Jürgen Luginger im SPOX-Interview

"Wir sind hier nicht beim FC Bayern"

Von Interview: Kevin Bublitz/Mark Heinemann
Freitag, 06.08.2010 | 16:34 Uhr
Jürgen Luginger trainierte bereits 2004 Rot-Weiß Oberhausen und kehrte 2008 zurück
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So15:15
SC Freiburg -
Turin
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal

Der Traditionsklub 1. FC Saarbrücken ist nach einer langen Odysee zurück im Profifußball. Allerdings fehlt Aufstiegstrainer Dieter Ferner die Lizenz für die 3. Liga und so wurde der Weg frei für Jürgen Luginger, der im Februar 2010 als Trainer von Rot Weiß Oberhausen zurückgetreten war.
 

Im Interview mit SPOX spricht Luginger über die Chancen auf den Klassenerhalt, die Philosophie des Klubs und das drohende Kompetenzgerangel mit seinem Vorgänger.

SPOX: Herr Luginger, wie lebt es sich in Saarbrücken, direkt an der französischen Grenze?

Jürgen Luginger: So neu ist das für mich nicht, ich habe hier ja schon mal ein Jahr gespielt. Es ist schön, hier zu leben und ich habe mich schnell eingewöhnt.

SPOX: Was hat Sie dazu bewegt, Trainer des FCS zu werden?

Luginger: Ich hatte gute Gespräche mit dem Verein, der relativ kurzfristig an mich herangetreten ist. Die Chemie hat sofort gestimmt. Außerdem sehe ich das Potential und die Tradition dieses Klubs, die diese Aufgabe sehr interessant machen.

SPOX: 2008/09 spielte der FCS noch fünftklassig, stellte sich neu auf und ist nun wieder zurück im Profifußball. Haben Sie die Entwicklung der letzten Jahre mitverfolgt?

Luginger: Wenn man schon mal in einem Verein gespielt hat, guckt man immer mit einem Auge hin und verfolgt die Entwicklung. Und da hat sich vieles zum Positiven geändert.

SPOX: Nach zwei direkten Aufstiegen ist der Spagat sicher groß. Sehen Sie den Verein gewappnet für dieses Projekt?

Luginger: Dieses Jahr ist natürlich schon eine große Herausforderung. Wenn man zweimal aufgestiegen ist, muss das Umfeld erst wachsen. Der Verein macht dennoch finanziell keine verrückten Dinge mehr und hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Doch auch vom sportlichen Aspekt her ist die 3. Liga sicherlich eine ganz andere Hausnummer als die Regionalliga. Aber ich denke, wir haben ein gutes Team, bei dem genau darauf geachtet wurde, dass die Neuverpflichtungen charakterlich zum Stammkader passen.

SPOX: Für wie realistisch schätzen sie die Chancen auf einen Klassenverbleib ein?

Luginger: Wir brauchen sicher noch die eine oder andere Woche, um in der Liga anzukommen. Wenn wir das schaffen, haben wir auch eine gute Chance, in der Liga zu bleiben. Es ist sicher so, dass wir auf Mannschaften treffen, die viel erfahrener sind, gespickt mit Spielern, die seit Jahren auf diesem Niveau antreten. Das müssen wir unter anderem durch ein mannschaftlich geschlossenes Auftreten kompensieren.

SPOX: Sie sprechen es an: in den letzten beiden Aufstiegsjahren war die mannschaftliche Geschlossenheit enorm entscheidend. Aber auch die lokale Identifikation der Spieler war für den Verein ein ernstes Anliegen. Ist das im Profigeschäft noch zu bewerkstelligen?

Luginger: Umso höher du kommst, desto schwieriger wird es natürlich, diesem Grundsatz gerecht zu werden. Wir haben bei den Neuzugängen aber so gut wie eben möglich darauf geachtet, dass ein regionaler Bezug besteht. Das erleichtert die Integration, aber dennoch kann man auf diesem Niveau nicht mehr nur auf die lokale Bindung setzen.

SPOX: Mit Martin Forkel und Stephan Sieger haben Sie zwei Spieler mit Zweitligaerfahrung geholt. Was erwarten Sie von den beiden?

Luginger: Natürlich hoffen wir bei unseren erfahrenen Spielern, dass sie den weniger erfahrenen Jungs helfen und sich mit einbringen. Aber noch mal, diese Spieler können das nicht alleine schaffen, wir müssen als Mannschaft auftreten, nur dann kann es funktionieren. Es müssen also nicht nur zwei Spieler Verantwortung übernehmen, sondern jeder soll seinen Teil zum Ganzen beitragen.

SPOX: Probleme hatten sie bislang im Sturm, der zu dünn besetzt scheint und zu viele Chancen vergibt. Werden Sie auf dem Transfermarkt noch mal aktiv?

Luginger: Wir haben von Beginn an gesagt, dass wir noch was machen wollen, wenn das Geld dafür da ist. Der Verein hat aber finanzielle Zwänge und wird kein Risiko gehen. Solange keine neuen Sponsoren gefunden sind, können wir auch nicht aktiv werden. Außerdem hat man nie die Garantie, dass man den Heilsbringer findet. Ich vertraue meiner Mannschaft und bin mir sicher, dass wir auch so unsere Tore machen werden.

SPOX: Hat Sie der missglückte Saisonstart mit zwei Niederlagen und null zu fünf Toren nicht nachdenklich gestimmt?

Luginger: Wir haben als Aufsteiger gegen zwei absolute Topteams der 3. Liga verloren, die im Normalfall um den Aufstieg mitspielen. Das kann durchaus mal passieren und wir werden deswegen nicht nervös.

SPOX: Sind denn die infrastrukturellen Voraussetzungen für den Profifußball vorhanden?

Luginger: Ja, mit zwei Rasenplätzen und einem Kunstrasenplatz haben wir hier optimale Trainingsbedingungen. Die medizinische Abteilung ist auch optimal strukturiert. Das Stadion ist natürlich schon älter, aber die Stadt und der Verein arbeiten daran, dies zu ändern. Aber abgesehen davon haben wir alles da. Wünsche hat man natürlich immer, aber wir sind hier auch nicht beim FC Bayern München. (lacht)

SPOX: Wohl wahr. Wie ist ihr Verhältnis zum Sportlichen Leiter Dieter Ferner, der gleichzeitig ihr Vorgänger und mit dem FCS zweimal in Serie aufgestiegen ist?

Luginger: Es passt sowohl menschlich als auch sportlich zwischen uns, es läuft optimal. Wir arbeiten gerne und sehr gut zusammen.

SPOX: Also sind die Kompetenzen klar abgesteckt?

Luginger: Aber natürlich sind sie das. Dieser Verein wird sehr professionell geführt, da gibt es keinerlei Überschneidungen oder gar Einmischungen von oben. Wir wollen als Verein und als Mannschaft erfolgreich sein, egal wer auf welcher Position sitzt.

Drittliga-Klubs beklagen finanzielle Engpässe

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung