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DFB-Pokal, 2. Runde: Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart 2:0

Gladbach kontert VfB im eigenen Stadion aus

Dienstag, 25.10.2016 | 22:36 Uhr
Tony Jantschke scheiterte bei einer Chance an Mitch Langerak
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Borussia Mönchengladbach hat das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. In der zweiten Runde bezwang das Team von Andre Schubert den VfB Stuttgart mit 2:0 (1:0).

Vor 40.452 Zuschauern im Borussia Park erzielte Fabian Johnson nach einem Bilderbuch-Konter und einem Hacken-Assist von Andre Hahn die 1:0-Führung für die Hausherren (31.).

In der Schlussphase entschied Lars Stindl nach Vorlage von Johnson mit einem Rechtsschuss die Partie (84.). Der Kapitän traf damit in jedem seiner vier Pokalspiele für die Fohlen und stellte den Vereinsrekord ein.

Damit gewann Gladbach die letzten vier Spiele gegen den VfB. Dies gelang zuvor noch nie. Seit sieben Duellen in Folge ist die Borussia ungeschlagen.

Stuttgart bleibt unter Hannes Wolf auswärts ohne Sieg. Zuvor verloren die Schwaben in Dresden 0:5 und spielten 1:1 in Bochum.

Die Reaktionen:

Andre Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir sind insgesamt sehr zufrieden. Stuttgart war zuletzt wieder gut in der Spur. Uns war klar, dass es nicht ganz einfach wird, dass wir Geduld brauchen. Der Gegner stand am Anfang sehr kompakt. Wir haben irgendwann im Aufbau von Dreier- auf Viererkette umgestellt, das hat dann besser geklappt. Am Ende war es ein souveräner Sieg."

Hannes Wolf (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben in den ersten 30 Minuten nicht viel zugelassen, da war ich total zufrieden. Beim ersten Tor sind wir mit einer hohen Qualität ausgekontert worden. Danach ist das Spiel dann zu Gunsten von Gladbach gekippt. Mit dem 0:2 war es dann vorbei. Wir hätten hier eine Topleistung gebraucht. So ist es ein verdienter Sieg."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schubert tauscht das Personal der Gladbacher im Gegensatz zur 0:2-Niederlage bei Bayern München auf drei Positionen. Herrmann, Dahoud und Jantschke rücken in die erste Elf, dafür sitzen Wendt, Hofmann und Korb zunächst auf der Bank.

Wolf nimmt nach dem 2:1-Sieg gegen 1860 München zwei Änderungen vor. Terodde muss verletzt passen, Großkreutz sitzt zunächst auf der Bank. Dafür stehen Tashchy und Klein in der Startformation.

31., 1:0, Johnson: Konterfußball vom Allerfeinsten! Jantschke grätscht Asano den Ball auf der rechten Abwehrseite ab und dann geht es ganz schnell. Über Dahoud und Herrmann landet das Leder bei Hahn, der Johnson mit einem überragenden Hackentrick in den freien Raum schickt. Der US-Amerikaner geht alleine auf Langerak zu, bleibt cool und schiebt aus 14 Metern flach ein.

37.: Starke Parade von Langerak! Nach einer Kopfballvorbereitung von Johnson rückt die VfB-Abwehr zu spät heraus. Jantschke steht nicht im Abseits und kommt im Sechzehner frei zum Abschluss. Langerak stürmt dem Ball entgegen und wehrt den Schuss ab.

40.: Herrmann hebt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld gefühlvoll ans lange Fünfereck. Weil sich Sunjic völlig verschätzt, kommt Hahn an den Ball. Erneut verkürzt Langerak durch offensives Torwartspiel geschickt den Winkel. Hahn hat Probleme bei der Ballannahme, seinen Schuss kann Langerak dann halten.

49.: Das muss das 2:0 sein! Nach einem überragenden Pass von Jantschke in die Tiefe schnappt die Abseitsfalle des VfB erneut nicht zu. Johnson und Hahn sind frei durch. Der US-Amerikaner geht ein Stück und legt dann links rüber. Hahn rutscht weg und gerät in Rückenlage, sodass sein Abschluss misslingt und bei Langerak landet.

52.: Nach Hereingabe von Herrmann zieht Johnson vom Elfmeterpunkt mit Vollspann ab - einen Meter über die Latte.

53.: Wieder eine misslungene Abseitsfalle des VfB, wieder eine Großchance, wieder Hahn! Einen langen Ball grätscht Herrmann in den Lauf von Hahn, der aber zum wiederholten Male am herauseilenden Langerak scheitert.

78.: 18 Meter vor dem Tor lässt Maxim Elvedi mit einer einfach Körpertäuschung ins Leere laufen, um dann mit links abzuziehen. Sein Schuss ist jedoch zu unplatziert und kein Problem für Sommer.

84., 2:0, Stindl: So einfach kann Fußball sein: Vestergaard mit einem langen Ball ins Zentrum, Hahn lässt tropfen, Johnson spielt zu Stindl. Der legt sich den Ball 18 Meter vor dem Tor zurecht und schlenzt ihn ins rechte obere Eck.

Fazit: Gladbach ging nach einer ideenlosen Anfangsphase aus dem Nichts in Führung, verdiente sich den Sieg hinterher aber mit einer starken Leistung. Einzig, dass es aufgrund der schwachen Chancenverwertung lange knapp war, dürfte Schubert missfallen.

Der Star des Spiels: Jannik Vestergaard. Überragende Partie des Innenverteidigers. Noch nie zuvor hatte er so viele Ballaktionen in einem Spiel (144), dazu mit der besten Zweikampfquote aller Spieler (55,6 Prozent) und den meisten gespielten Pässen (130) - darunter der starke Ball vor dem 2:0.

Der Flop des Spiels: Takuma Asano. Wirkungslos auf der linken Außenbahn. Fand keine Bindung zum Spiel, gewann die wenigsten Zweikämpfe aller Spieler (28 Prozent), hatte die wenigstens Ballaktionen (24) und vergab seine zwei Torschussmöglichkeiten kläglich.

Der Schiedsrichter: Günter Perl. Hatte keine Probleme mit der fair geführten Partie.

Das fiel auf:

  • In der Anfangsphase der Partie war von einem Klassenunterschied nichts zu sehen. Zwar hatten die Gladbacher in den ersten 20 Minuten über 75 Prozent Ballbesitz, waren jedoch im Vorwärtsgang zu ideenlos. Nach der schwachen Anfangsphase stellte man von einem System mit Dreierkette auf ein 4-2-3-1 um, in dem Strobl und Vestergaard die Innenverteidigung bildeten, Elvedi links und Jantschke rechts spielte. Dieser Systemwechsel brachte deutlich mehr Schwung ins Spiel der Gastgeber.
  • Der VfB setzte zunächst auf defensive Stabilität und zog sich in einer 4-4-2-Grundordnung weit zurück. Nach der schwachen Anfangsphase der Hausherren wurden die Schwaben nach etwa 20 Minuten mutiger und entwickelten immer mehr Offensivdrang. Zwischen der 20. und der 30. Minute gaben die Gäste sechs Torschüsse ab, Gladbach in dieser Phase keinen. Eine echte Torchance spielte sich Stuttgart jedoch nicht heraus.
  • Das Führungstor der Fohlen fiel aus dem Nichts und schockte den VfB sichtlich. Fortan spielte bis zum Pausenpfiff nur noch die Borussia. Eine Schlüsselrolle im Angriff der Hausherren nahm Hahn ein. Zwar hatte er in der ersten Hälfte mit 13 die wenigsten Ballaktionen und spielte nur sechs Pässe, diese kamen jedoch alle zum Mann. Außerdem war er an vier der fünf Gladbacher Torschüsse beteiligt.
  • Die hoch stehende Abwehr des VfB präsentierte sich zeitweise verheerend. Unzählige Male schob die Viererkette der Gäste hoch hinaus, um auf Abseits zu spielen. Weil die Abseitsfalle jedoch nicht funktionierte, gab es immer wieder Situationen, in denen die Gladbacher mit einem (37., 49.) oder gar zwei Leuten (53.) frei vor Langerak auftauchten.
  • Die Borussia überzeugte durch ein exzellentes Umschaltspiel. Wenn der VfB den Ball im Vorwärtsgang verlor, ging es meist schnell in die Angriffsbewegung.
  • Nach einer guten Stunde verflachte die Partie zusehends. Gladbach wirkte müde und spielte auf Verwalten. Der VfB fand trotz der Impulse durch die Einwechslungen von Großkreutz und Maxim nicht mehr ins Spiel. Mit dem Treffer von Stindl war der Sack endgültig zu.

Die 2. Runde des DFB-Pokals in der Übersicht

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