EM 2012, Gruppe D

Teamporträt England: Und überall Probleme

Von Adrian Bohrdt
Freitag, 01.06.2012 | 23:26 Uhr
Die englische Nationalmannschaft kämpft in Gruppe D ums Weiterkommen
© Getty
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Vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 steigt in Polen und der Ukraine die 14. Fußball-Europameisterschaft. Zum letzten Mal vor der Aufstockung auf 24 Mannschaften spielen die 16 besten Mannschaften Europas in 4 Gruppen um den Titel. SPOX stellt die EM-Teilnehmer vor. Heute: England.

Land: England

Einwohner: 50,4 Millionen

Aktive Spieler: 1,5 Millionen

EM-Teilnahmen: 7

Größter EM-Erfolg: 3. Platz (1968)

Hier geht's zu Englands EM-Gruppe D

Der Star: Wayne Rooney. Rooney ist bei den Three Lions im Sturm gesetzt, keiner kann ihm in Englands Offensive das Wasser reichen. Auch in der abgelaufenen PL-Saison war er mit 27 Toren und 7 Assists nach Robin van Persie der Topscorer der Liga. Problem nur: Rooney wurde nach einem Platzverweis im letzten Quali-Spiel für drei Spieler gesperrt. Diese Sperre wurde zwar auf zwei Spiele reduziert, dennoch bleibt abzuwarten, wie England ohne seinen Topstürmer auskommt. Bei der Nationalmannschaft fehlte Rooney bis zum Norwegen-Spiel in der Vorbereitung aufgrund einer Verletzung, was den 26-Jährigen nicht davon abhielt, einen Trip nach Las Vegas zu unternehmen und bis spät in die Nacht zu feiern. Hodgson ist dennoch "entspannt" was die Fitness seines Stürmers angeht.

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Der Trainer: Roy Hodgson. Der 64-Jährige übernahm England am 1. Mai, also erst rund einen Monat vor Turnierbeginn. Entsprechend wenig Zeit hatte der Trainer, die Mannschaft nach seinen Wünschen zu formen, nur zwei Testspiele hat Hodgson vor der EM zur Verfügung um Spieler zu testen. Und: Auf der Insel ist Hodgson alles andere als unumstritten und gilt als allenfalls als "kleine" Lösung. Der Verband glaubt allerdings an den Nachfolger von Fabio Capello, hat ihm einen Vertrag bis nach der EM 2016 gegeben. Die Nationalelf des Heimatlandes ist bereits die vierte Länderauswahl, die Hodgson nach der Schweiz (1992-95), den Vereinigten Arabischen Emiraten (2002-04) und Finnland (2006-07) übernimmt. Sein letzter Titel als Trainer war die Meisterschaft in Dänemark 2001 mit dem FC Kopenhagen.

Der Kapitän: Steven Gerrard. Schon häufiger gab das Liverpool-Urgestein den Aushilfskapitän, beim 1:0-Testspielsieg gegen Norwegen zwei Wochen vor Turnierbeginn durfte er die Three Lions nach seiner Beförderung durch den neuen Trainer Hodgson zum ersten Mal als "erster" Kapitän aufs Feld führen. 90 Mal trug Gerrard bereits das Trikot der Three Lions (19 Tore), und auch nach der EM will der 31-Jährige weiter machen: "Ich glaube nicht, dass ich eine Entscheidung treffen muss. Ich liebe es, für England zu spielen." Bei dieser EM ist Gerrard ohnehin wichtiger denn je. Durch die Ausfälle von Frank Lampard und Gareth Barry und dem möglichen Ausfall von Scott Parker ist Gerrard die letzte Hoffnung gegen die "Mittelfeld-Krise" (englische Medien).

Der Spieler im Fokus: John Terry. Auf dem Kapitän von Champions-League-Sieger Chelsea lastet bereits vor dem Turnier großer Druck. Nach der EM, am 9. Juli, muss der 31-Jährige aufgrund der gegen ihn im Raum stehenden Rassismus-Vorwürfe vor Gericht. Besonders pikant: Der Spieler, den Terry beleidigt haben soll, ist der Bruder von Manchesters Rio Ferdinand, der nicht im Kader steht - auch wenn Hodgson einen Zusammenhang leugnet. Darüber hinaus wurde Terry vom Verband als Kapitän abgesetzt, was letztlich zum Rücktritt von Trainer Fabio Capello sorgte. Sportlich sind die Qualitäten des 72-fachen Nationalspielers unbestritten, charakterlich steht er auf der Insel aber mal wieder unter besonderer Beobachtung und soll auch innerhalb der Mannschaft nicht nur Freunde haben.

Die Wunschelf (4-4-2): Hart - Johnson, Cahill (Lescott), Terry, A. Cole - Gerrard, Parker - Walcott, Downing - A. Young, Rooney (Carroll).

Die Prognose: Die Sperre gegen Rooney für die ersten beiden Spiele wiegt schwer, zumal es gleich zum Auftakt gegen die defensivstarken Franzosen geht. Zudem klafft im Mittelfeld durch die Ausfälle von Barry und Lampard ein Loch. Fällt auch noch Parker aus, wird's richtig kritisch. Darüber hinaus hatte Trainer Hodgson nur etwas über einen Monat Zeit, um sein Team für die EM zu formen, was England schwer einschätzbar macht. "Wir haben mit Wayne Rooney und Ashley Young zwei so herausragende Stürmer. Es wäre fatal, wenn wir nur mit einem Stürmer spielen würden. Welchen Mittelfeldspieler ich dafür opfern werden, weiß ich noch nicht genau.", erklärte Hodgson überraschend eine Woche vor Turnierbeginn. Nicht verletzen darf sich in jedem Fall Schlussmann Joe Hart: Mit Jack Butland (in der abgelaufenen Saison an einen Viertligisten ausgeliehen) und Robert Green von Aufsteiger West Ham stehen keine qualitativ ebenbürtigen Ersatzleute bereit. Aufgrund der ganzen Fragezeichen und Probleme im Vorfeld, wäre die Viertelfinal-Teilnahme schon ein Erfolg.

England: Kader, News, Spiele

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