Problemkinder schießen Italien ins Viertelfinale

Mund halten und Tore schießen

SID
Dienstag, 19.06.2012 | 11:33 Uhr
Mario Balotelli (l.) trifft artistisch gegen Irland, Verteidiger O'Shea kann nur zuschauen
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Di13:35
Der Härtetest für den FC Bayern München
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes

Antonio Cassano schlich am äußersten Rand der Mixed Zone an den Journalisten vorbei, Mario Balotelli machte mit seinen überdimensionierten Kopfhörern auf den Ohren auch nicht den Eindruck, als wollte er nach dem Spiel noch etwas sagen. Die beiden haben sich fürwahr schon oft den Mund verbrannt; beim 2:0-Erfolg Italiens gegen Irland waren sie still.

Viel erzählen mussten sie auch nicht, weil sie beide Tore erzielt und die Mannschaft von Cesare Prandelli ins Viertelfinale bei der Europameisterschaft geschossen hatten. Cassano traf per Kopfball in der 35. Minute, der eingewechselte Balotelli mit einer sehenswerten Volleyabnahme in letzter Minute.

"Es war schwierig, in ein Spiel zu gehen, bei dem wir nicht wussten, ob ein Sieg reicht", sagte hinterher ein erleichterter Torhüter Gianluigi Buffon. Ein 2:2 im weiteren Gruppenduell zwischen Spanien und Kroatien - und für Italien wäre schon vor der K.o.-Phase Schluss gewesen.

Doch nach dem 1:0-Erfolg der Spanier genügte Prandellis Team ein Sieg, der alles andere als überzeugend zustande gekommen war. "Gegen die besten der Welt sind wir immer auf Augenhöhe, gegen die Kleinen aber tun wir uns schwer", sagte Buffon. Mindestens auf Augenhöhe mit den Besten wähnen sich in der Regel auch Cassano und Balotelli.

Prandelli: "Balotelli weiß, dass man nicht alleine spielt"

Wund geschrieben hatten sich die italienischen Gazetten in den letzten Tagen und Wochen über diese beiden Sonderlinge auf und neben dem Platz. Sonderlinge auf dem Platz, weil sie so viel zu leisten imstande sind, mit ihrem Potenzial aber so verschwenderisch umgehen.

Sonderlinge neben dem Platz, weil die beiden zusammengenommen schon ein Buch füllen könnten an Dummheiten, die sie sich geleistet haben.

Und hätte sich Prandelli nicht derart konsequent der pädagogisch anspruchsvollen Aufgabe verschrieben, die beiden Angreifer in das Kollektiv der Squadra Azzurra zu integrieren - Cassano und Balotelli würden bei dieser Europameisterschaft wohl keine große Rolle spielen. Auch nach dem Spiel gegen die kampfstarken, aber spielschwachen Iren fand Prandelli lobende Worte für einen der beiden.

So gebe es um Balotelli, den Prandelli in der 75. Minute für den eher enttäuschenden Antonio di Natale einwechselte, "viele Erwartungen", und mit dem Druck müsse man ja erstmal umgehen können. Außerdem wisse Balotelli, dass "man nicht alleine spielt und dass man der ganzen Mannschaft helfen muss. Dazu will ich ihm gratulieren."

Schwache Iren mit starken Fans

Große Kritik war auf die Angreifer sowie auf Prandelli nach den ersten beiden glanz- und glücklosen Auftritten eingeprasselt. Der 54-jährige Trainer hat ohnehin das Problem, dass seine Predigten vom Mentalitätswandel im italienischen Fußball hin zu mehr Freude und Leichtigkeit sich nicht decken mit den tatsächlichen Leistungen der Squadra Azzurra auf dem Platz.

Italien spielt bei dieser EM, wie man es von Italien kennt: abgezockt, kontrolliert, diszipliniert. Dabei sollten gerade Balotelli und Cassano in den Vorstellungen von Prandelli für dieses neue Italien auf dem Platz stehen. Doch sowohl zum Auftakt gegen Spanien als auch im zweiten Spiel gegen Kroatien konnten die beiden der Mannschaft kaum Spiel- und Lebensfreude einhauchen.

Lebensfreude pur demonstrierten derweil die irischen Fans. Auch nach der dritten Niederlage Irlands in Folge bei dieser Europameisterschaft feuerten sie die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni mit voller Inbrunst an. "Come on, Boys in Green", aus vielen tausend Kehlen schallte in diesen Tagen durch die Innenstadt von Posen, wo Irland zwei Spiele bei dieser EM austrug.

"Stolz" sei er auf die Fans, sagte Richard Dunne. Den Innenverteidiger plagte aber auch gerade wegen dieser großartigen Unterstützung das schlechte Gewissen. "Da muss man so lange auf so ein Turnier warten - und dann so etwas. Es bricht mir das Herz."

Mario Balotelli im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung