Vom Provinzheld zum Superstar?

Von Kevin Bublitz/Mark Heinemann
Donnerstag, 29.04.2010 | 15:51 Uhr
Rouven Sattelmaier wechselt zur neuen Saison von Jahn Regensburg zum FC Bayern II
© Getty
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Thomas Müller, Holger Badstuber, Philipp Bargfrede oder Georg Niedermaier haben zumindest eine Sache gemeinsam: Sie alle haben den Sprung aus der 3. Liga in die Bundesliga geschafft. Auch in dieser Saison haben sich wieder Talente hervorgetan. SPOX hat sechs Newcomer unter die Lupe genommen und mit ihren Trainern gesprochen.

Spielername: Rouven Sattelmaier (Torwart)

Verein: Jahn Regensburg

Das kann Sattelmaier: Scheinbar jede Menge, denn der FC Bayern München hat den 22-Jährigen für die kommende Saison verpflichtet. Dort wird der reaktionsschnelle Keeper erst einmal in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen. Eine Rolle, die sich Sattelmaier eine gewisse Zeit lang anschauen wird - dann will er sicherlich mehr. Der Torwart gilt als sehr ehrgeizig.

Das kann Sattelmaier noch nicht: Schwächen zeigt der Schlussmann noch bei der Strafraumbeherrschung und wenn er mit dem Fuß am Spiel teilnehmen soll. Dort besteht Verbesserungsbedarf.

Das sagt sein Trainer Markus Weinzierl: "Seine Eigenschaften als Torwart sind sicher noch ausbaufähig, aber er ist ja noch sehr jung und hat mit Sicherheit eine gute Zukunft vor sich. Ich traue ihm alles zu. Er soll die Zeit in München genießen und sich weiterentwickeln."

Spielername: Julian Koch (Abwehr, Mittelfeld)

Verein: Borussia Dortmund II

Das kann Koch: Der 20-Jährige ist auf der rechten Dortmunder Seite beziehungsweise im defensiven Mittelfeld zu Hause und zeigt dort einen ordentlichen Drang nach vorne. Dabei helfen ihm seine Schnelligkeit und Beweglichkeit gleichermaßen wie seine gute Technik gepaart mit einem ebensolchen Kopfballspiel samt Zweikampfstärke.

Das kann Koch noch nicht: Sein Offensivdrang ist in gewisser Weise auch seine Schwäche. Denn beim Umschalten fehlt ihm manchmal noch das richtige Timing. Auch seine Flanken können noch verbessert werden.

Das sagt sein Trainer Theo Schneider: "Julian hat alle Anlagen für den Profibereich. Mit Dede, Owomoyela und Kehl kann er bei den Profis mit den optimalen Vorbildern trainieren, die ihm bei seiner Entwicklung helfen werden. Julian will lernen und kann bald eine ernsthafte Alternative im Profikader werden."

Spielername: Patrick Funk (Abwehr, Mittelfeld)

Verein: VfB Stuttgart II

Das kann Funk: Der 20-Jährige beackert das Stuttgarter Mittelfeld oder auch gerne mal die Position des rechten Verteidigers. Eine Position, die für den sehr mannschaftsdienlichen Spieler perfekt ist. Doch es ist eine der Stärken von Funk variabel einsetzbar zu sein. Eben dort, wo ihn seine Mannschaft braucht. Dafür prädestiniert ihn besonders seine gute taktische Ausbildung. Zudem ist Funk ein guter Standardschütze.

Das kann Funk noch nicht: 178 Zentimeter sind für einen Fußballer in Ordnung, trotzdem könnte Funk körperlich generell noch etwas zulegen. Auch an seiner Schussstärke kann er durchaus noch arbeiten.

Das sagt sein Trainer Jürgen Seeberger: "Patrick bringt die richtige Mentalität mit, um viel erreichen zu können. Es ist immer das Entscheidende, dass der Antrieb größer als das Talent ist, denn wenn das Talent größer ist als der Antrieb, bleibt man irgendwann hängen. Die Gefahr ist bei Patrick nicht gegeben. Er hat das Potential für die höheren Ligen."

