Allen Verletzungssorgen zum Trotz

Engländer fürchten Frankreich nicht

SID
Sonntag, 10.06.2012 | 13:20 Uhr
Roy Hodgson muss beim EM-Auftakt gegen Frankreich auf einige Stammkräfte verzichten
© Getty
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Die Sorgenfalten von Roy Hodgson könnten kaum größer sein. Vor dem EM-Auftakt der Engländer gegen Frankreich hat die Erfolgsformel des 64 Jahre alten Nationaltrainers gleich zahlreiche Unbekannte: Wer ersetzt Rooney? Wie fit sind die englischen Patienten? Wie sehr stören die Diskussionen um Rio Ferdinand? "Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass es einfach wird", sagt Hodgson.

Seine Spieler sind da anderer Meinung. Für Ashley Young ist vor der Partie am Montag (17.45 Uhr im LIVE-TICKER) klar: "Wir gehen in dieses Spiel, um zu gewinnen. An einen Punkt denken wir erst gar nicht." Auch Mittelfeldspieler Stuart Downing sagt zu dem Duell um die Vormachtstellung in Gruppe D: "Wir fürchten die Franzosen nicht."

Hodgson beklagt mangelndes Glück

In der englischen Heimat ist die Euphorie dagegen stark gedämpft. Vom ersten Titel seit 46 Jahren spricht kaum jemand. Hodgson ohnehin nicht. Dafür hat der Capello-Nachfolger vor seinem ersten Punktspiel als englischer Trainer zu große Probleme: "Wir waren bislang nicht gerade vom Glück gesegnet." Er ist erst seit fünf Wochen im Amt und musste mit Frank Lampard, Gareth Barry und Gary Cahill bereits drei verletzte Schlüsselspieler aus seinem EM-Kader streichen. Zudem bleiben Zweifel an der Fitness seiner Defensive.

Abwehrchef John Terry (Oberschenkelverletzung) und Linksverteidiger Ashley Cole (Magen-Darm-Grippe) haben sich zwar zurückgemeldet, wurden aber lange geschont. Noch schlimmer trifft die Engländer das Fehlen von Offensivstar Wayne Rooney, der gegen Frankreich und Schweden gesperrt ist und erst wieder im letzten Gruppenspiel gegen die Ukraine auflaufen kann. Hinzu kommen die Störfeuer aus englischen Medien, da Hodgson Manchester Uniteds Abwehrroutinier Rio Ferdinand nicht für die EM nominiert hat.

Frankreichs Abwehrsorgen

Doch auch Frankreich, das offensiv zuletzt mit Franck Ribery und Karim Benzema überragte, traut seiner Abwehr noch nicht ganz über den Weg. Und so kreisten die Diskussionen in den ersten Tagen nach der Ankunft in der Ukraine immer wieder um den verletzten Knöchel des defensiven Mittelfeldmanns Yann M'Vila, dessen Part vor der Abwehr gegen England wohl der erfahrene Alou Diarra übernehmen wird.

Außerdem sorgte sich Frankreichs Öffentlichkeit um das angeblich zu hohe Gewicht von Philippe Mexes vom AC Mailand. Laurent Blanc sah sich zu einer unverblümten Richtigstellung genötigt. "Ich kann ihnen versichern, dass sich in unserem Kader einige befinden, die fetter sind als er", sagte der Teamchef über seinen bulligen Innenverteidiger mit dem blonden Pferdeschwanz.

Der abzuwerfende Ballast der Vergangenheit ist beträchtlich. Seit der WM 2006 ist man ohne Sieg bei einem großen Turnier. 2008 und 2010 kam das Aus jeweils nach drei Partien. "Aber das ist jetzt alles vergessen. Wir fangen wieder an, Angst zu verbreiten", hofft Franck Ribery, den nach drei Toren zuletzt in Testspielen auch die Fans wieder lieb haben.

Und tatsächlich: Frankreich, seit 21 Spielen ungeschlagen, ist auch dank Riberys Renaissance für viele plötzlich mehr als nur ein Geheimfavorit.

Die EM-Gruppe D im Überblick

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