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Borussia Dortmund in der Einzelkritik

Weltklasse-Werkzeug mit Bruchstelle

Samstag, 21.05.2016 | 22:49 Uhr
Papastathopoulos Sokratis war der überragende Mann auf dem Platz
© getty
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Der BVB zwang die Bayern durch starke Defensiv-Arbeit ins Elfmeterschießen - mit einem überragenden Werkzeugkasten und einem vorbildlichen Abschied. Ein Duo von Jogi Löw hat dagegen noch keine EM-Form. Auba kann Worten nicht Taten folgen lassen. Die Einzelkritiken des BVB.

Roman Bürki: In der ersten Halbzeit fast ohne Aktion. Erstmals richtig in der 75. Minute gefordert, als er gegen Riberys abgefälschten Schuss stark den Ellenbogen hochriss. Rettete so das 0:0 in die Verlängerung und später gegen Alaba auch ins Elfmeterschießen. Note 2,5

Lukas Piszczek: War primär mit Defensiv-Aufgaben beschäftigt, weil Ribery auf seiner Seite immer wieder Eins-gegen-eins-Situationen suchte. Konnte daher nicht so oft wie gewünscht das BVB-Spiel nach vorne antreiben. Darunter litten vor allem Mkhitaryan und Aubameyang. Defensiv aber ordentlich, auch wenn ihm Ribery im Laufe des Spiels mehr und mehr Probleme bereitete. Note 3

Sokratis: Dortmunds überragender Werkzeugkasten - bis zum Elfmeterschießen mit absoluter Weltklasse. Flexte, hämmerte dazwischen, schraubte sich immer wieder in die Luftzweikämpfe - und all das unfassbar gekonnt, manchmal auch mit Risiko verbunden. Bärenstark nach der Pause mit seiner Rettungsaktion gegen Lewandowski (50.). Auch sonst mit sehr gutem Stellungsspiel und kompromisslosem Zweikampfverhalten. Vom Punkt zeigte er aber, dass sein Werkzeug doch eine Sollbruchstelle hat. Note 1,5

Mats Hummels: Abschied mit Sternchen - leider getrübt von der vorzeitigen, verletzungsbedingten Auswechslung. Stand mit dem Hintergrund seines bevorstehenden Wechsels zum FCB wie kein anderer unter ganz besonderer Beobachtung. Hatte angekündigt, sich mit einem Titel verabschieden zu wollen und zeigte von Anfang an, dass er den Fans dieses Gefühl auch auf dem Platz vermitteln wollte. Extrem präsent in den Zweikämpfen, ließ keinen Raum für irgendwelche Kritik oder Mentalitäts-Interpretationen. Lieferte viele Argumente, weshalb die Bayern ihn zur neuen Saison holen. Note 2

Marcel Schmelzer: War auf links gefordert, sich sowohl ins Angriffspiel einzuschalten, aber auch die Außenbahn gegen Costa dicht zu halten. Rückte in einigen Situationen nicht schnell genug zurück, sodass die Bayern zum Flanken kamen. Ging Costa mit Tempo Richtung Grundlinie, war er oft einen Schritt hintendran. In der 70. Minute angeschlagen für Durm ausgewechselt. Note 4

Julian Weigl: Wenige Tage nach seiner Nominierung für den vorläufigen EM-Kader nicht mit den Aktionen, die ihn zuletzt so in den Vordergrund drängten. Nachdem er am 34. Spieltag mit 218 Ballaktionen noch einen neuen Bundesliga-Rekord aufgestellt hatte, kam er gegen die Bayern nicht ins Spiel. Wurde im Zentrum gut zugestellt, bot sich aber auch wenig an. Hatte zur Pause nach Aubameyang die wenigsten Ballkontakte aller BVB-Akteure (17). Bekam mit zunehmender Spieldauer - im Zusammenspiel mit Bender - auch die zentralen Räume vor der Abwehr nicht mehr geschlossen, sodass Bayern häufiger schnell in die vorderste Reihe kam. Zudem mit einfachen Ballverlusten. Note 4,5

