Montag, 17.03.2014

Odisseas Vlachodimos im Interview

"Würde nicht nach Mexiko wechseln"

Odisseas Vlachodimos ist Stammtorhüter des VfB Stuttgart II und der U-20-Nationalmannschaft des DFB - momentan sogar die Nummer zwei hinter Sven Ulreich im Bundesliga-Team. Im SPOX-Interview spricht er über die Jugendarbeit in Stuttgart, das Interesse des FC Bayern München und das Karriere-Highlight U-17-WM.

Odisseas Vlachodimos könnte auch für Griechenland spielen, hat sich aber für den DFB entschieden
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Odisseas Vlachodimos könnte auch für Griechenland spielen, hat sich aber für den DFB entschieden

SPOX: Odisseas Vlachodimos, beim VfB Stuttgart wächst momentan, gerade in der zweiten Mannschaft, eine neue junge Generation heran. Sie und viele weitere Talente bilden das Grundgerüst des VfB II. Mit Rani Khedira, Robin Yalcin und Timo Werner haben schon drei Spieler bei den Profis Fuß gefasst. Was für Potenzial steckt in diesen Jahrgängen?

Vlachodimos: Natürlich ist das langfristige Ziel, in der ersten Mannschaft zu spielen. Aber momentan ist es sehr wichtig für uns, in der 3. Liga unsere Leistung abzurufen. Alles andere kommt dann von selbst. Es ist wichtig, dass viele junge Spieler bei uns die Chance bekommen, gegen richtige Männer zu spielen, da das Körperliche der gravierende Unterschied zur A-Jugend-Bundesliga ist. Das Ziel ist, dass so viele junge Spieler wie möglich in dieser Liga gute Spiele machen. Dann werden es sicher viele nach oben schaffen.

SPOX: Wie erleben Sie als Protagonist eigentlich die hoch angesehene Stuttgarter Jugendarbeit? Ist der VfB so gut strukturiert und aufgestellt, wie man es wahrnimmt?

Vlachodimos: Der VfB leistet eine super Jugendarbeit. Immerhin spielt der Verein mit der U17 und U19 in jedem Jahr in der Bundesliga vorne mit.

SPOX: Gibt es einen Unterschied zu anderen Vereinen, den man als Spieler spürbar mitbekommt?

Vlachodimos: Ich bin quasi schon mein ganzes Leben beim VfB und habe hier vieles gelernt - eigentlich alles. Daher kann ich keine großen Vergleiche ziehen. Ich habe aber gehört, dass der VfB mit die meisten Torwarttrainer in den Jugendbereichen einsetzt. Dahingehend sind wir sehr gut besetzt.

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SPOX: Besonders von Chef-Torwarttrainer Andreas Menger hört man viel Positives. Ist er wirklich so gut?

Vlachodimos: Ja! (lacht) Da gibt es nur diese einfache Antwort. Gerade sein Training mit der ersten Mannschaft, bei der ich zurzeit regelmäßig dabei bin, ist super. Menger ist nicht wie andere Torwarttrainer. Er achtet sehr viel auf Kleinigkeiten und versucht, diese zu verbessern. Für einen Spieler, speziell einen Torwart, ist das dann ein umso besseres Gefühl, wenn man das schafft. Man kann unter ihm Tag für Tag sehr viel dazu lernen.

SPOX: Wie stehen Sie persönlich zum von Andreas Menger entwickelten Torwart-Konzept beim VfB? Blockieren sich so viele junge und talentierte Torhüter nicht gegenseitig in Ihrer Entwicklung?

Vlachodimos: Im Gegenteil: Es bringt die einzelnen Spieler weiter. Man muss ständig Gas geben, da man immer besser als der andere Torwart sein möchte. Durch den Konkurrenzkampf untereinander ist man gezwungen, sich noch mehr anzustrengen und zieht sich so gegenseitig hoch.

SPOX: Machen die Einsatzzeiten von Khedira, Yalcin und Werner Hoffnung auf das eigene Debüt in der Bundesliga?

Vlachodimos: Wenn ich meine Leistung weiter abrufe, hoffe ich, dass es in Zukunft in diese Richtung geht. Jeder will Bundesliga spielen und langfristig gesehen ist es mein großes Ziel. Ich arbeite jeden Tag hart dafür, irgendwann mal in den großen Stadien spielen zu können und ich freue mich für die Jungs, die schon dort sind. Speziell für Rani und Robin, mit denen ich persönlich sehr gut befreundet bin. Darin sieht man ja auch, dass der VfB auf junge Leute baut. Das spricht für den Verein und kann nur gut sein.

SPOX: Vor ein paar Jahren war von einem Interesse des FC Arsenal und kurze Zeit später auch des FC Bayern an Ihnen zu hören. Gab es konkrete Angebote für einen Wechsel?

Vlachodimos: Dass es Interesse gab, war mir natürlich bewusst und hat mich auch gefreut und zusätzlich motiviert.

SPOX: War ein Wechsel zu dieser Zeit denn gar keine Option?

Vlachodimos: Ich bin glücklich beim VfB. Es freut einen natürlich, wenn man Angebote von so großen Mannschaften bekommt, aber ich weiß, was ich am VfB habe. Außerdem war ich damals ja auch erst 17.

SPOX: Sie haben die 3. Liga selbst als "hervorragendes Sprungbrett" für junge Spieler bezeichnet. In Stuttgart läuft ihr Vertrag noch bis 2015. Gibt es ein konkretes Ziel, wann es höher hinausgehen soll?

Vlachodimos: Darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Es gibt auch kein genaues Ablaufdatum für meine Zeit in der 3. Liga. Ich will in diesem Jahr alle Spiele für den VfB II und für die Nationalmannschaft machen, um mich dort weiterzuentwickeln. Ich glaube, dass das momentan die zwei besten Sprungbretter für mich sind. Für später erhoffe ich mir natürlich, eine oder zwei Klassen höher zu spielen.

SPOX: Sven Ulreich scheint in Stuttgart auf lange Zeit gesetzt. Ist ein Abschied oder möglicherweise ein Leihgeschäft eine Option, falls auch in Zukunft kein Vorbeikommen sein sollte?

Vlachodimos: Eigentlich will ich mich beim VfB durchsetzen. In den nächsten Jahren ist die Perspektive sicher noch nicht so gut, aber ich denke da langfristig. In der 3. Liga bekomme ich die nötige Spielpraxis. Für einen Torwart ist es ohnehin das Wichtigste, dass er Woche für Woche spielt. Wo es danach hingeht, weiß ich noch nicht.

Seite 1: Vlachodimos über die VfB-Jugendarbeit und das Bayern-Interesse

Seite 2: Vlachodimos über den DFB und die U-17-WM in Mexiko

Odisseas Vlachodimos im Steckbrief

Interview: Tim Holzwarth

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