Matchball für Osnabrück

Von Kevin Bublitz/Mark Heinemann
Freitag, 07.05.2010 | 11:18 Uhr
Angreifer Aleksandar Kotuljac schoss im Hinspiel den 2:1 Siegtreffer für Osnabrück
© Getty
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Nachdem Erzgebirge Aue den Aufstieg in die 2. Liga bereits am vorletzten Spieltag klar gemacht hat, stellt sich vor dem 38. Spieltag der 3. Liga nur noch die Frage: Wer macht es den Veilchen nach, wer muss in die Relegation und wer steht am Ende mit leeren Händen da? Braunschweig kann mit einem Sieg gegen Erfurt den Relegationsplatz erreichen, ist aber auf einen Patzer der Ingolstädter gegen Sandhausen angewiesen. Dem VfL Osnabrück reicht in Burghausen ein Remis, um den direkten Wiederaufstieg perfekt zu machen.

Die Spiele im Fokus

Wacker Burghausen - VfL Osnabrück: Die Rechnung könnte nicht simpler sein. Der VfL benötigt nur einen Punkt in Burghausen, dann wäre die direkte Rückkehr in Zweitklassigkeit beschlossene Sache. Laut VfL-Coach Karsten Baumann wird das nicht leicht, denn: "Wacker wird uns nichts schenken, das gehört sich aber auch so." Man sei aber auf eine kämpfende Mannschaft von Trainer Jürgen Press eingestellt, dem es gefällt, "eventuell das Zünglein an der Waage im Aufstiegsrennen zu spielen."

Ob die Ausgangslage mit nur noch einem benötigten Punkt die Köpfe der Spieler blockieren könnte, glaubt Baumann indes nicht. "Unsere Ausgangsposition könnte kaum besser sein. Man stelle sich vor, wir müssten in Burghausen gewinnen." Nur der FC Ingolstadt könnte den Lila-Weißen noch den zweiten Platz streitig machen, sollte der VfL in Burghausen verlieren.

FCI-Coach Michael Wiesinger drückt seinem Ex-Klub die Daumen und stichelte unter der Woche Richtung Karsten Baumann, er würde nicht gerne in dessen Haut stecken und in solch einer Situation nach Burghausen reisen müssen. Baumann gibt contra: "Er soll erstmal sehen, dass seine eigene Mannschaft gewinnt."

Unterstützt wird der VfL von weit mehr als 2.000 Fans, die aber nicht alleine für Heimspiel-Atmosphäre sorgen werden. Denn Wacker hat den Gästen nicht nur zusätzliche Karten angeboten, sondern auch gleich noch den Osnabrücker Stadionsprecher eingeladen.

Ausfälle:

Burghausen: Benjamin Gorka (langzeitverletzt), Ronald Schmidt (Syndesmosebandanriss), Thomas Kurz (Schambeinentzündung)

Osnabrück: Henrich Bencik (gesperrt), Angelo Barletta (Muskelfaserriss), Patrick Herrmann (Bänderriss im Sprunggelenk)

FC Ingolstadt 04 - SV Sandhausen: Der FCI ist für den direkten Wiederaufstieg in die Zweite Liga nicht nur auf die Schützenhilfe aus Burghausen angewiesen. Gegen den SVS muss natürlich erst einmal gewonnen werden. "Es ist eine gewisse Anspannung da, aber die Jungs sind sehr konzentriert. Ich freue mich auf Samstag", so FCI-Coach Wiesinger.

Der ehemalige Bundesligaspieler hofft auf die bedingungslose Unterstützung der Fans, aber "auch alle anderen, mich inklusive, müssen den unbedingten Glauben vorleben", fordert der Trainer, alle Zweifel zu hause zu lassen. "Wir wissen, dass wir enorm Gas geben müssen, deswegen setze ich nur auf Spieler, die hundert Prozent fit sind." Die Schanzer müssen den Blick aber auch nach hinten richten, denn patzen sie, würde Verfolger Eintracht Braunschweig mit einem Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt vorbeiziehen und der FCI stünde mit leeren Händen da.

Für die Mannschaft des SVS gibt es die gleiche Motivation wie für Burghausen. Geschenke wolle man laut Trainer Frank Leicht nicht verteilen. "Wir haben ein wichtiges Pokalspiel gegen Nöttingen in Aussicht. Da wird in Ingolstadt niemand geschont, denn wir brauchen ja den Rhythmus."

Ausfälle:

Ingolstadt: Ralf Keidel (gesperrt), Mathias Wittek, Markus Karl (beide Aufbautraining)

Sandhausen: Regis Dorn, Necat Aygün (beide fraglich)

Eintracht Braunschweig - Rot-Weiß Erfurt: "Das Beste zum Schluss" lautet das Motto der Braunschweiger. 25.500 Zuschauer sollen es wohl sein, die in der Mehrheit ihre Löwen noch Richtung Relegationsplatz brüllen wollen, um dieses Motto dann auch Wirklichkeit werden zu lassen. Die Eintracht muss siegen und gleichzeitig auf eine Niederlage der Ingolstädter spekulieren.

Das ist Trainer Torsten Lieberknecht durchaus bewusst: "Ich fühle mich an die Qualifikation zur 3. Liga erinnert. Auch da hatten wir es nicht mehr selber in der Hand und haben es dennoch geschafft. Wollen wir uns mal überraschen lassen." Sollte es am Ende nicht für die Relegation reichen, "wollen wir uns würdig vom Publikum verabschieden und trotzdem gemeinsam feiern", so Lieberknecht weiter.

Für die Erfurter ist nicht nur das Spiel in Braunschweig ein "schönes Highlight zum Ende der Saison", sondern auch die Vertragsverlängerung von Talent Karsten Kammlott bis 2012 erfreulich.

Obwohl die Saison gelaufen ist, will Stefan Emmerling den Braunschweigern ein Bein stellen. "Es wird kein Spaziergang, das ist jedem klar. Aber wir haben in den letzten Wochen Selbstvertrauen getankt und treten dort mit breiter Brust an."

Ausfälle:

Braunschweig: Dennis Brinkmann, Karim Bellerabi, Marc Vucinovic (alle langzeitverletzt), Jan Washausen (Sprunggelenksverletzung)

Erfurt: Dirk Orlishausen (Faserriss in der Gesäßmuskulatur), Manuel Bölstler (Leisten-OP), Sebastian Becker (Sprunggelenk-OP), Julian Lüttmann (Bauchmuskelverletzung), Chhunly Pagenburg (Entzündung im Becken), Gianluca Simari (Aufbautraining), Dennis Malura (fraglich)

Der 38. Spieltag im Überblick

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