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Bayern spazieren ins Viertelfinale

Mittwoch, 04.03.2015 | 22:20 Uhr
David Alaba brachte den FCB mit einem tollen Freistoßtor in Führung
© getty
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Der FC Bayern steht erwartungsgemäß im Viertelfinale des DFB-Pokals. Der Rekordpokalsieger gab sich beim 2:0 (1:0) gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig keine Blöße und steuert derweil auf einen neuen Rekord zu.

Vor 75.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena erzielte David Alaba in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Führung und ist mit nunmehr drei Treffern Bayerns bester Pokalschütze im laufenden Wettbewerb. Mario Götze (57.) erzielte das zweite Tor des Abends.

Der FC Bayern hat im DFB-Pokal zum 15. Mal in Folge einen Sieg eingefahren. Damit sind es nur noch zwei Spiele bis zur Einstellung des eigenen Rekords von 17 Spielen, der zwischen 1967 und 1968 aufgestellt wurde.

Eintracht Braunschweig bleibt im Jahr 2015 weiter ohne Pflichtspielsieg.

Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Dieser Wettbewerb ist schwer, das war heute eine gute Demonstration dafür. Das ist harte Arbeit auch für uns. Qualität hat ein Zweitligist etwas weniger, aber sie haben Herz. Braunschweig hat es super gemacht. Ich bin zufrieden, dass wir keine Konter und Torchancen zugelassen haben."

Torsten Lieberknecht (Trainer Eintracht Braunschweig): "Wenn man verliert, ist man enttäuscht, auch wenn es gegen den FC Bayern ist. Wir haben defensiv viele Dinge ordentlich umgesetzt, waren offensiv aber zu verschnörkelt, obwohl der FC Bayern uns viel angeboten hat. Für uns gilt es jetzt Richtung St. Pauli zu denken."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Guardiola verzichtet auf eine größere Rotation: Im Vergleich zum 4:1 gegen Köln gibt es zwei Änderungen in der Startelf. Alonso und Dante ersetzen Müller und Badstuber,

Bei Braunschweig sind es vier Startelf-Änderungen gegenüber dem 0:1 in Darmstadt. Ryu, Reichel, Sauer und Zuck ersetzen Vrancic, Hochscheidt, Pfitzner und Berggreen.

3.: Bayern kommt zum ersten Mal über die linke Seite. Ribery spielt den Doppelpass mit Alaba und versucht in die Mitte zu flanken. Der erste Versuch des Franzosen wird noch abgeblockt. Der zweite Ball fliegt flach auf das Tor zu und rutscht dem Keeper sogar durch die Hosenträger. Da kann sich Gikiewicz glücklich schätzen, dass die Kugel von seinem Fuß ins Toraus springt.

7.: Ribery führt einen Freistoß von der linken Seite schnell aus und versucht es mit einem Flachpass an den Elfmeterpunkt. Dort ist Robben schneller als alle anderen, aber verfehlt aus zwölf Metern um Haaresbreite den linken Pfosten.

17: Rafinha versucht auf halbrechts sein Glück, doch der Schuss des Brasilianers streift einen halben Meter über das rechte Lattenkreuz.

20.: Robben bindet auf rechts zwei Gegenspieler und findet Ribery links im Strafraum. Kessel ist viel zu weit weg, doch der Franzose braucht zu lang. Aus sieben Metern kann er per Beinschuss zwar noch auf das Gästetor feuern, für Gikiewicz ist der zu zentrale Schuss aber kein Problem.

26.: Starker Konter der Gäste! Zuck setzt sich auf links gegen Rafinha durch und spielt den Querpass an das rechte Fünfereck. Dort läuft Ryu ein, aber der Südkoreaner kommt den berühmten Tick zu spät, sodass für seinen Schuss aus sieben Metern am Ende der Winkel zu spitz wird. Dennoch: Außennetz.

45.+1, 1:0, Alaba: Der Österreicher nimmt aus 20 Metern vom rechten Strafraumeck Maß und zimmert die Kugel mit einem wunderschönen Freistoß ins kurze Eck. Der Ball springt von der Unterkante der Latte ins Netz, Gikiewicz ist absolut chancenlos. Zuvor das Foul an Robben.

