DFB-Team: Die Lehren des EM-Auftakts

Alles ein bisschen anders

Von Für SPOX bei der EM: Stefan Rommel
Sonntag, 10.06.2012 | 23:15 Uhr
Bastian Schweinsteiger ist eines der Sorgenkinder im deutschen Team
© Getty
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Deutschland

Der 1:0-Sieg über Portugal hat der deutschen Mannschaft den gewünschten Start ins Turnier geebnet. Er hat aber auch einige Erkenntnisse geliefert, die Bundestrainer Joachim Löw im Hinblick auf das Spiel gegen die Niederlande am Mittwoch (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) angehen muss.

Die neue deutsche Rolle: Deutschland ist der Rolle des Außenseiters entwachsen. Nach der WM vor zwei Jahren hat Löw deshalb versucht, seiner Mannschaft einen Spielstil zu vermitteln, der eine gesunde Mischung aus schnellem Konterspiel und der dominanten Vorgehensweise mit Besitzfußball entspricht. Die Portugiesen haben gezeigt, wie man dem Spiel der Deutschen beikommen kann.

Es war das erste Spiel auf Turnierniveau gegen einen starken Gegner, in der Qualifikation war die Ausgangslage eine andere und auch die Testspiele können den Wettkampfcharakter eben nicht nachstellen. Insofern dürften die 90 Minuten durchaus ein Vorgeschmack auf das gewesen sein, was die deutsche Mannschaft bei diesem Turnier und in Zukunft noch öfter erwarten wird. In diesem Zusammenhang: Die gute alte Flanke, unter all den neumodischen Errungenschaften beinahe ausgestorben, feierte als Instrument zur Torvorbereitung ein erfreuliches Revival.

Zu viel Bayern-Fußball, zu wenig Tempo: Deutschland hatte in der ersten Halbzeit die herausragende Statistik von gespielten 296 Pässen. In diesen Dimensionen bewegt sich für gewöhnlich nur Spanien. Allerdings, und das war der große Nachteil: Die meisten davon brachten überhaupt keinen Raumgewinn, geschweige denn Gefahr für den gegnerischen Strafraum.

Ein wenig erinnerte der Fußball an den der Bayern: Umkreisen des gegnerischen Strafraums mit seltenen Überraschungseffekten. In den guten Phasen nach der Pause waren es schnell vorgetragene Gegenangriffe, die Portugal in der Defensive ins Laufen brachten.

Die deutsche Mannschaft muss bei einem großen Turnier erst noch den Beweis erbringen, dass die neue Spielidee auch zum Erfolg führen kann. Dass dabei auch von den Spielern immer noch die WM in Südafrika als Referenzgröße hergezogen wird, zeigt auch, was der Mannschaft womöglich immer noch eher liegt.

Das große Aber: Die Sicherung des eigenen Tors stand gegen die Portugiesen im Vordergrund. Das erklärt das dosierte Risiko und funktionierte bis auf einen Standard und die letzten zehn Minuten auch hervorragend.

Die Pflicht ist erfüllt: Spätestens nach der überraschenden Niederlage der Niederlande gegen Dänemark war klar, dass eine Niederlage gegen die Portugiesen die deutsche Mannschaft extrem unter Druck gesetzt hätte. Deshalb musste das "Wie" in Lwiw eher zweitrangig bleiben. "Wichtig war der Sieg, sonst nichts. Es konnte noch nicht alles funktionieren, deshalb sind wir mit dem Ergebnis natürlich hoch zufrieden. Darauf können wir aufbauen", sagte Lukas Podolski.

Anders als der kommende Gegner kann Deutschland jetzt "mit freiem Kopf" in die vorentscheidende Partie in Charkiw gehen. Zumal sich mit der an sich konzentrierten, aber spielerisch ausbaufähigen Leistung lediglich ein Trend fortsetzt: Bei den letzten großen Turnieren konnte eine deutsche Mannschaft in der Gruppenphase kaum glänzen.

Irgendwie dienten die ersten drei Spiele auch immer der Findungsphase, dazu kommt eine latente Anfälligkeit beim zweiten Turnierspiel - seit dem Jahr 2000 gab es da nur einen Sieg, dafür aber zwei Remis und drei Niederlagen.

Etwas Klarheit bei den Problemstellen: Die Achse wackelte vor der Partie bedenklich: Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose - alle drei sind nach teilweise langwierigen Verletzungen immer noch nicht bei 100 Prozent. Mats Hummels durfte also in der Innenverteidigung neben Holger Badstuber ran und legte in seinem ersten Turnierspiel überhaupt eine überragende Vorstellung hin.

Nach dieser Leistung dürfte am Dortmunder estmal kein Weg vorbeiführen - auch wenn Hummels selbst eher zurückhaltend bleibt. "Ich will nicht von einem Stammplatz sprechen. Das kann man auch gar nicht nach nur einem Spiel. Ich will diese Leistung bestätigen, mehr kann ich nicht tun." Jerome Boateng durfte nach einigem Wirbel um seine Person auf der vakanten rechten Außenbahn ran und machte besonders in der Defensive ein gutes Spiel gegen Cristiano Ronaldo.

Auf Schweinsteiger wollte Löw nicht verzichten. So ganz ging der Plan aber nicht auf: Dem Münchener fehlt sichtlich noch das Zutrauen in sein Können, vielleicht auch noch in seinen Körper. Schweinsteiger spielte gehemmt, zögerlich, verschleppte oft das Tempo. Seine Zweikampfführung war nicht wie von ihm gewohnt.

BlogSchwachpunkt Schweinsteiger

Klose saß etwas überraschend auch nur auf der Bank, durfte aber wenigstens noch eine gute Viertelstunde spielen und zeigte da, dass er gemessen an Explosivität und Schnellkraft schon wieder nah dran ist an der Normalform. Das lässt hoffen für die Zukunft. Zumal sein Vertreter Mario Gomez noch das einzige Tor des Abends erzielte.

Alles doch anders: Zum Beginn der Vorbereitung war eines der dominierenden Themen die Frage nach dem Defensivkonzept der Mannschaft und dessen Umsetzung auf dem Rasen. Es gab zu viele Unbekannte in der Gleichung, dazu kam eine suboptimale Vorbereitung und als vermeintlicher Tiefpunkt das 3:5 beim ersten Testspiel in der Schweiz.

Das Misstrauen gegenüber der deutschen Defensivformation war groß, im Gegenzug das Vertrauen in die Offensivqualitäten der Mannschaft enorm. Das erste EM-Spiel lehrte eine andere Arithmetik. Deutschland hatte das auf schnelle Konter angelegte Spiel der Portugiesen sehr gut im Griff, dazu war Ronaldo bis auf die Schlussphase nahezu abgemeldet.

Es hat sich Löws Einschätzung offenbar bestätigt, dass in den letzten Tagen vor einem Turnier die Defensivabläufe leichter einzustudieren seien und es die deutsche Mannschaft noch immer verstanden habe, pünktlich zum Start verlässlich gut zu verteidigen.

Das macht Hoffnung: Italien und Spanien mussten bereits alles zeigen, die Niederlande wollte, konnte aber noch nicht. Von den ganz großen Favoriten ist schon einiges bekannt. Wie gut die deutsche Mannschaft aber mit gänzlich fitten Schlüsselspielern ist, kann noch nicht abschließend geklärt werden.

Die Nachwehen der unbefriedigenden Vorbereitung wurden und werden in den Tagen in Danzig nach und nach eingeebnet. "Wir haben noch Luft nach oben", sagt Klose, für ihn persönlich dürfte der Satz auch ganz besonders zutreffen.

Wenn aber mit vielleicht 90 Prozent des Leistungsvermögens gegen eine starke portugiesische Mannschaft ein Sieg herausspringt, kann der Trend so schlecht nicht sein.

Deutschland - Portugal: Daten zum Spiel

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