Fussball

Das letzte große Halali

Von SPOX
Diese sechs Spieler stehen vor ihrem letzten großen Turnier
© Getty

Dänemark bei der WM 2010, das war eher Tischfeuerwerk als Danish Dynamite. Lediglich beim 2:1 gegen Kamerun zeigten die Skandinavier, dass sie "Holland Light" sein können, wie es der schwedische Nationaltrainer Erik Hamren kürzlich ausdrückte. Überragender Mann beim Sieg gegen die Afrikaner war mit einem Tor und einer Torvorlage Dennis Rommedahl.

Dabei brachte die Entscheidung, dem damals 31-Jährigen das Vertrauen zu schenken, Trainer Morten Olsen in den Medien harsche Kritik ein. Denn Dennis Rommedahl hat ein Imageproblem: Für seine Kritiker ist der Rechtsaußen eher Sprinter als Fußballer. Der britische Radiosender "Talksport" wählte ihn im Sommer dieses Jahres in die Top Ten der schnellen, aber schlechten Spieler - neben David Odonkor, versteht sich.

Dennoch hat es Rommedahl im Gegensatz zu seinem deutschen Pendant zu einer beachtlichen Nationalmannschaftskarriere gebracht: 113-mal lief er bisher für Dänemark auf und hat damit hinter Peter Schmeichel die zweitmeisten Länderspiele auf dem Buckel. Zudem erhielt er 2007 und 2010 die Auszeichnung als Dänemarks Fußballer des Jahres.

Die besten Zeiten sind vorbei

Eine große Vereinskarriere blieb Rommedahl allerdings verwehrt. Seine erfolgreichste Zeit hatte er von 1998 bis 2004 beim PSV Eindhoven, insbesondere in seinen letzten beiden Jahren als Teil des furiosen Offensivtrios mit Arjen Robben und Mateja Kezman.

Alle drei wechselten 2004 nach London, doch während Robben und Kezman beim FC Chelsea anheuerten, landete Rommedahl bei Charlton Athletic. Einen Spitzenklub traute er sich nicht zu: "Ich hatte Angst, dass ich zu oft draußen sitze, ich fühlte mich nicht reif genug."

Der Wechsel zu Charlton allerdings wurde zum Knackpunkt einer seitdem bestenfalls stagnierenden Karriere. Weder in London noch bei seinen weiteren Stationen Ajax Amsterdam, Nijmegen und Olympiakos Piräus konnte Rommedahl die Erwartungen erfüllen.

Inzwischen spielt er für Bröndby und kämpft in seiner Geburtsstadt Kopenhagen gegen den Abstieg aus der ersten Liga.

Bei Morten Olsen gesetzt

Trotz seines sinkenden Sterns ist Rommedahl für den dänischen EM-Kader 2012 gesetzt. In der Quali stand er immer von Anfang an auf dem Platz und dankte es mit drei Toren und drei Torvorlagen.

Morten Olsen baut auf Rommedahls Erfahrung aus den WM-Endrunden 2002 und 2010 sowie der EM 2004. Bei beiden Weltmeisterschaften konnte er sich in die Torjägerliste eintragen, auf ein EM-Tor wartet er noch. Doch vielleicht kann "Dennis Dynamite", wie ihn die dänische Presse nach dem Sieg gegen Kamerun taufte, auch in Polen und der Ukraine seine Kritiker eines Besseren belehren.

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