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DFB-Pokal, Viertelfinale

SVW gewinnt Pokalschlacht bei Bayer

Dienstag, 09.02.2016 | 20:47 Uhr
Werder Bremen steht trotz Bundesliga-Krise im Halbfinale des DFB-Pokals
© getty
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Der SV Werder Bremen steht nach einem 3:1 (2:1)-Sieg bei Bayer Leverkusen im Halbfinale des DFB-Pokals. Santiago Garcia und Claudio Pizarro drehten einen Rückstand durch Chicharito. Florian Grillitsch (82.) entschied die Partie.

Vor 28.500 Zuschauern brachte Chicharito (21.) die Werkself per Foulelfmeter in Führung. Santiago Garcia (31.) glich wenig später aus. Wendell (40.) sah die Rote Karte nach einer Notbremse gegen Fin Bartels, den fälligen Elfmeter nutzte Claudio Pizarro (41.), um das Spiel zu Gunsten Werder Bremens zu drehen.

Nach dem Seitenwechsel konzentrierte sich Bremen endgültig auf das Verteidigen und setzte seine Konter. So konnte Florian Grillitsch (82.) kurz vor Ende der Partie aus dem Abseits für die Entscheidung sorgen. Die Gäste sind damit in der sechsten von insgesamt sechs DFB-Pokal-Partien von Leverkusen nicht zu besiegen.

Die Reaktionen:

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Werder hat sich den Sieg und das Halbfinale verdient. Wir sind natürlich total enttäuscht. Man hat gesehen, dass man sich in diesem Wettbewerb kein schlechtes Spiel erlauben darf. Manchmal noch nicht einmal eine schlechte Halbzeit. Was wir uns vorwerfen müssen, ist, dass wir in der ersten Halbzeit viel zu fahrlässig mit dem Spiel umgegangen sind, und deshalb haben wir verloren."

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "Wir sind natürlich glücklich. Wir haben einen sehr attraktiven Gegner auswärts geschlagen und sind weiter. Das ist Wahnsinn. Wir sagen immer: Wir können Fußball spielen, wenn alles passt. Und heute hat alles gepasst. Leider haben wir auch immer solche Spiele wie letzte Woche in Mönchengladbach. Jetzt hoffe ich natürlich, dass es so weitergeht - nicht nur im Pokal, auch in der Meisterschaft."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zum torlosen Unentschieden gegen die Bayern verändert Roger Schmidt sein Team nur auf einer Position. Wie schon so oft wechselt er den Rechtsverteidiger aus: Roberto Hilbert beginnt für Tin Jedvaj.

Auf Seite von Werder Bremen gibt es dagegen nach dem 1:5 gegen Gladbach schon mehr Änderungen. Viktor Skripnik nimmt Santiago Garcia, Alejandro Galvez, Fin Bartels und Florian Grillitsch hinein, dafür müssen Laszlo Kleinheisler, Anthony Ujah, Leon Guwara (alle auf der Bank) und Zlatko Junuzovic (Schulterverletzung) raus.

7.: Das hätte Handelfmeter für Leverkusen geben müssen. Bellarabi geht in den Strafraum, Djilobodji grätscht. Der Werderander bekommt den Ball an den abstützende Arm und blockt damit ab.

21., 1:0, Chicharito: Dieses Mal zeigt Stark auf den Punkt. Werder mit einem Bock in der Vorwärtsbewegung, Kießling geht auf Galvez zu, der sein Bein rausstellt. Chicharito lässt Wiedwald trotz richtiger Ecke keine Chance. Toller Elfmeter.

31., 1:1, Garcia: Galvez nimmt eine Freistoßflanke direkt, der Ball hoppelt aber durch den Strafraum. Garcia schaltet am schnellsten, hält den Fuß rein und erwischt Leno auf dem falschen Fuß.

33.: Hier ist Feuer drin. Nach einem Foul von Garcia an Bellarabi gibt es eine große Rudelbildung, Hilbert und der Torschütze stehen Kopf an Kopf. Starks Hand zuckt zur hinteren Hosentasche, am Ende gibt es aber doch nur Gelb.

34.: Noch ein wenig kopflos die Werder-Abwehr. Wiedwald konzentriert sich aber schon wieder auf Fußball und fischt einen gefährlichen Versuch von Tah aus dem Winkel.

40.: Stark braucht offenbar heute immer zweite Versuche, denn dieses Mal gibt es Rot. Wendell legt Bartels, der alleine auf Leno zugehen könnte, und muss dafür runter.

42., 1:2, Pizarro: Der fällige Elfmeter sitzt. Pizarro lässt sich trotz kurzer Pause nicht beirren und trifft rechts unten ins Tor. Leno wählt die falsche Seite.

46.: Schmidt reagiert auf den Platzverweis und bringt Ramalho für Hilbert.

55.: Bartels kommt völlig frei zum Abschluss, Leno ist reaktionsschnell und wehrt nach vorne ab. Dort könnte Pizarro schießen, Ramalho grätscht ihm aber im allerletzten Moment das Leder vom Fuß.

63.: Genialer Ball von Kampl durch zwei Linien auf den rechts startenden Bellarabi. Der vertändelt aber am Fünfmeterraum und vergibt so eine gute Chance.

82., 1:3, Grillitsch: Damit ist der Deckel drauf! Bremen zaubert sich schon fast hinten heraus, Öztunali ist rechts plötzlich komplett durch und legt in die Mitte. Pizarro kommt nicht ordentlich hin, von ihm geht der Ball zu Grillitsch, welcher aus Abseitsposition versenkt.

89.: Vom rechten Strafraumeck zirkelt Calhanoglu einen Freistoß an den Außenpfosten. Durchschnaufen!

Fazit: Kein gutes Spiel von Leverkusen gegen ein im Vergleich zur Bundesliga deutlich verbessertes Bremen. Bayer war trotz zehn Mann lange ebenbürtig, verlor am Ende aber verdient.

Der Star des Spiels: Papy Djilobodji fing etwas nervös an, fand dann aber mehr und mehr ins Spiel. Sicherte seine Mitspieler ab und besserte gleich mehrfach aus. Bei weitem kein fehlerfreies Spiel, aber einer der wichtigeren Faktoren für den Halbfinaleinzug. Ebenfalls stark zeigte sich Pizarro, der einige gute Konterszenen einleitete.

Der Flop des Spiels: Chicharito versenkte zwar den Elfmeter, war aber sonst nicht in Normalform. Während sein Nebenmann zahlreiche Bälle behauptete, lief das Spiel am Mexikaner weitgehend vorbei. Bei seiner Auswechslung humpelte er, vielleicht eine Erklärung für das schwächere Spiel.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark hatte ein unglaublich schweres Spiel zu pfeifen. Das Hanspiel von Djilobodji nach sechs Minuten war schwer zu beurteilen, die Körperfläche vergrößt, Absicht aber nicht erkennbar. Das Garcia-Foul und die anschließende Rudelbildung kann in Gesamtheit auch zu Gelb-Rot führen. Der Platzverweis war allerdings korrekt, ebenso wie Gelb für das Elfmeterfoul an Kießling. Das 1:3 fiel aus einer Abseitsposition heraus, die auch sein Linienrichter nicht erkannte.

Das fiel auf:

  • Werder verteidigte rund um die Mittellinie in einem relativ passiven 4-2-3-1/4-1-4-1. Das Mittelfeld verschob sehr weit, womit der Weg ins Zentrum stets mit mehreren Spielern versperrt werden konnte. Dabei waren immer wieder Mannorientierungen zu entdecken, besonders von Gebre-Selassie gegen Bellarabi und Calhanoglu.
  • Leverkusen sah sich deshalb mit viel Ballbesitz konfrontiert. Die Werkself tat sich schwer, das Spiel über das Zentrum kontrolliert aufzubauen und setzte eher auf ein gewohnt gutes Gegenpressing nach Ballverlusten. Schnelle Pässe in die Tiefe auf Chicharito und Kießling sollten entweder abgelegt oder direkt zurückerobert werden.
  • Bremen spielte allerdings mehrfach seine Konterstärke aus. Der Ball lief schnell bis zu Grillitsch, der dann versuchte, über links für Meter zu sorgen. Leverkusen verteidigte das trotz hohen Außenverteidigern aber geschickt und bekam den schnellen Flügelspieler meist in den Griff.
  • Mit zehn Mann ließ Schmidt eine Dreierkette in der Defensive spielen. Calhanoglu ging ins Zentrum neben Kramer, Kampl und Bellarabi teilten sich die Flügel. Bremen überließ den Gastgebern aber weiter den Ball und so war es ohne doppelte Flügelbesetzung schwer für die Werkself, Chancen zu kreieren, beziehungsweise über den Spielaufbau sinnvoll auszuspielen.
  • Mit der Auswechslung von Chicharito ging Ramalho weiter nach vorne, Papadopoulos übernahm den zentralen Innenverteidiger. Leverkusen spielt eine Art 3-1-0-5 und drängte Bremen so immer tiefer hinein. So kamen die Männer von Schmidt zu mehr Chancen.

Bayer Leverkusen - Werder Bremen: Daten zum Spiel

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