wird geladen

FC Bayern beendet Ära Guardiola mit Double

So wie einst im Prager Eden

Sonntag, 22.05.2016 | 20:50 Uhr
Pep Guardiola mit seinen Spielern. Für den Trainer die wichtigsten Menschen seiner Amtszeit
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
FrJetzt
Bayern-Bayer: Die Highlights des Eröffnungsspiels
J1 League
Gamba Osaka -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Die Ära Pep Guardiola endet, wie sie begann - mit einem emotionalen Sieg im Elfmeterschießen. Der Trainer scheidet in Frieden von seinem alten Klub und wird sich zukünftig wieder mit seinem ärgsten Rivalen rumschlagen müssen.

Pep Guardiola wird in München bleiben. Sieben bis zehn Tage ist er noch in der Stadt, um alles zu regeln, ehe er sich in den Urlaub verabschiedet und anschließend nach Manchester fliegt, um bei City ein neues Projekt in Angriff zu nehmen.

Eilig hat es Guardiola nicht, München zu verlassen. Er muss auch nicht flüchten, er kann den FC Bayern durch "das große Tor verlassen", wie Thomas Müller sagte. Er liebe diese Stadt und werde auch künftig immer wieder kommen, um Freunde zu treffen, die er in seinen drei Jahren gewonnen habe.

Diesen privaten Aspekt hat Guardiola in den letzten Tagen und Wochen immer wieder betont, als er erklärte, warum er seine Zeit in München als gelungen einstuft und warum die Zahl der Titel oder der Gewinn des Champions-League-Pokals nicht entscheidenden Einfluss auf sein Fazit haben.

Eloge auf Philipp Lahm

Eins, zwei, drei. Bevor Guardiola gemeinsam den DFB-Pokal mit Philipp Lahm in die Höhe reckte, gab er den Takt vor. Es war zwar nicht so gemeint, aber es passte trotzdem ganz gut zu seinem mittlerweile geflügelten Satz: "Titel sind Nummern." Auch das Double ist eine Nummer. Genauso wie Systeme Telefonnummern seien.

Guardiola hat die Fokussierung auf Silberware als Bewertungsgrundlage seiner Arbeit akzeptiert - auch wenn er sie verstanden hat -, selbst aber ganz andere Kriterien angewandt. Der Fußball gehört in seiner Welt den Spielern und deshalb werde er die Alabas, die Boatengs und die Müllers auch ganz besonders vermissen. Aber keinen wohl so sehr wie Philipp Lahm.

"Er hat mir sehr geholfen. Er ist der erste Rechtsverteidiger, den ich gesehen habe, der eine Spielweise dominiert. Sein Spiel heute war fürs Lehrbuch. Er spielt immer gut. Ich habe noch nie ein schlechtes Spiel von ihm gesehen und verstehe nicht, warum er noch nicht Fußballer des Jahres war", sagte Guardiola. "Philipp wird für mich immer etwas Besonderes bleiben. Er ist der richtige Kapitän für Bayern und eine absolute Legende für diesen Verein. Lahm ist auf einem Niveau mit Müller, Beckenbauer, Rummenigge."

Dass Lahm den Trainer bei der Pokalübergabe nach vorne holte, zeigte zum Abschluss auch noch einmal deutlich, dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer bis zum Schluss intakt war. Guardiola nahm die Geste an, jubelte ausgelassen und verschwand dann wieder im Hintergrund.

Offen, emotional - unnahbar?

Zuvor hatte er kurz nach dem Schlusspfiff viele Tränen vergossen. Man merkte förmlich, wie der ganze Druck von ihm abfiel und wie sehr er sich über diesen positiven Abschluss mit seiner liebgewonnen Mannschaft freute.

"Nach dem Abpfiff sind vielleicht alle Dämme gebrochen und ich denke, das darf er auch. Vorher musste er seinen Beruf machen - jetzt kann er endlich auch mal Mensch sein und muss nicht mehr Maschine sein", sagte Thomas Müller.

Es war ja vor allem die Akribie, die Besessenheit, die Guardiolas hervorstechende Charaktereigenschaften in diesen drei Jahren waren, die ihm aber auch gleichzeitig das Prädikat "unnahbar" einbrachten, obwohl er sich auch immer Zeit nahm für die Fans und deren Autogrammwünsche und so emotional coachte, wie noch kein Trainer vor ihm. Trotzdem hatte sich am Ende eine ambivalente Beziehung zwischen Fans und Trainer entwickelt.

Mit dem Pokalsieg und der abschließenden Feier auf dem Rathausbalkon nahmen beide Seiten gebührend Abschied voneinander. Guardiola versprach den Champions-League-Titel in den nächsten Jahren und rief "Mia san Mia" ins Publikum. Das jubelte ihm zu.

Alles begann in Prag

Für den FC Bayern endete in Berlin die Ära Guardiola sportlich, wie sie im August 2013 in Prag begann. Nach dem verlorenen deutschen Supercupfinale gegen Borussia Dortmund, das sehr früh in der Vorbereitung stattfand, war der Titel im europäischen Supercup gegen Jose Mourinhos FC Chelsea das erste Aha-Erlebnis unter Guardiola.

Wie im Olympiastadion fiel auch in der Eden Arena damals die Entscheidung im Elfmeterschießen. Die Bayern verwandelten alle fünf Elfmeter und Matthias Sammer stellte hinterher vor allem die emotionalen und gleichzeitig inhaltlich präzisen Worte des Trainers heraus.

"Seine Ansprachen waren unglaublich, gerade vor dem Elfmeterschießen. Der Trainer hat erklärt, was zu tun ist und wer die Elfmeter schießen wird. Das war ein Produkt der Ansage. Ich schätze es sehr, mit welcher Intensität unser Trainer mit der Mannschaft arbeitet", sagte Sammer.

Er habe die Mannschaft "geführt unter ganz anderen Attributen, wie man vielleicht denkt. Nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch moralisch."

Unterschied zu Tuchel

Auch im Olympiastadion hat Guardiola vor dem Elfmeterschießen klare Ansagen gemacht und damit offensichtlich die richtige Mischung gefunden. Bis auf Joshua Kimmich verwandelten alle Spieler sicher und mit großer Überzeugung.

Hier lag einer der großen Unterschiede an diesem Abend zwischen Lehrmeister Guardiola und Schüler Tuchel, der sich für die falsche Auswahl seiner Elfmeterschützen kasteite. Der BVB-Trainer musste auch feststellen, dass die Bayern mit mehr "Schärfe, Vertrauen und Überzeugung" ins Spiel gingen als seine Mannschaft.

Mit Guardiolas Abschied aus der Bundesliga verliert Tuchel seinen Bruder im Geiste. Auf der anderen Seite ist er sich aber sicher: "Die Chancen, die Bayern künftig schlagen zu können, werden durch seinen Abgang nicht geringer."

Auf Guardiola wartet der Plagegeist Mourinho

So viel Wohlwollen wie in der Bundesliga wird Guardiola in der Premier League von seinen ärgsten Konkurrenten sicher nicht zuteilwerden. Zumal mit Jose Mourinho sein schlimmster Plagegeist kurz davor steht, die Geschicke beim Lokalrivalen Manchester United zu übernehmen.

Guardiola hat in den letzten fünf Monaten laut eigener Aussage in München sehr gelitten, weil ihm viele seinen freiwilligen Rückzug aus Bayern übelnahmen und deshalb aus seiner Sicht nicht fair mit umgingen.

Für gewöhnlich geht es in Englands Yellow Press noch etwas rauer zu und mit Mourinho wartet nun ausgerechnet noch dieser Gegner auf ihn, den er vor Jahren einmal als "puto amo" (verdammten Chef) der Pressekonferenzen bezeichnete. The Special One weiß aus jahrelanger Erfahrung, wie er mit der englischen Presse spielen kann.

Wie es das vom Geld getriebene Schicksal im Fußball will, wird sein erstes Testspiel mit City beim International Champions Cup (ICC) in Peking ausgerechnet gegen United stattfinden. Beim Blick auf den Spielplan dürfte er aber erleichtert feststellen, dass es besser wird. Das zweite Match steigt in Shenzhen - gegen Borussia Dortmund mit Thomas Tuchel.

Die Saison des FC Bayern im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung