Was TV-Zuschauer nicht zu sehen bekommen

UEFA konstruiert scheinbar perfekte EM-Welt

SID
Freitag, 15.06.2012 | 17:30 Uhr
Beim Spiel Kroatien - Irland stürmte ein Fan das Spielfeld und küsste Slaven Bilic
© Getty
Advertisement
Primera Division
Sa20:45
Atletico - Real: Wer siegt im Derbi madrileño?
Primera División
Getafe -
Alaves
Premier League
Arsenal -
Tottenham
Premiership
Ross County -
Celtic
Premier League
Liverpool -
Southampton
Championship
Reading -
Wolverhampton
Primera División
Leganes -
Barcelona
Ligue 1
PSG -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Lazio
Premier League
Man United -
Newcastle
Primera División
Sevilla -
Celta Vigo
Championship
Fulham -
Derby County
Ligue 1
Dijon -
Troyes
Ligue 1
Guingamp -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Rennes
Ligue 1
Toulouse -
Metz
Premier League
Leicester -
Man City (DELAYED)
Eredivisie
Breda -
Ajax
Primera División
Atletico Madrid -
Real Madrid
Serie A
Neapel -
AC Mailand
Premier League
West Bromwich -
Chelsea (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Everton (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Malaga -
La Coruna
Serie A
Crotone -
Genua
Super Liga
Ivanjica -
Partizan
Championship
Leeds -
Middlesbrough
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Lokomotiva Zagreb
Ligue 1
Caen -
Nizza
Serie A
Benevento -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Juventus
Serie A
SPAL -
Florenz
Serie A
FC Turin -
Chievo Verona
Serie A
Udinese -
Cagliari
Primera División
Espanyol -
Valencia
Premier League
Zenit -
Tosno
Ligue 1
Lyon -
Montpellier
Premier League
Watford -
West Ham
First Division A
Brügge -
Waasland-Beveren
Superliga
Bröndby -
Nordsjaelland
Primera División
Las Palmas -
Levante
Serie A
Flamengo -
Corinthians
Primera División
Bilbao -
Villarreal
Serie A
Inter Mailand -
Atalanta
Ligue 1
Bordeaux -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Racing
Ligue 1
Amiens -
Lille
Serie A
Hellas Verona -
Bologna
Premier League
Brighton -
Stoke
Primera División
Eibar -
Real Betis
Copa Sudamericana
Libertad -
Independiente
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Sampdoria
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Coppa Italia
Udinese -
Perugia
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica

Feuerwerkskörper auf den Rängen, verrückte Typen, die für eine Sekunde Ruhm auf den Platz laufen, politisch motivierte Gesten und Banner. All diese Dinge gehören leider zum Fußball-Alltag. Bei der EM finden sie aber nicht statt - zumindest nicht im Fernsehen.

Das offizielle Weltbild der UEFA, das alle TV-Rechtehalter zeigen, gaukelt dem Zuschauer daheim eine scheinbar perfekte Fußball-Welt vor.

Stets wird rechtzeitig die Einstellung gewechselt, fröhliche Fans oder Zeitlupen gezeigt, anstatt der ungewollten Bilder, die sich auf dem Platz oder der Tribüne abspielen. Oder es werden gar Szenen, die zu einem anderen Zeitpunkt stattgefunden haben, als scheinbar live suggeriert - so wie der "Ball-Klau" von Bundestrainer Joachim Löw bei einem Balljungen in der Partie gegen die Niederlande. Oder besser gesagt vor der Partie gegen die Niederlande, denn die Szene wurde später einfach in die Übertragung hineingeschnitten.

Scharfe Kritik an manipulierten Bildern

Darüber echauffierte sich am Freitag der Deutsche Journalisten-Verband. "Die Öffentlichkeit hat über die Gebührenzahler hinaus Anspruch auf eine authentische Berichterstattung und Aufklärung darüber, ob es tatsächlich manipulierte Bilder gegeben hat", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken in einer Mitteilung. Eine Manipulation müsse zu einem ganz erheblichen Vertrauensverlust dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen gegenüber führen.

Doch das ZDF wusste laut Sportchef Dieter Gruschwitz nichts davon.