Sven Bender: Der Pendler im BVB-Spiel. Begann erst als dritter Innenverteidiger zwischen Sokratis und Hummels, wodurch dem BVB im Mittelfeld zwangsläufig eine Anspielstation fehlte. Wechselte nach etwa 25 Minuten neben Weigl auf die Sechs, wodurch der vertikale BVB-Spielaufbau über Hummels und die mittlere Achse wieder viel besser funktionierte und sich Tuchels Mannschaft besser vom FCB-Druck lösen konnte. Anschließend immer im Wechsel zwischen diesen Positionen. Note 3

Gonzalo Castro: Kam vor allem in der Anfangsphase durch Tuchels Grundordnung nicht wirklich in seine zuletzt so starke Ballverteiler-Rolle im Zentrum. War auf der halblinken Position etwas außen vor und war damit in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Kam deshalb nicht in die engen, undurchsichtigen Räume, aus denen er sonst seine riskanten Pässe in die Tiefe spielt, und erst recht nicht in Abschlusssituationen. Kämpfte sich aber vor allem über die Zweikämpfe und Laufwege ins Spiel und stellte die Räume gut zu. Note 3,5

Henrikh Mkhitaryan: Ihm kam wie vielen BVB-Spielern eine Doppelrolle zu: Musste sich gegen den Ball rechts in die Dreier-Mittelfeldreihe einordnen, nach Ballgewinn fungierte er gewohnt als Entwicklungsspieler der Konteraktionen, indem er sich direkt zentral hinter die Spitzen bewegte und für eine vertikale Anspielstation zwischen den Bayern-Ketten sorgen sollte. Konnte da aber fast nie bedient werden, weil ihn Vidal beziehungsweise Alaba oder Boateng fast immer konsequent zustellten. Brachte die Großchance in der Verlängerung nicht aufs Tor. Note 4

Marco Reus: Bewies er noch keine Turnier-Form. Fand im BVB-Spiel nie so richtig seine Position. Schaltete Dortmund schnell nach vorne um, verschleppte Reus mehrere Male das Tempo. Dann wiederum schaffte er es nicht, den Ball zu halten, wenn seine Mitspieler nachrücken mussten. Dazu mit schlampigen Fehlpässen und nicht in der Lage, sich in direkten Duellen effektiv durchzusetzen. Schwache Partie. Note 5

Pierre-Emerick Aubameyang: "Ich glaube, ich werde gegen Bayern zwei Tore machen", hatte Aubameyang vor dem Spiel angekündigt. Der Wille war anfangs da, jedoch kam der Gabuner zu selten in schnelle Umschaltsituationen. Erst nach 56 Minuten mit seinem ersten Abschluss. Trotzdem mit der Riesen-Chance zum Pokalsieg (85.), als er nicht annähernd so kaltschnäuzig war wie zuvor in dieser Saison. Schaltete mehrere Male zu früh ab und verschenkte so weitere Chancen. Note 4,5

Erik Durm: Kam in der 70. Minute für Schmelzer - und war fast direkt so auffällig wie seine Frisur. Schaltete sich effektiver als Schmelzer nach vorne ein und war in der 94. Minute gegen Lewandowski entscheidender Verhinderer des wohl sicheren 0:1. Allerdings auch mit der einen oder anderen übermutigen Aktion, in denen er sich im Gegenspieler verrannte. Brachte sich insgesamt ordentlich ein. Note 3

Matthias Ginter: Kam in der 78. Minute für Hummels. Bei weitem nicht so auffällig wie sein Vorgänger, aber souverän und ohne Schnitzer. Note 3,5

Shinji Kagawa: Kam in der 106. Minute für Castro. Reihte sich im BVB-Spiel ein, ohne zu glänzen. Keine Bewertung

FC Bayern München - Borussia Dortmund: Daten zum Spiel

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