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Karma is a bitch

Mittwoch, 04.03.2015 | 00:41 Uhr
Das Duell des Abends lieferten sich Ciro Immobile (l.) und Dynamo-Kapitän Michael Hefele
© getty
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Borussia Dortmund bekleckert sich gegen Dynamo Dresden nicht mit Ruhm, darf mit dem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals aber das nächste Erfolgserlebnis der Rückrunde feiern. Die entwarnende Diagnose bei Marco Reus gibt dabei den größten Grund zum Jubeln - und kaschiert den spielerisch armen Auftritt der Schwarzgelben.

Die Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Der Platz ist einfach ein Hammer. Mir tut es leid für Dynamo Dresden, die hier aufsteigen sollen. Das ist auf so einem Platz definitiv nicht möglich. Heute war es sicherlich ein Vorteil für den Gegner. Wir haben zu kompliziert für die Platzverhältnisse gespielt. Wir sind weitergekommen, mehr war heute nicht möglich. Insgesamt bin ich total zufrieden. Wir sind mit einer Platzwunde und einem Pferdekuss sozusagen mit einem blauen Auge davon gekommen. 2:0 gewonnen, weiter geht es."

Erdmann nach Foul: "Reus ist mir gegen das Knie gelaufen"

Peter Nemeth (Trainer Dynamo Dresden): "Ich war das ganze Spiel mit unserer Strategie zufrieden. Bis zum 0:1 hatte der BVB keine Chance. Wir haben das Tor verschenkt. Gegen so eine Mannschaft wie den BVB ist es schwierig. Leider haben wir keine unserer Chancen genutzt. Großes Lob an die Zuschauer: Sie haben uns mit ihrer Unterstützung über 90 Minuten getragen. Wir wussten, dass wir gegen eine kombinationsstarke Mannschaft spielen. Der Rasen hat dabei für uns gespielt."

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Ciro Immobile (Borussia Dortmund): "Es war kein leichtes Spiel. Wenn ein Gegner so defensiv stark spielt und kompakt steht, ist es für jede Mannschaft schwierig. Das wichtigste war, dieses Spiel zu gewinnen und einen weiteren Schritt nach Berlin zu machen."

Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Es war das erwartet schwere Stück Arbeit. Es war schwierig, auf dem Platz zu spielen. Dresden hat das defensiv gut gemacht, uns nicht viele Torchancen gestattet. Nach dem 1:0 waren wir etwas unkonzentriert."

Michael Hefele (Kapitän Dynamo Dresden): "Mein Fehler schmerzt enorm. Wir waren gut im Spiel, haben wenig zugelassen, haben aber auch wenig vom Spiel gehabt. Es ist bitter, dass der Unterschied zwischen Dynamo Dresden und dem BVB nicht die Leistung, sondern mein Fehler ist. Danach haben wir aufgemacht, das 0:2 passiert dann einfach, weil wir nach vorne gespielt haben."

Nachbetrachtung:

Der offizielle Twitter-Account der Borussen konnte an diesem Dienstagabend während der Partie gegen Dynamo Dresden gut und gerne als Stimmungsbarometer für gesamte Fangemeinde des BVB herhalten.

"NEINNEINNEINNEINNEINNEINNEINNEINNEINNEINNEINNEIN", retweeteten die Westfalen um kurz vor 21 Uhr einen Fan. Gefolgt von einem "Oh man, das sieht wieder nicht gut aus!" und einem traurigen Smiley.

Es waren die Minuten, in denen Marco Reus nach seinem Zusammenprall mit Dennis Erdmann zunächst liegen blieb, von zwei BVB-Doktoren gestützt vom Platz humpelte - und die meisten aus dem schwarzgelben Lager sich wohl schon mit der nächsten schwereren Blessur des BVB-Stars abgefunden hatten.

