Einnahmen gegenüber 2008 rückläufig

Für EM 2012 verzichtet UEFA auf viel Geld

SID
Dienstag, 28.02.2012 | 14:02 Uhr
Im kommenden Sommer findet die EM 2012 in Polen und der Ukraine statt
© Getty
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In Nyon am Genfer See blicken die Mitarbeiter der UEFA mit gemischten Gefühlen auf den kommenden Sommer. Die EM, das Festival der besten 16 Nationalmannschaften des Kontinents, wird zur organisatorischen Mammutaufgabe. Das Projekt, zum dritten Mal ein EM-Turnier in zwei Ländern durchzuführen, kostet die UEFA viel Geld.

Das liegt nicht nur am höheren Aufwand, viele Strukturen doppelt in Polen und der Ukraine zu schaffen. Bei den Einnahmen muss der Europa-Verband sogar erstmals Einbußen hinnehmen.

Mit der Vergabe der EM 2012 in die ehemaligen Ostblockstaaten ist der stetige Einnahmezuwachs aus den EM-Turnieren gestoppt.

Das Wachstum ist gestoppt

Im Budget für das EM-Turnier (8. Juni bis 1. Juli) hat die UEFA Einnahmen von 1,345 Milliarden Euro vorgesehen. Vor vier Jahren beim Turnier in der Schweiz und Österreich lagen sie mit 1,351 Milliarden Euro noch höher. Im Vergleich zur EM 2004 in Portugal waren die finanziellen Zuflüsse für die UEFA 2008 um fast 60 Prozent gewachsen.

Doch das Wachstum ist gestoppt. Polen und vor allem die Ukraine sind in vielen Bereichen noch nicht so entwickelt, dass die UEFA so hohe Einnahmen wie in westeuropäischen Ländern erzielen könnte. Der Sprung in neue finanzielle Dimensionen soll nun erst 2016 erfolgen, wenn die EM in Frankreich erstmals mit 24 Mannschaften stattfindet.

Einnahmequellen haben sich unterschiedlcih entwickelt

Die vier Haupteinnahmequellen haben sich unterschiedlich entwickelt. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Medienrechte kletterten gegenüber 2008 um weitere 40 Millionen Euro (fünf Prozent) auf insgesamt 840 Millionen Euro.

Damit stieg ihr Anteil am Gesamtetat von 59,3 auf 62,5 Prozent. Die Einnahmen aus den kommerziellen Rechten blieben fast unverändert. Sie verringerten sich leicht von 294 Millionen Euro auf 290 Millionen.

EM eine finanzielle Erfolgsgeschichte

Kräftig abgesackt ist der Hospitality-Bereich, in dem vor vier Jahren noch 155 Millionen Euro erlöst wurden, diesmal aber nur 100 Millionen in die Kassen fließen werden. Die Gründe: Die VIP-Tribünen sind kleiner in den acht Stadien in Polen und der Ukraine, und es sind nicht die gleichen Preise für die Top-Plätze durchzusetzen.

Der Verkauf der normalen Eintrittskarten ist neben den Medienrechten der zweite Bereich mit einer Einnahmesteigerung von 100 auf 115 Millionen Euro. Der Verkauf der Tickets, bei EM-Turnieren früherer Zeit ein großer Einnahmebringer, nimmt nur noch neun Prozent des Etats ein.

Der finanzielle Abstand des EM-Turniers zur WM 2010, die mit 32 Teilnehmerteams und 64 Spielen (EM 31 Spiele) eine Woche länger dauerte, beträgt rund 500 Millionen Euro. Dennoch ist der Wettbewerb um den EM-Titel eine große Erfolgsgeschichte. Seit der EM 1992 in Schweden konnte die UEFA die Einnahmen um das 32-fache steigern, seit der EM 2000 in den Niederlanden und Belgien um das sechsfache.

Einnahmen stagnieren - Ausgaben steigen

Obwohl die Einnahmen gegenüber 2008 stagnieren, erhöht die UEFA die Ausschüttungen an die Teilnehmer auf 196 Millionen Euro nach 184 Millionen im Jahr 2008 und 123 in 2004. Dem Europameister winken bei sechs Siegen in allen sechs EM-Spielen 23,5 Millionen Euro, dem unterlegenen Finalisten mit fünf Siegen 20,5 Millionen.

Teams, die nicht einmal einen Punkt holen, werden noch mit einer Teilnahmeprämie von acht Millionen Euro bedacht. 55 Millionen Euro macht die UEFA nach Verhandlungen mit der Europäischen Klubvereinigung locker.

Die Nationalverbände müssen dieses Geld an die Vereine weiterreichen für die Abstellung der Nationalspieler.

Der Spielplan der EM 2012

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