Spielername: Sebastian Rode (Mittelfeld)

Verein: Kickers Offenbach

Das kann Rode: Als der Mittelfeldallrounder in der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss erlitt, stand Offenbach kurzzeitig etwas unter Schock. Denn die Verantwortlichen halten viel von dem 19-Jährigen, der im Mittelfeld sowohl defensiv als auch offensiv alle Positionen spielen kann. Dabei helfen ihm neben seiner guten Technik, auch seine große Laufbereitschaft sowie seine Zweikampf- und Kopfballstärke. Diverse Bundesligisten darunter Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund haben bereits angeklopft, doch die Kickers wollen ihre Nachwuchshoffnung halten.

Das kann Rode noch nicht: Körperlich muss sich der Mittefeldspieler noch verbessern und stabilisieren. Zudem braucht er nach seiner langen Verletzung natürlich noch etwas Zeit, um wieder in den gewohnten Spielrhythmus zu kommen.

Das sagt sein Trainer Wolfgang Wolf: "Um Sebastian kann man eine Mannschaft aufbauen. Er ist eines der größten Talente in Deutschland, die ich bisher gesehen habe. Er hat das Rumdumpaket, das man braucht, um sich in der Bundesliga durchzusetzen. Ich bin mir sicher, dass er seinen Weg in dorthin machen wird."

Spielername: Carsten Kammlott (Mittelfeld, Sturm)

Verein: Rot-Weiß Erfurt

Das kann Kammlott: Der 20-Jährige spielt seine erste komplette Saison bei den Profis und ist mit zwölf Treffern Erfurts bester Schütze. Dabei profitiert er besonders von seinem dynamischen Antritt auf den ersten Metern, der ihn zumeist den entscheidenden Tick eher an den Ball bringt als seinen Gegenspieler. Zudem legt der Angreifer eine hohe Laufbereitschaft an den Tag und schafft so Räume für seine Mitspieler. Auch dem DFB ist das Talent bereits aufgefallen, Kammlott wurde zuletzt zur U-20-Nationalmannschaft eingeladen und dort für 57 Minuten eingewechselt.

Das kann Kammlott noch nicht: Die Erfurter Nachwuchshoffnung hat noch Probleme, auf ihn gespielte lange Bälle zu halten, wenn er mit dem Rücken zum gegnerischen Tor steht.

Das sagt sein Co-Trainer Henri Fuchs: "Carsten war schon in der Jugend herausragend und zeigt bereits jetzt eine beachtliche Konstanz. Er ist auch charakterlich auf dem Boden geblieben und lässt sich durch die Chance Bundesliga nicht verrückt machen. Er möchte sich bei uns stabilisieren, wir setzen für die kommende Saison große Hoffnungen in ihn. Er wird seinen Weg in die Bundesliga machen."

Spielername: Onur Ayik (Sturm)

Verein: Werder Bremen

Das kann Ayik: Der 20-Jährige absolvierte insgesamt 36 Spiele für die Bremer Reserve und erzielte dabei elf Tore. Sieht man Ayik allerdings zum ersten Mal auf dem Fußballplatz möchte man dies eigentlich kaum glauben, denn der 183 Zentimeter große Angreifer gibt dort eher den Unbeteiligten - bis er dann plötzlich explodiert. Dementsprechend gehören Dynamik, Schnelligkeit und eine gute Schusstechnik zu seinen hervorstechendsten Eigenschaften.

Das kann Ayik noch nicht: Trotz des Profivertrages, der ihn bis 2012 an Werder bindet, fehlt es dem Jungspund in manchen Situationen noch an einer gewissen Lockerheit. Fehler bringen ihn manchmal noch aus dem Rhythmus.

Das sagt sein Trainer Thomas Wolter: "Onur hat alle Voraussetzungen, um in der Bundesliga Fuß zu fassen, weil es auch in seinem Umfeld stimmt. Er kommt aus einem guten Elternhaus und hat dort die nötige Unterstützung. Onur ist ein absoluter Familienmensch. In der vergangenen Saison hat er noch seine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann abgeschlossen. Die Prüfungen hat er jetzt hinter sich, so dass er sich nun voll auf den Fußball konzentrieren kann."

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