Die UEFA teilte am Freitagnachmittag in einer Stellungnahme mit: "Diese Szene hat vor dem Spiel statt gefunden. Es ist eine international übliche Praxis, dass bei Liveübertragungen Szenen als Wiederholungen eingespielt werden." Und weiter: "Diese Entscheidungen werden vom TV Match Director getroffen, wenn es redaktionell sinnvoll erscheint.

"Zensur der Bilder bringt nichts"

Eine offensichtliche Zensur war am deutlichsten bei den bisherigen Partien der Kroaten zu sehen:

Im Auftaktspiel gegen Irland war ein Flitzer gerade noch zu erahnen, dann kam der Schnitt. Erst später war auf unzähligen Fotos zu sehen, dass Kroaten-Trainer Slaven Bilic von einem enthusiastischen Landsmann an der Seitenlinie Besuch und einen herzhaften Kuss auf den Mund bekam.

Im Spiel gegen Italien landeten zahlreiche Bengalos auf dem Rasen, die Partie musste gar unterbrochen werden. Die Bilder dazu blieben aus - zumindest im TV.

Volker Weicker sieht das kritisch. Der mehrfach preisgekrönte Regisseur war unter anderem vor zehn Jahren für die weltweite Übertragung des WM-Finales zwischen Deutschland und Brasilien verantwortlich. "So ein Flitzer ist doch durchaus lustig. Bei einem bengalischen Feuer muss man ja nicht zwingend lange drauf halten, aber man kann es dem Zuschauer doch nicht vorenthalten, der Kommentator erwähnt es und am nächsten Tag steht es in jeder Zeitung", sagt Weicker dapd. "Eine Zensur der Bilder bringt nichts."

Philosophie der UEFA, "ein neutrales Bild zu zeigen"

Für den deutschen Privatsender RTL führte er unter anderem beim Champions-League-Finale 2002 zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen in Glasgow Regie. Auch dort stürmte ein Flitzer das Spielfeld. "Den gab es im Weltbild nicht zu sehen, aber ich bin drauf gegangen, weil ich es albern finde, so etwas nicht zu zeigen", sagt Weicker.

Die UEFA sieht das allerdings anders. Man wolle Störenfrieden keine Plattform bieten und sich auf die für das Spiel relevanten Dinge konzentrieren heißt es da.

"Prinzipiell steht bei der TV Produktion für die Regisseure der Fußball an erster Stelle. Zum Beispiel wird vermieden, Zuschauer zu zeigen, die unerlaubt das Spielfeld betreten, um damit nicht andere zur Nachahmung zu animieren", heißt es seitens der UEFA. Das bestätigt Klaus Heinen: "Es ist die Philosophie der UEFA, ein neutrales Bild, das sich nur um den Sport kümmert, zu zeigen", sagt Heinen, während der EM ARD-Programmchef im International Broadcast Centre (IBC) Warschau, auf Nachfrage von dapd.

ZDF-Sportchef: Keinen Einfluss auf das angebotene Bild

Eine Zensur gebe es seiner Meinung nach aber nicht: "Wir sind zusätzlich mit zwei bis drei eigenen Kameras bei jedem EM-Spiel, mit denen wir jederzeit in das Weltbild einschneiden können", erklärt Heinen. Auch das ZDF hat "bei einigen Spielen eigene Kameras im Einsatz, die eventuell, je nach Perspektive, Vorkommnisse aufnehmen könnten", bestätigt ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz dapd. Ansonsten habe man "keinen Einfluss auf das vom Host Broadcaster angebotene Bild", sagt Gruschwitz weiter.

Eine eindeutige Antwort, ob man politische Banner, wie zum Beispiel das der russischen Fans bei der Partie gegen die Polen, Flitzer oder Bengalos zeigen soll, gibt es nicht. "Man muss abwägen, da man keine Nachahmer provozieren möchte. Das ist oft eine sehr sensible Entscheidung", sagt Heinen.

Wie sensibel das Thema ist, zeigt auch die Tatsache, dass sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) und deren TV-Mediendienstleister Sportcast, die deutlich weniger zensieren als die UEFA, auf dapd-Anfrage nicht zu dem Thema äußern wollen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung