Wiesbadener Spionage-Prozess

Neue Anschuldigungen gegen Bernhard R.

SID
Montag, 23.01.2012 | 18:16 Uhr
Für Drittligist SV Wehen Wiesbaden läuft es auch sportlich nicht ganz so gut
© Getty
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Der Strafprozess gegen den früheren Jugendkoordinator des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden ist am Montag erneut vertagt worden.

Am ersten Verhandlungstag räumte Michael T. vor dem Wiesbadener Amtsgericht zwar erstmals gegen ihn erhobene Anschuldigungen ein, er habe zwischen November 2008 und Januar 2009 auf E-Mails der Vereinsführung des damaligen Zweitligisten zugegriffen. Der Angeklagte stritt allerdings bei der von Richter Volker Gerke geleiteten Verhandlung den Umfang und die anschließende Weitergabe an die Presse ab und beschuldigte einen weiteren ehemaligen Vereinsmitarbeiter.

Der "Wiesbadener Kurier" hatte 2009 über eine drohende Insolvenz des Vereins berichtet, die Gehaltstabelle der damaligen Zweitliga-Mannschaft und Vertragsinhalte von einzelnen Spielern tauchten später in anderen Medien auf. T. belastete dafür den ehemaligen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Bernhard R., schwer. Dieser soll ihn stattdessen in Zusammenhang mit der unsicheren Vertragsverlängerung von T. unter Druck gesetzt haben. R. habe ihn zudem angeleitet. Auch will der Angeklagte seinem Vorgesetzten oft seinen Firmencomputer für eigene Spionage zur Verfügung gestellt haben.

Unregelmäßigkeiten auch bei Spieler-Transfer

T. brachte im Laufe des ersten Verhandlungstages noch weitere Vorwürfe gegen Bernhard R. auf. Er sei von diesem aufgefordert worden, eine Empfehlung für den Kauf eines Spielers abzugeben, zu dessen Vater R. enge persönliche Kontakte unterhalten habe und habe dafür 3.000 Euro "Schweigegeld" kassiert. Wehen Wiesbadens Anwalt Prof. Dr. Alfred Dierlamm bezeichnete T.'s Ausführungen als "Märchen".

Dem Vorbestraften T. droht im Falle einer erneuten Verurteilung eine Haftstrafe. Im Juli 2011 hatte eine erste Anhörung kein Ergebnis gebracht. Der Verein pochte auf der lückenlosen Aufklärung des Falles, während T. ein Verfahren gegen eine Strafzahlung umgehen wollte. Nun soll der Prozess am 13. Februar fortgeführt werden. Dann ist auch R., der mittlerweile als Fußballtrainer in Aserbaidschan arbeitet, als Zeuge geladen.

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