57., 2:0, Götze: Robben spielt auf rechts einen Querpass auf Götze. Der hat in der Zentrale aus 20 Meter Entfernung ein paar Meter um Anlauf zu nehmen und startet dann zum großen Solo. Erst lässt Götze mit einem Schlenker Decarli stehen, dann fällt Reichel einer Finte zum Opfer, ehe der Nationalspieler dann auch noch einen dritten Gegenspieler vernascht und aus elf Metern überlegt ins linke Eck einschiebt.

73.: Arjen Robben hat sein Tor noch nicht gemacht. Dementsprechend rastlos ackert der Niederländer auch in der Braunschweiger Hälfte. Von rechts zieht Robben in den Strafraum und nimmt aus 15 Metern Maß. Der Schuss mit dem linken Innenrist ist jedoch etwas zu hoch angesetzt, sodass das runde Leder einen halben Meter über die Latte segelt.

Fazit: Verdienter Bayern-Sieg, der nie gefährdet war. Braunschweig verteidigte lange gut - aber nicht lange genug.

Der Star des Spiels: Daivd Alaba. War nicht nur der wichtige Dosenöffner der Bayern, sondern auch der auffälligste Akteur auf dem Platz. Initiierte immer wieder gefährliche Vorstöße von der linken Seite, schob damit auch den starken Ribery immer mit an und kam auf überragende 117 Ballaktionen.

Der Flop des Spiels: Benjamin Kessel. Erst ließ ihn Dr. Jochen Drees lange auf dem Feld, dann Trainer Torsten Lieberknecht. Hatte viel zu tun mit Ribery, konnte sich lange nur mit Fouls behelfen und stand mehrmals kurz vor dem Platzverweis. Lieberknecht nahm seinen Kapitän zur Pause runter.

Der Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees hatte ein paar knifflige Entscheidungen zu treffen, aber der Reihe nach: Riberys Aktion gegen Kessel im Spiel hätte der eine oder andere Schiedsrichter auch als Tätlichkeit gewertet, Dr. Drees ließ Gnade walten. Ribery hätte sich zumindest nicht wundern müssen, wenn der Schiedsrichter durchgegriffen hätte. Vertretbar war der Freistoß für Robben vor dem 1:0. Richtig war, Robben (46.) keinen Elfmeter zu geben.

Das fiel auf:

  • Bayern mit Anpfiff dominant, erspielte sich bis zu 85 Prozent Ballbesitz. Braunschweig war aber nicht scharf darauf den Ball zu haben und gab ihn auch schnell wieder ab, wenn sie ihn mal in den eigenen Reihen hatten. Die Passquote von 50 Prozent belegte das ganze Vorgehen der Gäste.
  • Bayerns Offensivspiel bisweilen linkslastig, Ribery (bis zur seiner Auswechslung) und Alaba hatten folglich lange Zeit die meisten Ballaktionen aller Spieler. Rafinha rückte fortwährend ein, war mehr Sechser als Rechtsverteidiger. Auch Robben rochierte immer wieder ins Zentrum. Daher verwaiste die rechte Seite.
  • Eine Standardsituation kurz vor der Pause war der Dosenöffner für die Bayern, die im zweiten Durchgang Intensität und Tempo erhöhten und schnell das 2:0 herstellten. Braunschweigs gute Idee im Defensivverhalten, mit einer leicht aggressiven Gangart die Bayern aus dem Konzept zu bringen, hatte nur eine knappe Stunde Lebensdauer.
  • Einziges Bayern-Problemkind des Abends: Robert Lewandowski. Der Stürmer hatte die wenigsten Ballkontakte aller Spieler, gar noch weniger als Manuel Neuer, hatte keine einzige Torchance und wirkte wie ein Fremdkörper im Offensivspiel. Dass er als Abschirmer einen guten Job machte, wird ihn kaum vertrösten.

FC Bayern - Eintr. Braunschweig: Daten zum Spiel

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