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Fussball

"...dann ist es richtig hart"

Von SPOX
Jürgen Klopp musste am DFB-Pokal vorbeigehen statt ihn in die Luft zu recken
© getty

Jürgen Klopp hat heftig an der Pleite im Pokalfinale zu knabbern. Noch in der Halbzeit rechnete er mit einem Spektakel. Auch Sebastian Kehl sagt traurig Servus. Kevin de Bruyne dankt seinem verstorbenen Freund Junior Malanda.

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund) ...

... zum Spiel: "Die Enttäuschung ist riesig, weil die Niederlage unnötig war. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir waren im Spiel. So ist Fußball. In der Halbzeit hatte ich das Gefühl, hier wird heute ein Spektakel draus. Wir drehen das Ding noch. Aber wir waren dran. Hätte, wenn und aber. Nie ist es mehr egal als im Finale."

... über seinen Abschied von Borussia Dortmund: "Immer wenn ich einen meiner Spieler im Arm habe, dann ist es richtig Abschied. Dann ist es richtig hart. Die Leute sind unglaublich. Es ist ein großartiger Verein, was soll man da sagen. Es waren sieben wunder-, wunder-, wunderschöne Jahre. Ich habe einen Riesenspaß gehabt, durfte alles durchleben, was man so als Mensch und als Trainer durchleben darf. Der direkte Abschied von den Jungs ist jetzt schon hartes Brot."

Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg) ...

... über die Bedeutung des Titels: "Ich bin einfach mächtig stolz auf meine Mannschaft heute. Es war das Spiel, was wir erwartet haben. Dortmund mit viel Zug zum Tor, früher Rückstand für uns. Wichtig war, dass Marco Reus das 2:0 nicht macht. Dann wäre es richtig schwer geworden. Mit dem Ausgleich haben wir dann plötzlich den Mut gehabt, waren in den Zweikämpfen aggressiver, bissiger. Von daher war es ein verdienter Sieg heute."

... über seine Mannschaft: "Sie ist vom ersten Tag an unwahrscheinlich kameradschaftlich miteinander umgegangen, sie haben einen unwahrscheinlichen Teamgeist entwickelt. Diesen Sieg widmen wir natürlich Junior Malanda."

Joachim Löw (Bundestrainer): "Wolfsburg hat nach dem 0:1 das Heft in die Hand genommen und war über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft. Es freut mich für Dieter Hecking, er hat noch nie einen Titel gewonnen."

Klaus Allofs (Manager VfL Wolfsburg) ...

... über die Bedeutung des Titels: "Das ist eine Riesenbedeutung. Wenn man sich entwickeln will, dann gehören solche Erfolge, solche Titel auch dazu. Sie haben nach dem schnellen Rückstand toll reagiert. Ich bin richtig stolz auf diese Mannschaft. Es sind super Jungs, super Jungs."

... über den tödlich verunglückten Junior Malanda: "Wir haben das heute mit unserem Trikot ausdrücken wollen. Wir wollten das nicht in den Vordergrund stellen, aber zeigen dass er uns die gesamte Rückrunde begleitet hat. Dass alle ihn im Kopf hatten. Der Trainer hat es auch gesagt, dass wir auch für ihn spielen. Ich glaube, dass das auch ein paar Kräfte freigesetzt hat."

... über die Rolle von Trainer Dieter Hecking: "Er ist ein Baustein dieser Mannschaft. Man hat gesehen, dass die Mannschaft 90 Minuten Gas geben kann, dass sie taktisch immer vorbereitet ist. Das ist die Arbeit von Dieter Hecking."

... über die Rolle von Kevin de Bruyne: "Um Kevin richtig einzuschätzen: In der ersten Halbzeit hat er eine Risswunde erlitten. Er wollte weitermachen, normalerweise kann man mit so einer Verletzung nicht weitermachen. Aber er wollte weiterspielen, er wollte diesen Titel gewinnen. Das charakterisiert ihn eigentlich am besten."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Fußball ist kein Wunschkonzert. Man muss sagen, dass die Wolfsburger über 90 Minuten besser waren und am Ende verdient gewonnen haben. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr den Dreh gefunden. Es ist sehr, sehr bitter, mit einer Niederlage die Karriere zu beenden."

Kevin de Bruyne (VfL Wolfsburg): "Junior ist immer bei mir. Er war mein Landsmann, er war ein kleiner Bruder von mir. Du weißt, dass es schnell geht im Leben. Er bleibt immer bei mir im Leben."

Diego Benaglio (VfL Wolfsburg): "Im Moment ist es pure Freude, aber irgendwie auch noch unreal. Wir haben uns heute belohnt für eine richtig gute Saison. Wir wollten dieses Spiel für Junior gewinnen, das ist uns gelungen. Deshalb ist es umso schöner. Junior ist nach wie vor Teil dieser Mannschaft, und er wird es auch immer bleiben. Junior wird bei uns immer weiterleben."

Bas Dost (VfL Wolfsburg): "Dortmund hat 1:0 geführt und hatte die Chance zum 2:0. Was wir dann gezeigt haben, war eine Superleistung. Das ist Geschichte, das ist überragend."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Besser hätte ich mein Drehbuch eigentlich nicht schreiben können. Nach dieser verkorksten Saison nochmal die Möglichkeit zu haben, einen Titel zu gewinnen. Das war natürlich ein Riesenstrohhalm, an den ich mich geklammert habe. Nachdem wir in München gewonnen haben und nachdem dieser Wettbewerb so perfekt gelaufen ist für uns, hatte ich gehofft, dass wir uns dieses Glück erarbeitet haben. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Man muss am Ende sagen, dass die Wolfsburger über die 90 Minuten besser waren. Deswegen haben sie es auch verdient. Die Tore sind sehr unglücklich und teilweise aus dem Nichts gefallen. Es ist sehr, sehr bitter, die Karriere mit einer Niederlage zu beenden. Aber so ist das im Fußball. Wenn sich das etwas gelegt hat, werde ich meine Familie in den Arm nehmen. Viele Freunde sind da, und dann werde ich ein bisschen zurückblicken auf eine tolle Karriere."

Dortmund - Wolfsburg: Alle Infos zum Spiel

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