kurz darauf kam's für die Gäste noch bitterer, als Baurzhan Dzholchiev nach einer brutalen Grätsche gegen Affelay völlig verdient glatt Rot sah.

Zwar warfen sich die Kasachen auch in Unterzahl in jeden Schuss und versuchten, die Kugel vom Gehäuse fern zu halten. Doch dann wurde der Torschütze zum 1:0 kurz vor dem Ende zur tragischen Figur, als er einen Distanzschuss von Affely unhaltbar abfälschte (82.). Der lange glücklose Robin van Persie legte kurz vor dem Ende mit einem an ihm selbst verursachten Foulelfmeter nach und machte endgültig den Deckel auf die Partie.

Lettland - Island 0:3 (0:0)

Tore: 0:1 Sigurdsson (66.), 0:2 Gunarsson (77.), 0:3 Gislason (90.)

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Gruppe B

Wales - Bosnien-Herzegowina 0:0

Wales wollte mit einem weiteren Sieg der EM-Qualifikation einen großen Schritt näher kommen. Im Cardiff City Stadium entwickelte sich ein Kampfspiel, welches sich größtenteils im Mittelfeld abspielte. Beide Nationen konnten sich keine klaren Tormöglichkeiten erspielen. Vereinzelt wurde der Abschluss aus der Distanz gesucht. Je weiter das Spiel ging, desto besser kamen die Gäste ins Spiel. Doch Ibisevic und Dzeko scheiterten an Hennessey, der die aussichtsreichsten Versuche entschärfte.

Auch in der zweiten Hälfte ging das Privatduell zwischen Dzeko und Hennessey weiter - wieder mit dem Waliser Schlussmann als Sieger. Dzeko scheiterte per Kopf. Bosnien setzte nun alles auf eine Karte und drängte auf die Führung. Aus der Distanz verzog Pjanic knapp. Wales verteidigte aufopferungsvoll bis zum Schluss und hatte kurz vor dem Ende durch Bale sogar die Chance auf den Sieg.

Belgien - Andorra 6:0 (3:0)

Tore: 1:0, 2:0 De Bruyne (31./Foulelfmeter, 34.), 3:0 Chadli (37.), 4:0 Origi (59.), 5:0, 6:0 Mertens (65., 68.)

Wilmots setzte gegen die massierte Abwehr der Andorraner auf eine Offensive mit De Bruyne, Mertens und dem schnellen Divock Origi im Sturmzentrum. So schnürten die Roten Teufel ihre Gegner von Beginn an am eigenen Strafraum ein, De Bruyne traf aus spitzem Winkel nach wenigen Sekunden den Pfosten. Belgien versuchte es weiter, Origi setzte seinen Versuch nach gut 20 Minuten ans Lattenkreuz.

Dennoch hielt der Außenseiter den eigenen Kasten eine halbe Stunde lang irgendwie sauber - bis zum Foul von Josep Ayala an Mertens im Strafraum. De Bruyne eröffnete den Torreigen, setzte per Einzelaktion wenig später einen drauf, Nacer Chadli von den Tottenham Hotspur machte den 3:0-Halbzeitstand perfekt.

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Der Zwergenstaat bekam nach der Pause, in der Vicent Kompany durch Sebastien Pocognoli ersetzt wurde, erneut kurz Luft zum Atmen, aber mehr als ein 45-Meter-Schuss durch den Kapitän sprang nicht dabei heraus. Im Gegenzug benötigte Belgien nur neun Minuten, um durch Origi und den Mertens-Doppelpack auf den 6:0-Endstand zu stellen. Bis auf vier Gelbe Karten war es ein farbloser Auftritt der Andorraner, die Belgier wurden ihrer Favoritenrolle ausnahmslos gerecht. Am Montag muss der WM-Viertelfinalist in Bosnien-Herzegowina antreten - das wird eine größere Herausforderung.

Zypern - Israel 1:2 (0:2)

Tore: 0:1 Damari (38.), 0:2 Ben Haim (45.), 1:2 Makridis (67.)

Gruppe H

Italien - Aserbaidschan 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Chiellini (44.), 1:1 Chiellini (76., Eigentor), 2:1 Chiellini (82.)

Nicht mehr als eine Pflichtaufgabe sollten Berti Vogts' Aserbaidschaner für Italien sein. Doch tat sich der haushohe Favorit der Gruppe H von Anfang an schwer, auch mit Dortmunds Ciro Immobile, der von Beginn an ran durfte. Die Sqaudra Azzurra entwickelten gegen die ultra-defensiven Gäste selten Torgefahr.

So brauchte es für die verdiente Führung auch etwas Glück: Aserbaidschan-Keeper Kamran Agayev verschätzte sich kurz vor der Pause bei einer Ecke von Andrea Pirlo, der aufgerückte Giorgio Chiellini bugsierte das Leder daraufhin ohne Probleme über die Linie (44.).

Das gleiche Bild bot sich auch in Durchgang zwei, ehe Chiellini mit einem Eigentor die Sensation für Vogts' Truppe in greifbare Nähe rückte (76.). Nach zahlreichen vergebenen Chancen, allen voran durch Simone Zaza, traf Chiellini in einem verrückten Spiel aber noch ein drittes Mal ins Netz. Wieder per Kopf - und diesmal ins richtige Tor (82.). Mit sechs Punkten aus zwei Spielen führt der Weltmeister von 2006 seine Gruppe vorerst gemeinsam mit Kroatien an.

Bulgarien - Kroatien 0:1 (0:1)

Tore: 0:1 Bodurov (36., Eigentor)

Malta - Norwegen 0:3 (0:2)

Tore: 0:1 Möller Daehli (22.), 0:2 King (25.), 0:3 King (49.)

Die EM-Quali in der Übersicht

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