Einfach machen!

Von Sebastian Schuch
Mittwoch, 25.05.2016 | 15:19 Uhr
Die Würzburger Kickers feierten zusammen mit den Fans
© getty
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2:0 im eigenen Stadion, 2:1 in Duisburg. Den Würzburger Kickers gelingt der sensationelle Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Nach den Relegationsspielen gegen den MSV Duisburg ist der Aufstieg aber alles andere als eine Sensation, sondern vielmehr Ertrag eines guten Konzepts.

"Nie mehr 3. Liga, nie mehr, nie mehr" schallte es aus der Kabine der Kickers, nachdem der offizielle Teil erledigt war. Die überschwängliche Freude hörte sich an wie eine Drohung.

Gar nicht abwegig, betrachtet man nur die vergangenen beiden Jahre. Im Sommer 2014 übernahm mit Bernd Hollerbach ein gebürtiger Würzburger die sportliche Leitung am Dallenberg und die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.

Die Fußballabteilung wurde schon in der Regionalliga ausgegliedert. Eine Modernisierungsmaßnahme, die beispielsweise der VfB Stuttgart seit Jahren vor sich herschiebt. Mit dem "3x3-Projekt" wurde das klare Ziel erklärt, innerhalb der nächsten drei Jahre in die 3. Liga aufzusteigen. Begleitend akquirierte man zahlreiche Sponsoren und Unterstützer wie etwa Dirk Nowitzki.

Nach nur einem Jahr war das erste Ziel erreicht. Als souveräner Meister der Regionalliga Bayern ging es in die Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken. Erst im Elfmeterschießen setzte sich der FWK am heimischen Dallenberg gegen den leichten Favoriten aus dem Saarland durch und feierte die Rückkehr in den Profi-Fußball.

Bereits nach der Hinrunde der abgelaufenen Saison deutete sich an, dass der Weg der Kickers in der 3. Liga noch nicht zu Ende ist. Mit "3x2" wurde auf den bewährten Slogan aus dem Vorjahr zurückgegriffen. Das neue Ziel sollte sich ebenso schnell verwirklichen wie das alte.

"Ein kleines Märchen"

Zum zupackenden Charakter der Würzburger passte das Relegationsmotto: "Einfach machen! 2. Liga". Gesagt, getan. In den 180 Minuten kam nur selten das Gefühl auf, dass sich der weit ruhmreichere MSV Duisburg der Würzburger Rückkehr in die zweithöchste deutsche Spielklasse nach fast 40 Jahren erfolgreich in den Weg stellen könnte.

Mit hervorragender Defensivarbeit, mannschaftlicher Geschlossenheit und der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ließen die Rothosen den MSV verzweifeln. Es ist absolut bezeichnend, dass das Eigentor von Clemens Schoppenhauer im Rückspiel das einzige Duisburger Tor war.

Hektik? Fehlanzeige! Die Würzburger besannen sich auf ihre Fähigkeiten und sorgten nur Minuten später mit dem wichtigen Auswärtstreffer für die Vorentscheidung.

"Es ist ein kleines Märchen", sagte Hollerbach nach dem Spiel und verwies auf den bereits zurückgelegten Weg: "Wir alle im Verein können verdammt stolz darauf sein, was hier in zwei Jahren passiert ist." Das trifft auch auf seine Arbeit zu.

Die beiden Spiele können getrost als Spiegelbild der Saison gesehen werden. Mit nur 25 Gegentoren, der zweitbesten Abwehr der 3. Liga, brachten die Kickers ihre Gegner reihenweise an den Rand der Verzweiflung. Auch wenn sich Hollerbach gegen eine Fokussierung auf die Defensive wehrt, ist sie Basis des Würzburger Durchmarsches.

Das Gerüst steht

Oldie Robert Wulnikowski im Tor, Clemens Schoppenhauer und Richard Weil im Abwehrzentrum sowie Royal-Dominique Fennell auf der Sechs bilden das Grundgerüst. Gestandene Bundesliga-Spieler wie Nico Herzig oder Christian Demirtas bleibt da nur die Rolle der Edelreservisten.

Das Mannschaftsgefüge hat beim FWK oberste Priorität. Potenzielle Unruhestifter wie Steven Lewerenz (Holstein Kiel) wurden vor der Saison abgegeben. "Ein Spieler muss sportlich und vor allem menschlich zu uns passen", betonte Hollerbach schon vor der Saison. Und ließ seinen Worten Taten folgen.

Elf Abgängen standen ebenso viele Neuverpflichtungen gegenüber und schon bei den Namen wurde klar, dass die Qualität deutlich erhöht wurde. Rico Benatelli und Nejmeddin Daghfous kamen als gestandene Zweitliga-Spieler an den Main, Daniel Nagy hatte ein Jahr zuvor noch mit Ferencvaros Bukarest in der Champions-League-Qualifikation mitgemischt.

Trotzdem ließ der FWK bis zur Winterpause die in der Relegation gezeigte Kaltschnäuzigkeit vermissen. Ein neuer Stürmer sollte her. "Einen Schnellschuss wird es bei uns nicht geben", so Hollerbach. Wieder behielt er Recht, erst Ende Januar kam Elia Soriano vom Ligakonkurrenten Stuttgarter Kickers. Der jüngere Bruder des italienischen Nationalspielers Roberto war das letzte fehlende Puzzleteil auf dem Weg in die 2. Liga.

Erst feiern, dann die Arbeit

Doch mit dem erneuten Aufstieg kommt auf die Kickers auch eine Menge Arbeit zu. Dessen ist sich auch Hollerbach bewusst. "Im Grunde genommen, kam schon der letztjährige Aufstieg zu früh, aber trotzdem haben wir das hinbekommen, weil alle mit angepackt haben. Das werden wir auch jetzt wieder gemeinsam schaffen."

Vor allem im infrastrukturellen Bereich besteht Nachholbedarf. Rund eine Million Euro muss alleine ins Stadion investiert werden, um die Lizenzauflagen zu erfüllen. Hinzu kommt, dass die Flyeralarm-Arena mitten in einem Wohngebiet liegt und es in der zurückliegenden Saison teils erhebliche Schwierigkeiten mit den Anwohnern gab. In der 2. Liga wird sich der Zuschauerschnitt von 5.200 wohl deutlich erhöhen und diese Problematik nicht einfacher machen.

Doch das ist alles Zukunftsmusik. Erst wird in Würzburg der Aufstieg gefeiert, ehe das allerletzte Saisonspiel ansteht: Am Samstag geht es im Bayerischen Landespokal gegen die SpVgg Unterhaching. Eine perfekte Saison kann aus Würzburger Sicht noch vergoldet werden.

Ab August wartet dann das Abenteuer 2. Liga mit Gegnern wie Stuttgart, Hannover, Nürnberg oder Fürth auf die Kickers. Es wird sicherlich die größte Herausforderung der neuen Würzburger Fußball-Ära. Doch Hollerbach und Co. ist inzwischen alles zuzutrauen.

Alles zu den Würzburger Kickers

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