"Der Platz ist einfach ein Hammer"

Das Spiel auf einem Fußballplatz, der diesen Namen wahrlich nicht verdient hatte, war da bereits in den Hintergrund gerückt. Sogar Mitleid gab es von BVB-Coach Klopp für die Hausherren in Bezug auf das Geläuf. "Der Platz ist einfach ein Hammer", schimpfte der 47-Jährige nach Abpfiff bei "Sky". "Spielerisch war es schwierig, bei jeder Ballannahme hatten wir auf diesem Rasen Probleme."

Zu kompliziert hätten seine Mannen zudem auf dem matschigen Untergrund agiert, so Klopp. "Wir hätten es cleverer und einfacher machen können", sagte der Coach und bezog sich auf die zu verkünstelten BVB-Angriffe, die Dynamo das komplette Spiel über vor keinerlei Probleme stellten.

Elf Schüsse, davon nur zwei auf das Gehäuse von Patrick Wiegers, brachte der BVB gegen den Drittligisten zustande. Am Wochenende beim furiosen Derby-Sieg über Schalke waren es noch 31 gewesen. Doch vom Gala-Auftritt gegen Königsblau waren die Westfalen weit entfernt. Erst recht ohne den zuletzt so überragenden Aubameyang, der wegen Rückenbeschwerden gar nicht mit nach Dresden gekommen war. Erst recht nach dem Ausfall von Reus.

Dynamo hadert mit dem einen Fehler

Dennoch ging der "Charaktertest" (Klopp) gut aus. Weil Ciro Immobile seinen ersten Doppelpack im BVB-Dress schnürte. Vor allem aber, weil es tatkräftige Unterstützung von Dynamo-Kapitän Michael Hefele gab. "Mein Fehler schmerzt enorm", gab der enttäuschte Verteidiger nach dem Spiel zu Protokoll. In der 50. Minute hatte Hefele dem Doppeltorschützen den Ball ohne Not mit einem katastrophalen Fehlpass serviert - und so die Weichen auf Sieg Dortmund gestellt.

"Es ist bitter", sagte der Pechvogel weiter und brachte das gesamte Spiel in nur einem Satz auf den Punkt, "dass der Unterschied zwischen Dynamo Dresden und dem BVB nicht die Leistung, sondern mein Fehler ist."

Auch Dynamo-Coach Peter Nemeth wollte seinem Team keinen Vorwurf machen. "Zufrieden" sei er gewesen mit der Strategie von Dynamo. "Bis zum 0:1 hatte der BVB keine Chance. Wir haben das Tor verschenkt." Justin Eilers sah wie die 30.500 frenetischen Zuschauer im ausverkauften Stadion Dresden "eine super erste Halbzeit. Es ist schade, dass wir durch einen individuellen Fehler das 0:1 bekommen."

"Starke Vorlage"

Den Dortmundern war es am Ende egal, wie der Sieg zustande kam. "Wir sind weitergekommen, mehr war heute nicht möglich", verfiel Klopp in die gewohnte Pokal-Rhetorik. So wirklich interessierte ohnehin nur die Verletzung von Marco Reus, die sich nach der ersten Diagnose nur als Knieprellung herausstellte.

"Wir sind mit einer Platzwunde und einem Pferdekuss sozusagen mit einem blauen Auge davon gekommen", lautete das Klopp'sche Fazit, in dem sich der Übungsleiter auch auf den "grenzwertigen" Ellenbogeneinsatz von Hefele gegen Immobile bezog. Dafür hätte es schon Ende der ersten Hälfte einen Elfmeter für den BVB und Platzverweis gegen Dynamo geben müssen.

Doch der Cut des Italieners wurde geklebt, Hefele legte Immobile das vorentscheidende Tor auf - und der Twitteraccount des BVB wurde abermals zum Stimmungsbarometer der Schwarzgelben. "Starke Vorlage", retweeteten die Borussen einen Fan. Und kurz darauf: "Trending: #karma".

Dynamo Dresden - Borussia Dortmund: Daten zum Spiel

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