Gruppe D: Ukraine - Frankreich

Frankreich marschiert Richtung Viertelfinale

Von Daniel Börlein / Stefan Petri
Freitag, 15.06.2012 | 20:46 Uhr
Franck Ribery (M.) war ein Aktivposten im Spiel der Franzosen
© Getty
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Ukraine

Frankreich hat einen großen Schritt Richtung EM-Viertelfinale gemacht. Das Team von Laurent Blanc bezwang Gastgeber Ukraine mit 2:0 (0:0). Überschattet wurde das Spiel von heftigen Regenschauern in Donezk, weswegen die Begegnung für eine Stunde unterbrochen werden musste.

Im ausverkauften EM-Stadion in Donzek brachte Jeremy Menez die Franzosen in Führung (53.). Nur wenig später gelang Yohan Cabaye der Endstand (56.).

Kurios: Fünf Minuten nach Spielbeginn unterbrach Schiedsrichter Björn Kuipers die Partie wegen eines Unwetters. Erst nach rund einer Stunde konnte die Begegnung fortgesetzt werden.

Frankreich hat nun durch den Sieg nach zwei Spieltagen vier Punkte auf dem Konto. Die Ukraine bleibt bei drei Zählern stehen.

Reaktionen:

Oleg Blochin (Trainer Ukraine): "Wir haben gegen eines der besten Teams der Welt gespielt. Wir hatten unsere Momente, aber als Frankreich zwei Tore gemacht hat, wurde es schwer für uns. Die Umstände waren für beide Teams gleich. Wir müssen jetzt über unsere Fehler sprechen. Solche Fehler in der Defensive können wir uns nicht erlauben. Das ist eine EM und nicht die ukrainische Liga."

Laurent Blanc (Trainer Frankreich): "Ich bin sehr zufrieden, ich habe meinen Spielern gratuliert. Das war ein klasse Spiel meiner Mannschaft, es hat Spaß gemacht, zuzuschauen. Wir hätten allerdings noch ein paar Tore mehr schießen können. Wir müssen weiter hart arbeiten, um eine Runde weiterzukommen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Ukraine beginnt mit der Elf aus dem Schweden-Spiel. Heißt: Schewtschenko ist dabei. Frankreich dagegen mit zwei Änderungen: Clichy und Menez spielen für Evra und Malouda.

5.: Abbruch! Schiedsrichter Kuipers unterbricht das Spiel, die 22 Mann flüchten vor Blitz und Donner. Erst nach knapp einer Stunde Pause geht es weiter...

29.: Tymoschtschuk mit dem Fehlpass, die Franzosen kontern. Ribery ersprintet auf links den Ball und spielt sofort in die Mitte auf den mitgelaufenen Benzema. Der verpasst, aber hinter ihm ist Menez und schießt aus kurzer Distanz! Aber er scheitert an Pjatow, der sich ihm in den Weg wirft.

39.: Nasri mit der Freistoß-Flanke auf Mexes. Dessen Kopfball pariert Pjatow ganz stark noch knapp vor der Linie.

53., 0:1, Menez: Alles nimmt seinen Anfang bei Ribery, der vor dem Strafraum Benzema in der Mitte findet. Der sieht den mitgelaufenen Menez rechts, der im Sechzehner Selin mit einem Haken abschüttelt und dann durch dessen Beine ins kurze Eck trifft. Keine Chance für Pjatow.

56., 0:2, Cabaye: Benzema lässt sich ins Mittelfeld zurückfallen, bekommt den Ball und sieht Cabaye in der Schnittstelle zwischen den beiden Innenverteidigern. Der Pass kommt punktgenau, Cabaye schiebt aus 13 Metern ins lange rechte Eck.

65.: Die Franzosen lassen den Ball jetzt auf engstem Raum laufen, die Ukrainer schauen nur zu. Das Leder landet plötzlich bei Cabaye, der zieht aus 17 Metern ab. Außenpfosten!

Fazit: Frankreich über die gesamte Spieldauer das bestimmende Team und deshalb der verdiente Sieger. Die Ukrainer vorne zu harmlos.

Der Star des Spiels: Franck Ribery. War enorm viel unterwegs, stets anspielbar und traute sich eine Menge zu. Im Dribbling kaum zu stoppen und mit einigen guten Ideen. Einziger Makel: Vor dem Tor fehlte ihm ein wenig die Zielstrebigkeit.

Der Flop des Spiels: Andrej Woronin. War gegen Schweden viel unterwegs und an einigen gelungenen Aktionen beteiligt. Dieses Mal dagegen richtig schwach. Wirkte müde und überhaupt nicht spritzig. War selten anspielbar und insgesamt keine Unterstützung für Schewtschenko. Musste folgerichtig zur Pause in der Kabine bleiben.

Der Schiedsrichter: Björn Kuipers. Der Niederländer brach die Partie schon nach fünf Minuten wegen eines Unwetters ab. Lag damit völlig richtig - wie auch mit seinem Entschluss, die Partie nach rund einer Stunde Pause fortzusetzen. Im Spiel mit zwei, drei kleineren Unsicherheiten. Ingesamt aber mit einer guten Leistung.

Die Trainer:

Oleg Blochin schickte die Elf aufs Feld, die Schweden geschlagen hatte. Nach einer mäßigen ersten Hälfte reagierte er und nahm den schwachen Woronin runter. Nach Frankreichs Doppelpack ging Blochin früh Risiko und brachte mit Milewski einen weiteren Stürmer. Etwas überraschend, dass er nach 68 Minuten den abschlussstarken Jarmolenko auswechselte. Alle Maßnahmen verpufften wirkungslos.

Laurent Blanc veränderte seine Taktik und setzte dieses Mal auf ein 4-2-3-1. Zwar dominierten die Franzosen die Partie, gefährlicher als gegen England wurden sie zunächst allerdings offensiv nicht. Aber: Menez, gegen England noch auf der Bank, belebte das Spiel und erzielte das 1:0. Und: Blanc hielt in der Halbzeit an System und Personal fest und machte damit letztlich alles richtig.

Das fiel auf:

 

  • Frankreich übernahm schnell die Spielkontrolle. Ribery und Nasri forderten viele Bälle und holten diese bisweilen recht weit hinten ab. Dadurch war für beide allerdings auch der Weg zum Tor häufig viel zu weit.
  • Die Ukraine schien überhaupt kein Interesse daran zu haben, die langen Ballbesitzzeiten der Franzosen zu unterbinden. Stattdessen hieß die Strategie: Nach Balleroberung wird schnell umgeschaltet und gekontert. Einen ukrainischen Angriff, bei dem der Ball von Position zu Position gepasst wurde, gab es in Halbzeit eins fast nicht.
  • Auffallend bei Frankreich: Wie schon gegen England orientierte sich Ribery früh Richtung Zentrum. Das Problem: Linksverteidiger Clichy rückte zu selten mit nach vorne und verschenkte damit eine weitere Anspielstation.
  • Nach der Pause ein anderes Bild: Die Ukraine übernahm das Kommando und hatte gleich zu Beginn zwei, drei gefährliche Abschlüsse. Frankreich hingegen lauerte auf Konter, nutzte einen zur Führung und legte wenig später sogar das 2:0 nach.
  • Bei den Gastgebern ging nach dem 0:2 kaum noch etwas zusammen. Im Mittelfeld fehlte jemand, der das Spiel gestaltete und das Geschehen ordnete. Frankreich brachte den Sieg dadurch recht mühelos über die Zeit und kann nun aus eigener Kraft ins Viertelfinale einziehen.

Ukraine - Frankreich: Daten zum Spiel

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