Dienstag, 23.02.2016

Cottbus entmachtet Benschneider

"Urgestein" Lempke übernimmt Energie

Energie Cottbus hat in der sportlichen Krise Sportdirektor Roland Benschneider entmachtet und dem 35-Jährigen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der abstiegsbedrohte Drittligist warf Benschneider "mangelnde Akzente in der aktuell bedrohlichen Situation" sowie "unterschiedliche Auffassungen bei der Kaderzusammenstellung, -planung und Personalführung" vor.

Benschneider muss seinen Posten räumen
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Benschneider muss seinen Posten räumen

Cottbus sah bei der Personalie Benschneider keinen Ausweg mehr. "Wir haben ihm die nötige Zeit, Rückendeckung und Möglichkeiten der Entfaltung gegeben", sagte Präsident Wolfgang Neubert.

Und weiter: "Wir müssen jedoch konstatieren: Mit den eingesetzten Mitteln von fast vier Millionen Euro in die aktuelle Mannschaft sind wir im oberen Drittel der Liga angesiedelt, das spiegelt sich in der Tabelle leider ganz und gar nicht wider."

Der frühere Bundesligist liegt in der 3. Liga mit 27 Punkten auf Rang 17, nur einen Zähler vor den Abstiegsplätzen. Die Lage spitze sich zu, zumal am Samstag das Abstiegsduell und Ostderby gegen Hansa Rostock (14.00 Uhr) auf dem Programm steht.

Benschneider hatte sein Amt beim FC Energie 2014 nach dem Abstieg aus der 2. Liga angetreten. Er besaß noch einen Vertrag bis Sommer, der nicht mehr verlängert wurde. Bereits am Dienstag hatte der Klub den früheren Bundesligaspieler (1. FC Köln) von allen Aufgaben entbunden.

Lempke als Integrationsfigur

Wie der Verein weiter mitteilte, seien "die nötigen Korrekturen" erst durch die Verpflichtung von Vasile Miriuta als Trainer Ende September 2015 vorgenommen worden. Weiterhin müsse an einer verbesserten Kommunikation, Motivation und Identifikation gearbeitet werden.

Um diese Kriterien zu erfüllen, wurde der bisherige Marketing-Leiter Ralf Lempke bis Ende der Saison als neuer Teammanager installiert. Der frühere Cottbuser Spieler gilt als Integrationsfigur und Ur-Cottbuser.

"Als langjähriger Kapitän und Ex-Manager kennt er den stetigen Kampf um die Existenz aus eigenem Erleben und hat immer die Ärmel hoch gekrempelt", äußerte Neubert: "Er kann unseren Spielern wertvolle Tipps geben und Mut machen mit seiner emotionalen und positiven Art."

Mit Miriuta war zunächst Ruhe eingekehrt. Unter dem früheren Kult-Spieler blieb die Mannschaft 13 Spiele in Folge ungeschlagen. Allerdings handelte es sich dabei auch um zehn Unentschieden, richtig absetzen von den Abstiegsrängen konnte sich Energie nie. Nachdem es zuletzt zwei Niederlagen gegen die Stuttgarter Kicker (1:2) und den VfR Aalen (0:3) gegeben hatte, war die Abstiegsnot wieder überall spürbar, und der Klub sah sich zum Handeln gezwungen.

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