Dresden-Trainer Uwe Neuhaus im Interview

"Beim BVB war Sammer kamerascheu"

Von Johannes Heiming
Montag, 18.04.2016 | 11:09 Uhr
Uwe Neuhaus (r.) an der Seite von Matthias Sammer (M.) und Udo Lattek
© imago
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Primera División
Espanyol -
Leganes
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile

Dynamo Dresden ist zurück in der 2. Liga! Souverän hat sich die SGD in dieser Saison den Aufstieg gesichert. Trainer Uwe Neuhaus spricht im Interview über seine bewegte Zeit bei Borussia Dortmund, Neuhaus-raus-Rufe und erklärt, was ihn an der Trennung von Union Berlin noch heute ärgert.

SPOX: Herr Neuhaus, 1993 begann Ihre Trainer-Karriere bei der SG Wattenscheid 09, anschließend trainierten Sie noch den VfB Hüls in der Oberliga. 1998 folgte der große Sprung in die Bundesliga zu Borussia Dortmund, wo Sie Assistenztrainer von Michael Skibbe wurden. Wie kam's?

Uwe Neuhaus: Ich lernte Michael Skibbe beim Fußballlehrer-Lehrgang kennen und wir waren uns sofort sympathisch. Er war ja damals bereits beim BVB angestellt, deshalb meinte ich zu ihm, er solle mir Bescheid sagen, wenn in Dortmund im Amateur- oder Jugendbereich etwas frei würde.

SPOX: Und wann kam dann der Anruf?

Neuhaus: Am Montag nach dem letzten Saisonspiel mit Hüls. Wir hatten gerade den Klassenerhalt gefeiert, ich war noch nicht hellwach. Bei diesem Gespräch waren auch Präsident Gerd Niebaum und Manager Michael Meier dabei, weshalb mir klar war, dass es nicht um einen unbedeutenden Job gehen konnte. Das Angebot, als Co-Trainer einzusteigen, war für mich damals etwas sehr Besonderes. Ich sagte sofort zu - ohne über Zahlen geredet zu haben.

SPOX: Wie war es für Sie, plötzlich mit gestandenen Spielern im deutschen Oberhaus zu arbeiten?

Neuhaus: Ich glaube, dass ich mich ganz gut geschlagen habe. (lacht) Wir hatten einen Kader von über 30 Spielern, viele davon feierten bereits große Erfolge. Es gab an jedem Wochenende mehr unzufriedene als zufriedene Spieler. Das war ein richtiges Haifischbecken, in dem man sich bewegt hat. Doch weder Michael noch ich hatten ein Autoritätsproblem, auch wenn es natürlich schwieriger ist, Spieler von seinen Ansichten zu überzeugen, wenn man sich noch keinen Namen gemacht hat. Die vorherigen Trainer hießen schließlich Ottmar Hitzfeld und Nevio Scala.

SPOX: Im Februar 2000 musste Skibbe gehen, Sie blieben Co-Trainer unter Bernd Krauss.

Neuhaus: Ich hätte auch mit ihm gemeinsam aufhören können, aber das wäre verrückt gewesen. Es war ein Privileg, in einem solchen Verein arbeiten zu dürfen.

SPOX: Nach dem kurzen Krauss-Intermezzo kam das Duo Udo Lattek und Matthias Sammer, um den BVB zum Klassenerhalt zu führen. Gab es mal die Überlegung, Sie zum Chefcoach zu machen?

Neuhaus: Nein, darüber wurde nie gesprochen. Es war damals in Borussias sportlich prekärer Situation schon mutig genug, Michael Skibbe als Trainer zu installieren. Das war eine andere Zeit als heute, junge Konzepttrainer standen nicht besonders hoch im Kurs. Ich wäre als Cheftrainer ein zu großes Risiko für den Verein gewesen. Zugetraut hätte ich mir das allerdings. Hätte der Klub aber jedem neuen Trainer gesagt, dass ich in jedem Fall der Co-Trainer bleibe, dann wäre ich heute immer noch beim BVB. (lacht)

SPOX: Sammer wurde weniger später jüngster Meistertrainer der Bundesliga-Geschichte und hat bis heute eine steile Karriere hingelegt. Wie haben Sie ihn damals erlebt?

Neuhaus: In Dortmund war er recht kamerascheu. Er hat lieber zu wenig gesagt als zu viel. Das hat sich mittlerweile doch sehr verändert. (lacht) Ich persönlich habe sehr viel von ihm lernen können, obwohl er deutlich jünger war als ich. Ich hatte aber nicht diesen Erfahrungsschatz, den er durch seine Spielerkarriere mitbrachte. Er war ein Mahner, besonders im Erfolgsfall. Er meinte immer, im Erfolg würde man die größten Fehler machen - und damit hat er zu 100 Prozent Recht. Die Zeit mit ihm hat mich geprägt.

SPOX: Als Bert van Marwijk im Juli 2004 nach Dortmund wechselte, übernahmen Sie zunächst die BVB-Amateure, gingen dann aber im April 2005 zu Rot-Weiß Essen. RWE befand sich damals in einer schwierigen Situation, der Abstieg aus der 2. Liga war vier Spieltage vor Schluss kaum mehr zu vermeiden. Wieso haben Sie sich das angetan?

Neuhaus: Ich wohnte zu diesem Zeitpunkt fast 20 Jahre lang in Essen und war dort von 1984 bis 1988 auch als Spieler tätig. Der Verein hatte Potential, es war Herausforderung und Chance. Deshalb habe ich ohne langes Überlegen zugesagt. Nach dem Abstieg haben wir die Mannschaft extrem umgekrempelt, drei Spieler blieben und 19 kamen. Am Ende stand der Wiederaufstieg.

SPOX: Ende 2005 waren Sie dann aber auf einmal der große Buhmann in Essen.

Neuhaus: Ich kann mir bis heute nicht erklären, woher die Anfeindungen kamen. Das war für mich eine wirklich schwierige Zeit. Ich kann mich an ein Spiel gegen die zweite Mannschaft des HSV erinnern. Als Spitzenreiter lagen wir mit 2:0 in Führung. Dann kassierten wir nach einem Abwehrfehler ein Gegentor und 19.000 Zuschauer riefen auf einmal "Neuhaus raus!". Das war skurril. Das Ende der Zusammenarbeit in der Folgesaison war dann aus Sicht des Vereins die richtige Entscheidung. Ich war leider die absolute Reizfigur.

Seite 1: Co-Trainer-Angebote, die Hitzfeld-Nachfolge und Sammers Anfänge

Seite 2: Union-Rekorde, Abnutzungseffekte und Dynamos Aufstieg

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung